Bildquelle: Pixabay / albertoadan

Es geht um sehr viel. „Deutschland soll Weltspitze bei der digitalen Infrastruktur und Leitmarkt für 5G werden. Die neue Mobilfunkgeneration 5G soll die Entwicklung innovativer Dienste und Anwendungen (Industrie 4.0, autonomes Fahren, Internet der Dinge) fördern. Dafür werden Frequenzen frühzeitig und bedarfsgerecht bereitgestellt, damit Deutschland bei diesem Technologiesprung voranschreitet.“ Auf diese Weise pries die Bundesnetzagentur die Möglichkeiten des mobilen Internets der 5. Generation und die Versteigerungen der Lizenzen für den neuen Mobilfunkstandard in diesem Frühjahr an. Neben dem Technologiesprung, den 5G mitbringt, freute sich die Bundesregierung natürlich über kräftige Einnahmen bei der Versteigerung. Dass es sich hierbei um eine wichtige Angelegenheit handelte, zeigte schon der Umstand, dass selbst die Regeln für die Versteigerung im Vorfeld ein Thema für die Gerichte waren. Die Netzbetreiber Deutsche Telekom (WKN: 555750 / ISIN: DE0005557508), Vodafone (WKN: A1XA83 / ISIN: GB00BH4HKS39) und Telefónica (WKN: 850775 / ISIN: ES0178430E18 (O2/E-Plus) hatten gegen die Regeln für die Frequenzvergabe geklagt. Für diese Unternehmen geht es schließlich in den kommenden Jahren um Milliardenbeträge.

Zum einen müssen sie die Netze für die neueste Generation des mobilen Internets ausbauen. Gleichzeitig erhoffen sie sich hohe Einnahmen, da sich mit 5G ganz neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen. Entsprechend wollte dieses Mal auch United Internet (WKN: 508903 / ISIN: DE0005089031) mit seiner Tochtergesellschaft 1&1 Drillisch (WKN: 554550 / ISIN: DE0005545503) mitmischen. United Internet sicherte sich wichtige Frequenzen und steigt in den Wettbewerb als vierter Netzbetreiber ein. 5G betrifft jedoch nicht nur Deutschland. Es handelt sich dabei um ein weltumspannendes Phänomen, das unseren Alltag grundlegend verändern soll. Im vergangenen Jahr wurde der Grundstein gelegt, damit 5G weltweit den Siegeszug antreten kann. Wie uns Thomas Rappold, Experte für Technologie-Investments, Unternehmer und Buchautor („Silicon Valley Investing“) im Interview mit marktEINBLICKE verrät, ist die internationale Standardisierung eine wesentliche Voraussetzung für den Durchbruch einer komplexen Telekommunikationstechnologie wie 5G. Im Juni 2018 wurde von der 3GPP, einer weltweiten Kooperation von Gremien für die Standardisierung im Mobilfunk, eine erste Spezifikation für die Umsetzung von 5G verabschiedet. Hersteller könnten nun mit Hochdruck an der Entwicklung von 5G-Infrastrukturen und -Smartphones arbeiten. In einigen US-amerikanischen Städten können Mobilfunkkunden bereits erste Erfahrungen mit 5G sammeln. Einige Smartphones unterstützen den neuen Mobilfunkstandard bereits. Hersteller haben zudem viele neue Geräte angekündigt, mit deren Hilfe sich 5G nutzen lässt. Außerdem zeigt die steigende Zahl von 5G-Patenten, welche Dynamik sich rund um dieses Thema entwickelt hat.

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Telekom

Die Städte von Morgen. Die ganze Welt redet davon, dass Autos in Zukunft autonom fahren werden. Irgendwann soll es möglich sein, in ein Auto einzusteigen, dem Fahrzeug das Fahrziel mitzuteilen, um dort bequem und ohne jemals das Lenkrad berührt zu haben anzukommen. Wenn eines Tages auf unseren Straßen nur noch autonom fahrende Fahrzeuge unterwegs sein sollten, muss die Sicherheit gewährleistet sein. Die Autos müssen miteinander kommunizieren können. Die Abstandsmessung ist nur ein Aspekt. Die Kommunikation der Fahrzeuge untereinander und mit ihrer Umgebung wird in Echtzeit geschehen müssen, um Unfälle zu verhindern. Wenn man nun bedenkt, dass es auf der Welt laut Schätzungen knapp 1,3 Milliarden Autos gibt, kann man sich gut vorstellen, dass die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen einiges an Datenvolumen fressen wird. Zumal auf den Straßen nicht nur Pkw unterwegs sind. Unter dem Begriff „Intelligente Mobilität“ verbirgt sich ein umfangreiches Anwendungsgebiet. 5G hat das Potenzial, die gesamte Logistik zu revolutionieren. Waren könnten mithilfe eines in Echtzeit erfolgten Datentransfers besonders effizient rund um die Welt transportiert werden. Die Folge wäre ein enormer Effizienzgewinn. Kosten könnten eingespart werden.

Außerdem würde der energieeffiziente Transport die Umwelt entlasten. Im Bereich Logistik wäre nicht Schluss. Die Mobilität gesamter Städte könnte wesentlich effizienter ablaufen. Zum Beispiel im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs. Die Müllentsorgung würde ebenfalls revolutioniert. Mit Sensoren ausgestattete Müllcontainer würden ihren Füllstand preisgeben. Bei Bedarf würden diese von selbstfahrenden Mülllastern angesteuert werden. Auch die Wasser- und Energieversorgung könnte mithilfe unzähliger Sensoren verbessert werden. Die Durchflussmengen und -Geschwindigkeiten würden dem jeweiligen Bedarf angepasst. Die Rede ist in diesem Fall von den so genannten „Smart Cities“. Die vierte Generation des Mobilfunkstandards Long-Term-Evolution (LTE) hat uns enorme Steigerungen bei den Datenübertragungsraten gebracht und das mobile Internet in eine ganz neue Sphäre gehoben. Allerdings steigen die Anforderungen an das mobile Internet von Tag zu Tag. Schließlich ist die Kommunikation zwischen Maschinen in vielen weiteren Bereichen abseits des autonomen Fahrens oder der Smart Cities vorstellbar. Entsprechend steigen auch die Anforderungen an das mobile Internet. 5G soll die Lösung sein.

Eine neue industrielle Revolution dank 5G. In den vergangenen Jahren hat die Digitalisierung unseres Alltags ein rasantes Tempo an den Tag gelegt. Dieses Tempo dürfte nur noch weiter zunehmen. 5G sollte dafür sorgen, dass die Digitalisierung sämtliche Bereiche unseres Lebens erreicht. Es lassen sich unzählige Anwendungsbereiche ausmachen. Schon heute wird der Datenverkehr von Netflix (WKN: 552484 / ISIN: US64110L1061) oder YouTube verstopft. In Zukunft werden noch mehr Menschen Filme und Serien in perfekter Bildqualität überall auf der Welt und auf jedem Endgerät ruckelfrei sehen wollen. Auch in den eigenen vier Wänden wollen Film-, Musik- und Serienfans natürlich auf ihre Kosten kommen. Die gesamte Medienlandschaft wäre betroffen. Virtual & Augmented Reality bahnt sich seinen Weg. 3D-Brillen lassen Menschen schon heute in eine virtuelle Welt eintauchen. Stellen Sie sich beispielsweise den Besuch eines Fußballspiels vor. Mithilfe von Augmented Reality können Sie sich das lebensechte Stadionerlebnis auf die heimische Couch holen, ohne mit den Gefahren eines Fanaufstandes oder anderer negativer Aspekte wie der Schlange vor der Stadiontoilette in der Halbzeit leben zu müssen. Und dies ist längst nicht alles.

Bildquelle: Pressefoto Ericsson

Dass sämtliche Unterhaltungselektronikgeräte miteinander kommunizieren ist schon heute kein Hexenwerk mehr. In Zukunft werden wir jedoch ein komplett vernetztes Zuhause haben. Kühlschrank, Kaffeemaschine, Lampen, digitale Thermostate und viele andere Dinge werden miteinander kommunizieren und versuchen, uns Menschen Geld zu sparen und den Alltag angenehmer zu gestalten, indem sie sich untereinander „absprechen“. Diese Entwicklung würde unter das weite Feld Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) fallen. Natürlich ist die Kommunikation von Maschinen untereinander nicht nur etwas für Privatpersonen, sondern vor allem für die Industrie. Heutzutage hört man sehr viel zum Thema Industrie 4.0. Man stelle sich vor, welche Zeit- und Geldersparnis möglich ist, wenn ganze Fabriken nur noch von Robotern, die in Echtzeit miteinander kommunizieren, betrieben werden. Maschinen bräuchten nicht einmal auf einen Bestelleingang zu warten, sie könnten unter Zuhilfenahme sämtlicher vorhandener Daten die Produktionsprozesse steuern. In einem letzten Schritt würden die für den Konsum bestimmten Waren mithilfe fahrerloser Kurierdienste zu den Kunden nach Hause gebracht werden.

5G gegen Hunger und Krankheiten. 5G kann sogar die Medizin revolutionieren. Im Bereich E-Health würde sich ein ganz neues Feld auftun. Der Gang zum Arzt bleibt vielfach erspart. Mithilfe intelligenter Geräte kann die Messung verschiedenster Körperwerte zu Hause vorgenommen und an den Arzt übermittelt werden. Sollte alles in Ordnung sein, wird man als Patient froh sein, nicht den Gang in die Arztpraxis angetreten zu haben. Im entsprechenden Fall der Fälle wäre der Krankenwagen nicht fern. Dieser könnte Patienten selbstfahrend ansteuern, während sich Ärzte und Rettungskräfte auf der Fahrt besser auf den Notfall vorbereiten könnten. Verschiedene Trends begünstigen Entwicklungen wie die Telemedizin. Dazu gehört der demografische Wandel. Ärzte können auf diese Weise mehr Patienten als heutzutage behandeln. Vor allem könnten sie dies in abgelegenen Gegenden tun. Schließlich ist das ländliche sterben von Arztpraxen in Deutschland ein Problem. Darüber hinaus könnten Ärzte dank VR und 5G komplizierte Operationen im Vorfeld am Computer durchführen und dabei riesige Datenmengen verarbeiten.

Ein noch größeres Problem als heute könnte in Zukunft die Nahrungsmittelversorgung werden. Ein Grund, warum der Grad der Digitalisierung auch in der Landwirtschaft zunehmen muss. Die Anbauflächen sind begrenzt. Also müssen diese deutlich effizienter genutzt werden. Intelligente vernetzte Prozesse können dazu beitragen, dies zu erreichen. Der Landwirt kann ständig mit wichtigen Daten wie der Gesundheit der Tiere in den Ställen oder der Beschaffenheit des Bodens versorgt werden. Der Zeitpunkt von Ernten kann mithilfe einer effizienten Datenauswertung verbessert werden. Auch bei der so genannten Telemedizin oder „Smart Farming“, auch „Landwirtschaft 4.0“ genannt, handelt es sich nur um einige mögliche Anwendungsbereich für 5G. Aus diesem Grund versuchen Unternehmen aus verschiedenen Branchen, an der erneuten Revolution des mobilen Internets teilzuhaben.

Bildquelle: Pressefoto Nokia

Große Chance für Nokia. Der Aufbau der Infrastruktur für das mobile Internet der 5. Generation könnte in den kommenden Jahren bei Netzwerkausrüstern wie Nokia (WKN: 870737 / ISIN: FI0009000681) für klingelnde Kassen sorgen. Einstmals waren die Finnen nicht nur der weltgrößte Handy-Konzern, sondern auch das wertvollste Unternehmen Europas. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Der Umstieg auf die Smartphones, deren Siegeszug letztlich durch die 3. Mobilfunkgeneration (UMTS) ermöglicht wurde, sorgte für den Abstieg Nokias. Allerdings hat sich das Unternehmen als Netzwerkausrüster neu positioniert. 5G könnte dem Konzern zu altem Glanz verhelfen. Telekommunikationsunternehmen wie die Deutsche Telekom, Vodafone oder Telefónica müssen viel Geld in den Netzausbau stecken. Dabei könnte Nokia der Handelsstreit zwischen den USA und China zugutekommen. Die großen chinesischen Netzwerkausrüster Huawei und ZTE stehen in den USA unter Spionageverdacht und sind von Regierungsaufträgen ausgeschlossen. Die Amerikaner sind gerade dabei, auch andere Länder davon zu überzeugen, auf die Dienste von chinesischen Konzernen beim Aufbau der Infrastruktur für das mobile Internet der 5. Generation zu verzichten, was europäischen Unternehmen wie Nokia zugutekommen würde.

Deutsche Telekom: Neue Geschäftsmodelle

Natürlich ist Nokia nicht das einzige Unternehmen, das auf den fahrenden Zug in Sachen 5G aufspringen möchte. China Mobile ist schon heute der größte Mobilfunkanbieter der Welt. Kein Wunder. Schließlich hat China die meisten Internetnutzer. Heutzutage dominiert das mobile Internet. Die Zahl der Internet-User dürfte in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt weiter zunehmen, genauso wie die Zahl der 5G-Nutzer. Auch bei europäischen Telekommunikationsunternehmen wie der Deutschen Telekom und Vodafone reibt man sich bereits die Hände. Zwar sind die entsprechenden Funklizenzen und der Aufbau der benötigten Infrastruktur nicht zum Nulltarif zu haben. Allerdings ermöglicht ein schnelleres mobiles Internet auch einige neue Geschäftsmodelle, an die man heute gar nicht gedacht hatte. Dies ist insbesondere für die Deutsche Telekom eine Chance. Der ehemalige deutsche Staatsmonopolist benötigt vor allem auf dem europäischen Heimatmarkt neue Wachstumsimpulse.

In den USA liefen die Geschäfte in den vergangenen Jahren dagegen deutlich besser. T-Mobile US (WKN: A1T7LU / ISIN: US8725901040) sorgt regelmäßig für hervorragende Wachstumszahlen. Seit Jahren ist die Mobilfunktochter der Bonner aggressiv auf Kundenfang und setzt den US-Branchenriesen AT&T und Verizon zu. Mit der Sprint-Fusion dürfte dieser Druck zunehmen. Dabei war man bei der Deutschen Telekom kurz davor, das USA-Abenteuer endgültig für gescheitert zu erklären, nachdem im Jahr 2001 mit der überteuerten VoiceStream-Übernahme der Einstieg gewagt wurde. 2013 erfolgte die Fusion mit MetroPCS. Und nun steht der Zusammenschluss mit Sprint an. Eine solche Fusion ist für die Deutsche Telekom und T-Mobile US von entscheidender Bedeutung. Schließlich steht der flächendeckende Aufbau des 5G-Netzes auch in den USA an.

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Telekom

Samsung profitiert gleich mehrfach

Die 3. Mobilfunkgeneration (UMTS) ebnete den Weg für das mobile Internet und damit letztlich auch für Smartphones. Ein Unternehmen stand in den vergangenen Jahren ganz besonders für technologisch fortschrittliche Computer-Handys: Apple (WKN: 865985 / ISIN: US0378331005). Das iPhone ist heute schon Kult. Es bleibt abzuwarten, ob 5G Apple einen ähnlichen Schub verleihen wird. Zumal man sich auch beim südkoreanischen Konkurrenten Samsung (WKN: 881823 / ISIN: US7960502018) auf den neuen Mobilfunkstandard freuen dürfte. Apple hat sich besonders im Premiumsegment breitgemacht, Samsung verkauft dagegen deutlich mehr Smartphones weltweit. Das Unternehmen dürfte mit der Zeit immer fortschrittlichere 5G-fähige Smartphones auf den Markt bringen. Außerdem sind die Südkoreaner der weltweit führende Chiphersteller. Der langjährige Branchenspitzenreiter Intel setzte im abgelaufenen Geschäftsjahr knapp 71 Mrd. US-Dollar um, während die Samsung Chipsparte umgerechnet etwa 77 Mrd. US-Dollar erlöste. Samsung beliefert sogar den großen Konkurrenten Apple mit Chips, so dass das Unternehmen letztlich auch vom Erfolg des Konzerns mit dem Apfel im Logo profitiert.


Anlageidee:

Es ist noch nicht abzusehen, wer die großen Gewinner der 5G-Revolution sein werden. Zudem ist es für Privatanleger nicht einfach, den gesamten Markt im Blick zu haben und die vielversprechendsten Kandidaten in das eigene Depot zu buchen. So etwas sollte man Experten überlassen. Diese haben zum Beispiel den „Solactive 5G Technology Performance“-Index zusammengestellt. In ihm sind 20 Unternehmen aus verschiedenen Branchen zusammengefasst. Ihnen werden besonders große Chancen eingeräumt, von 5G zu profitieren. Mithilfe eines passenden Zertifikats lässt sich die Entwicklung des Index für Anleger besonders leicht nachvollziehen. Beispielsweise hat Vontobel ein passendes Open End Partizipationszertifikat auf den Solactive 5G Technology Performance-Index (WKN: VA9H37 / ISIN: DE000VA9H372) im Angebot.

Open End Partizipationszertifikat auf Solactive 5G Technology Performance-Index
WKN VA9H37
ISIN DE000VA9H372
Emissionstag 03. Dez 18
Produkttyp Partizipationszertifikate
Emittent Vontobel
www zertifikate.vontobel.com

Das Auto der Zukunft

Thomas Rappold rechnet damit, dass 5G insbesondere im Bereich digitaler Mediendienste, in der Fabrikautomation oder bei selbstfahrenden Autos für große Umwälzungen sorgen wird. Wer heute an das Auto der Zukunft denkt, hat wahrscheinlich zunächst den elektrischen Antrieb im Sinn. Allerdings ist die Elektromobilität nicht das einzige, was die Automobilindustrie von morgen bestimmen wird. Das Auto ist wesentlich umfangreicheren Veränderungen unterworfen. Dieser Prozess ist bereits im Gange. Dabei eröffnet 5G mit der Kommunikation zwischen Maschinen in Echtzeit der Autobranche ganz neue Möglichkeiten. Schon heute sind Fahrerassistenzsysteme (englisch Advanced Driver Assistance Systems, ADAS) vielfach eingebaut, an die vor wenigen Jahren niemand gedacht hatte. Die Scheibenwischer-Automatik, das Antiblockiersystem, der Einparkassistent oder das Kollisionswarn- und -schutzsystem sind heute schon in unzähligen modernen Pkws, Lkws und Bussen Standard. Solche Systeme sind dazu da, den Fahrer in bestimmten Situationen zu entlasten. Dies tun sie in immer mehr Fällen.

Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte soll sich der Umsatz weltweit mit Fahrerassistenzsystemen von rund 8 Mrd. US-Dollar im Jahr 2016 auf etwa 26 Mrd. US-Dollar im Jahr 2025 innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdreifachen. Es ist davon auszugehen, dass der Computer dem Fahrer immer mehr Aufgaben abnehmen wird. Zunächst mag es nur das Einparken sein, irgendwann sollen Pkws, Lkws und Busse wie selbstverständlich autonom durch die Straßen fahren. Laut Deloitte-Studie sollen sich im Jahr 2025 weltweit rund 1 Million autonom fahrende Autos auf unseren Straßen bewegen. Bis zum Jahr 2040 dürfte diese Zahl auf rund 33 Millionen Fahrzeuge anwachsen. Schon heute sind unzählige Roboterautos auf regulären Straßen und Teststrecken unterwegs. Automobilkonzerne, Zulieferer, Fahrdienstleister und Technologiekonzerne basteln am Auto der Zukunft. Entsprechend schießt die Zahl der 5G-Patente in Verbindung mit der Automobilindustrie immer weitere in die Höhe. Auch wenn sich insbesondere im Autoland Deutschland viele Autofans dagegen wehren werden, das Steuer aus der Hand zu geben, hat das autonome Fahren viele Vorteile.

Bildquelle: Pressefoto Tesla

Anlageidee:

Die Automobilindustrie entwickelt nicht nur Roboterautos. Schon heute ist die in den Fahrzeugen verbaute Technik umfangreich und wäre uns vor wenigen Jahren ziemlich abgehoben vorgekommen. Fahrerassistenzsysteme sind in vielen Pkws, Lkws und Bussen bereits Standard. Die Vernetzung des Automobils nimmt immer weiter zu. Zunächst einmal geht es natürlich um eine verbesserte Sicherheit und die Steigerung des Fahrkomforts. Wenn darüber hinaus auch noch die Wirtschaftlichkeit verbessert wird, umso besser. Natürlich wird im Zeitalter der Digitalisierung zukünftig jedes Auto mit dem Internet verbunden sein. Entsprechende Sicherheitssysteme werden umso wichtiger. Das Thema Cyber-Security ist schon heute von höchster Bedeutung. In Zukunft müssen auch Autos davor bewahrt werden, von Hackern gekapert zu werden. Die Entwicklung entsprechender Sicherheitssysteme, aber auch die Auswertung der enormen Datenflut zukünftiger Autos bieten umfangreiche Betätigungsfelder, auch für Konzerne, die bisher mit der Autoindustrie wenig am Hut hatten. Angesichts der erwarteten Umwälzungen in der Automobilindustrie eröffnen sich Anlegern große Möglichkeiten. Besonders aussichtsreiche Unternehmen sind im Solactive Auto der Zukunft Index zusammengefasst. Der Index bildet die Kursentwicklung von Unternehmen ab, die für den Automobilsektor eine zunehmend große Rolle spielen, darunter Zulieferer, Halbleiter- und Komponentenhersteller sowie Anbieter von Funk- und Sicherheitssystemen und weiteren Technologien. Mit einem X-markets Index-Zertifikat (WKN: DS8AUT / ISIN: DE000DS8AUT5) können Anleger auf einen Anstieg des Index setzen.

Auto der Zukunft Index Zertifikat
WKN DS8AUT
ISIN DE000DS8AUT5
Emissionstag 16. Aug 18
Produkttyp Index Zertifikate (Solactive)
Emittent Deutsche Bank
www xmarkets.db.com

Der Sicherheit und Umwelt zuliebe

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V. (ADAC) hat einige dieser Vorteile zusammengetragen. Demnach seien die Potenziale dieser Technologie enorm – für die Gesellschaft, die Sicherheit und für den Wirtschaftsstandort Europa. Ältere oder leistungseingeschränkte Menschen könnten besser eingebunden werden. Gleichzeitig könne jeder Einzelne seine Zeit produktiv oder zur Erholung nutzen. Mithilfe günstiger automatisierter Taxis oder Busse könnte sich der ländliche Raum besser erschließen lassen. Zudem würden Motoren immer im effektivsten Betriebsmodus laufen, während der Güterverkehr rationalisierter und umweltschonender organisiert sein könnte. Das Thema Sicherheit spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Laut ADAC werden sich je nach Grad der Automatisierung auch die Unfallzahlen weiter reduzieren, denn für immerhin 90 Prozent aller Crashs sei menschliches Versagen die Ursache. Allerdings wird einschränkend angeführt, dass dieser Prozess langwierig sei, weil konventionelle und automatisierte Fahrzeuge noch sehr viele Jahre im Mischverkehr fahren werden.

 

Bildquelle: Pressefoto © Continental

Natürlich könnten auch die technischen Systeme versagen oder Verkehrssituationen einfach falsch einschätzen. Die Zeit lässt sich jedoch nicht mehr zurückdrehen. Zumal längst große Technologienunternehmen am Auto der Zukunft werkeln. Die traditionellen Automobilhersteller haben nicht das Know-how oder die Kapazitäten, die Entwicklung der Software im Alleingang voranzutreiben. Google experimentiert seit vielen Jahren mit selbstfahrenden Autos. Fahrdienstleister wie Uber (WKN: A2PHHG / ISIN: US90353T1007) oder Lyft (WKN: A2PE38 / ISIN: US55087P1049) sind besonders begierig darauf, schnell autonom fahrende Autos auf die Straßen zu bringen. Natürlich mischen neben den deutschen Automobilkonzernen Daimler (WKN: 710000 / ISIN: DE0007100000), BMW (WKN: 519000 / ISIN: DE0005190003) und Volkswagen (WKN: 766403 / ISIN: DE0007664039) auch die Zulieferriesen Bosch und Continental (WKN: 543900 / ISIN: DE0005439004) kräftig mit. Wer jetzt gedacht hatte, dass die deutschen Autohersteller im Zuge der Entwicklung neuer Technologien abgehängt würden, sieht sich getäuscht. Laut ADAC kommen 52 Prozent aller weltweiten Patente zum automatisierten Fahren aus Deutschland – angeführt von Bosch, Audi und Continental.

Continental: Keine Angst vor der Zukunft

Neben der Elektromobilität arbeitet der Reifenhersteller und Automobilzulieferer Continental auch an weiteren Zukunftsthemen wie Automatisiertes Fahren oder der Vernetzung der Fahrzeuge. Dabei lautet das Motto: Ob Spurhalteassistenten oder Bremsassistenz (BAS), die Fahrerassistenzsysteme von heute liefern die Basis zum Automatisierten Fahren der Zukunft. Es wird daran gearbeitet, immer mehr Fahrfunktionen vom Fahrer auf den Computer zu übertragen, natürlich nur, sofern es der Fahrer möchte. Ziele sind eine höhere Sicherheit, mehr Komfort und mehr Effizienz. Auch in anderen Bereichen wird die Digitalisierung vorangetrieben. Die Wachstumsaussichten in den Bereichen Elektromobilität und Digitalisierung sollten die jüngsten Enttäuschungen vergessen machen. Lange Zeit war Continental erfolgsverwöhnt. Zuletzt musste das Unternehmen jedoch gleich mehrere Gewinnwarnungen aussprechen. Zunächst machten dem Unternehmen Wechselkurs- und Bestandsbewertungseffekte zu schaffen, später kamen reduzierte Umsatzerwartungen, Kostensteigerungen und Gewährleistungsfälle als Belastungsfaktoren hinzu. Allerdings lag der Auftragseingang zuletzt auf Rekordniveau. Dank neuer Technologien dürfte die ein oder andere Bestellung hinzukommen, so dass die zwischenzeitliche Delle schnell vergessen sein sollte.

Bildquelle: Pressefoto © Continental

Aptiv und die Herausforderungen von morgen

Auch andere Automobilzulieferer wie Aptiv (WKN: A1JPLB / ISIN: JE00B783TY65) möchten an der Entwicklung der Technologien von morgen in der Autobranche beteiligt sein. Das Unternehmen, das aus dem Geschäftsbereich Powertrain von Delphi Automotive hervorging, sieht sich selbst an der Spitze, wenn es darum geht, die größten Herausforderungen der Mobilität zu bewältigen. Aptiv erforscht und entwickelt Lösungen für Sicherheit, Umweltschutz und Vernetzung. Zu den zentralen Kompetenzfeldern des Unternehmens zählen Software und Fahrzeugarchitekturen, um fortschrittliche Sicherheitssysteme, automatisiertes Fahren oder Fahrzeugvernetzung zu ermöglichen. Aptiv geht es jedoch nicht nur darum, dass die Autos von morgen autonom fahren können oder gut vernetzt sind. Es geht vielmehr darum, die Mobilität ganzer Städte zu revolutionieren. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden konzernweit Umsatzerlöse in Höhe von 14,4 Mrd. US-Dollar erzielt. Rund 12 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ein beeindruckendes Wachstum. Dank der Konzentration auf das Auto und die Mobilität von morgen sollte dieser Wert in Zukunft weiter rasant ansteigen.

FAZIT

Noch können sich viele Menschen unter 5G nichts vorstellen. Dies wird sich jedoch schnell ändern. Ähnlich wie es im Fall früherer Mobilfunkstandards der Fall war. Schließlich haben wir es dem schnellen mobilen Internet zu verdanken, dass wir heutzutage mit unseren Computer-Handys unterwegs E-Mails lesen, Spiele spielen oder selbst Filme und Serien in einer hohen Qualität anschauen können. Noch ist es nicht abzusehen, wer die größten Gewinner des neuen Mobilfunkstandards sein werden. Der von Vodafone übernommene deutsche Anbieter Mannesmann ist jedoch nur ein Beispiel dafür, wie lukrativ es sein kann, sich frühzeitig zu positionieren. Zumal nicht nur der Aufbau von 5G-Netzen und neuer Geschäftsfelder für die Netzbetreiber für reichlich Potenzial sorgen. Vielmehr dient 5G dazu, vielen Industrien zu einem Durchbruch zu verhelfen. Industrie 4.0, autonomes Fahren, Internet der Dinge, Smart Cities oder die Telemedizin sind nur einige wenige Beispiele.



Kurz nachgefragt bei …

THOMAS RAPPOLD

Der Buchautor ist profunder Kenner des Silicon Valley und dort als Investor an verschiedenen Start-ups beteiligt.

www.silicon-valley.de

5G ist in aller Munde, jedoch spielt der neue Mobilfunkstandard in unserem Alltag noch keine Rolle. Warum ist es trotzdem nicht zu früh, sich als Anleger diesem Thema zu widmen?

Eine wesentliche Voraussetzung für den Durchbruch einer komplexen Telekommunikationstechnologie wie 5G ist die internationale Standardisierung. Im Juni 2018 wurde von der 3GPP, einer weltweiten Kooperation von Gremien für die Standardisierung im Mobilfunk, eine erste Spezifikation für die Umsetzung von 5G verabschiedet. Hersteller können nun mit Hochdruck an der Entwicklung von 5G-Infrastrukturen und -Smartphones arbeiten. Diese Beschleunigung des Standardisierungsarbeitsplans sorgt nun für eine frühzeitige Einführung von 5G in mehreren Märkten. Der amerikanische Mobilfunkanbieter Verizon bietet Kunden bereits seit Ende 2018 5G Dienste an. Erinnern wir uns zurück: Anleger, die bei der Bekanntgabe von D2 privat auf der CeBIT 1991, also ein Jahr vor der Markteinführung, auf die Aktien des neuen Anbieters Mannesmann gesetzt haben, konnten ihren Einsatz bis zur Übernahme durch Vodafone im Jahr 2000 vervielfachen.

Welche Anwendungsgebiete sehen Sie?

5G ist nicht wie die bisherigen Mobilfunkstandards nur eine Fortschreibung höherer Geschwindigkeiten, also des Prinzips „höher, schneller, weiter“. 5G ist ein »Game Changer«. Die Technologie erlaubt vollkommen neue Geschäftsmodelle für die digitale Welt. Hervorzuheben sind mobile Breitbandanwendungen wie Video Streaming am Smartphone, aber auch für die Megamärkte Industrie 4.0, autonomes Fahren und digitale Medizintechnik sind die 5G-Standards in Form von extrem geringen Antwortzeiten und die direkte Maschine-zu-Maschine- Kommunikation von elementarer Bedeutung. Deutsche Industrieunternehmen, die führend auf dem Gebiet von Industrie 4.0 sind, wie Daimler, Volkswagen, Siemens, BASF und Bosch wollen in eigener Regie den Aufbau von 5G Netzen in ihren Fabriken vorantreiben.

Welchen Branchen sollte 5G den größten Schub verleihen?

Der Bedarf an hoher mobil verfügbarer Bandbreite ist groß – und dies möglichst ausfallsicher. Mittels 5G wird das Eintauchen in virtuelle Welten – ob in einem Vergnügungspark, bei Online-Spielen, in der industriellen Fertigung oder in der Telemedizin – über das Smartphone möglich. Folgerichtig sind große Umwälzungen im Bereich digitaler Mediendienste, in der Fabrikautomation oder bei selbstfahrenden Autos zu erwarten. Der 5G-Standard ermöglicht es, dass Werkzeugmaschinen oder Roboter sich erstmalig selbst untereinander »von Maschine zu Maschine« austauschen können. Insbesondere für die deutsche Industrie, die mit „Industrie 4.0“ nach „Made in Germany“ ein neues Brand geschaffen hat, kann davon durch neue industrielle Digitaldienste stark profitieren.

Der Aufbau des 5G-Netzes ist ein sehr politisches Thema, Stichwort Huawei. Droht Europa abgehängt zu werden, falls es beim Netzaufbau auf den chinesischen Marktführer verzichten sollte oder kann dies eine Chance sein?

Europa, aber auch die USA erleben aktuell eine Art „Sputnik“ Moment. Huawei hat sich still und heimlich zum weltweit wichtigsten Telekommunikationsausrüster hochgearbeitet. Huawei verfügt über die grösste Patentbasis bei 5G und hat frühzeitig große Ressourcen auf den neuen Mobilfunkstandard gesetzt. Für die chinesische Regierung ist 5G vielleicht das wichtigste strategische Infrastruktur Asset überhaupt. Für Europa könnte dies aber eine große industrielle Chance darstellen: Immerhin gehören Ericsson und Nokia zu den führenden 5G Infrastrukturunternehmen und Europa war vor 30 Jahren beim digitalen Mobilfunkstandard GSM Vorreiter. Notwendig wäre auf europäischer Ebene, 5G als großes industriepolitisches Vorhaben voranzutreiben. Gerade die europäische und insbesondere die deutsche Industrie ist dringend auf schnelle Datennetze angewiesen. Breitflächige Funklöcher können wir uns zukünftig nicht mehr erlauben. Leider zeugt die leidige Diskussion führender Berliner Politiker, Stichwort „5G nicht an jeder Milchkanne“, für wenig Digitalkompetenz.

Bildquelle: Pixabay / albertoadan

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