Bildquelle: Pressefoto BMW

Elektrofahrzeuge sollen ein wichtiger Bestandteil der Mobilität der Zukunft sein. Die Automobilhersteller werkeln an einer Vielzahl neuer elektrisch angetriebener Modelle. Selbst im Motorsport hält die Elektromobilität Einzug und schickt sich an, zur neuen Königsklasse aufzusteigen. Entsprechend interessant bleibt eMobility auch als Anlagethema.

Die neue Königsklasse

Die Formel 1 repräsentiert immer noch die absolute Spitzenklasse im Rennsport. Jahr für Jahr treten die besten Fahrer der Welt gegeneinander an. Allerdings steht die Rennserie trotz der technischen Errungenschaften und des Einsatzes von Raumfahrttechnologie weiterhin für sehr laute und vor allem spritfressende Boliden. Während die Menschheit an den verschiedenen Formen der Mobilität der Zukunft arbeitet und sich neue ressourcenschonende Technologien wie die Elektromobilität durchsetzen wirkt die Formel 1 wie aus der Zeit gefallen. Als logische Folge wurde die Formel E ins Leben gerufen. Die Rennserie startete am 13. September 2014 in Peking in ihre erste Saison. Bei der Formel E (offiziell: ABB FIA Formula E Championship) handelt es sich um eine Rennserie, die ihre Rennen ausschließlich mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugen austrägt.

Dies ist nur ein Mittel, mit dem der Automobilweltverband FIA (Fédération Internationale de l’Automobile), der auch die Formel 1 veranstaltet, neue und vor allem junge Zielgruppen ansprechen möchte. Zur am Freitag startenden neuen Saison treten zwölf Teams mit insgesamt 24 Fahrern – einige davon sehr erfolgreiche ehemalige Formel-1-Piloten – in zahlreichen Metropolen gegeneinander an. Motorsportinteressierten und Formel-1-Fans dürfte vor allem Felipe Massa bekannt sein. Der Brasilianer wird auch in der Saison 2019/20 für den monegassischen Formel-E-Rennstall Venturi an den Start gehen. Er war von 2002 bis 2017 in der Formel 1 zu finden, von 2006 bis 2013 sogar beim italienischen Kult-Rennstall Ferrari. 2008 verpasste er nur knapp den Sprung an die Spitze in einer Formel-1-Saison. Jetzt hilft er der aufstrebenden Formel E noch größer zu werden.

In der neuen Saison feiert die Formel E einen wichtigen Meilenstein. Die Formel E hat etwas geschafft, was bisher noch keiner Rennserie vergönnt war. Erstmals in der Geschichte werden alle vier großen deutschen Premium-Automarken Mercedes-Benz, BMW, Audi und Porsche werksseitig an einer hochrangigen Rennserie beteiligt sein. Audi ist sogar von Anfang an dabei gewesen. Heute geht die Volkswagen-Tochter mit dem Team Audi Sport ABT Schaeffler an den Start. In der Saison 2019/20 wird auch das „Mercedes-Benz EQ Formula E Team“ um WM-Punkte kämpfen. Bei Mercedes-Benz ging man sogar so weit, das eigene Motorsportprogramm ganz neu auszurichten und für die Formel E auf die deutsche Tourenwagenmeisterschaft DTM zu verzichten. Das deutsche Quartett wird durch BMW und Porsche abgerundet. Allerdings ist nicht nur die deutsche Automobil-Prominenz in der Formel E vertreten.

Alltagstaugliche Technologien

Im Fall der Formel E müssen sich Motorsportfans im Gegensatz zu bisher bekannten Rennserien wie der Formel 1 mit vielen Neuerungen auseinandersetzen. Es geht schon damit los, dass eine Formel-E-Saison nicht innerhalb eines Kalenderjahres stattfindet. Eine Saison beginnt gegen Jahresende und endet im Sommer. Die Rennserie möchte in erster Linie für Werte wie Nachhaltigkeit, Effizienz und technologischen Fortschritt stehen. Vertreter aus der Automobilindustrie sollen sich in einem kompetitiven Umfeld messen können und die Entwicklung von Elektroautos vorantreiben. In der ersten vollelektrischen internationalen Einsitzer-Rennserie im Motorsport werden straßenrelevante Technologien im Wettbewerb erprobt und entwickelt. Das Design und die Funktionalität von Komponenten für Elektrofahrzeuge werden verbessert. Auf diese Weise will die Formel E zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen.

In den vergangenen Jahren haben immer mehr große Automobilhersteller und Zulieferer erkannt, welchen Wert die Rennserie im Hinblick auf die Entwicklung der Mobilität der Zukunft hat. Auch an die Zuschauer wurde gedacht. Die Formel E trägt ihre Rennen auf eigens entworfenen Straßenkursen direkt in den Stadtzentren aus, um das Event direkt zu den Zuschauern zu bringen – und nicht umgekehrt. Dabei haben sich die Veranstalter ein Beispiel an dem legendären Formel-1-Stadtkurs in Monaco genommen. Jahr für Jahr handelt es sich dabei um eines der größten Rennen, während dem Grand-Prix-Gewinner eine ganz besondere Anerkennung für seine fahrerische Leistung zukommt. Zudem will die FIA die Elektromobilität dort promoten, wo sie in Zukunft stattfinden wird: im urbanen Raum. Es geht jedoch nicht nur um die Elektromobilität, sondern auch im weiteren Sinne um den schonenden Ressourceneinsatz.

Bildquelle: Pressefoto Audi

Sparsamer Ressourceneinsatz

Die Formel E hält ihre Rennveranstaltungen im Normalfall an einem einzigen Tag ab: Freies Training am Vormittag, Qualifying in der Mittagszeit und Rennen am Nachmittag. Üblicherweise finden die sogenannten E-Prix (in Anlehnung an den Begriff Grand Prix) samstags statt. Trotzdem weichen einzelne Events auf Sonntag oder gar Freitag aus. Darüber hinaus veranstaltet die Formel E in ausgewählten Städten Events mit zwei Rennen. Bei einem „Double-Header“ finden jeweils ein Saisonlauf am Samstag und einer am Sonntag statt. Der Gedanke des sparsamen Mitteleinsatzes setzt sich bei der Teamgröße fort. Pro Team gibt es zwei Fahrer und vier Autos. Insgesamt ist das Streckenteam eines jeden Rennstalls auf maximal 20 Personen im operativen Geschäft beschränkt. Zusätzlich kann jeder Rennstall zwei weitere Fahrer als Reserve-Piloten bestimmen.

Damit ein Engagement für die Teams bezahlbar bleibt, setzt die Formel E auf eine offizielle Kostenobergrenze. Außerdem wird ein maximaler Preis eines vollständigen Formel-E-Autos samt Antriebsstrang festgesetzt. Der Spargedanke wird auch an den Autos selbst sichtbar. Von Beginn an kommt ein Einheitschassis für alle Teams zum Einsatz. Mit dem Start in die Saison 2018/19 löste der „FE18 Spark Racing Technology“, besser bekannt unter dem Namen „Gen2“, den in den ersten vier Jahren eingesetzten „Sport SRT_01E“ ab. Nachdem die Autos der Formel E im ersten Jahr auch mit identischen Antriebssträngen auf die Strecke gingen, ist seit dem zweiten Meisterschaftsjahr die Eigenentwicklung an E-Motor, Inverter, Getriebe, Hinterradaufhängung und Software für eingeschriebene Hersteller erlaubt.

Lange Zeit waren die Batterien nicht in der Lage, über eine gesamte Renndistanz durchzuhalten. Die Fahrer wechselten mitten im Rennen das Auto, was sich nicht gerade nach Nachhaltigkeit und Schonung von Ressourcen anhört. Dies änderte sich jedoch in der Saison 2018/19, als der Wechsel von einer von Williams Advanced Engineering entwickelten Batterie mit 28 kWh nutzbarer Energie zu einem Einheitsbauteil, das einer Kooperation zwischen McLaren Applied Technologies, Sony und Lucid Motors entstammt, erfolgte. Das Aggregat speichert insgesamt 54 kWh Energie, von denen den Fahrern im Rennen 52 kWh zur Verfügung stehen. Als Reifenlieferant der Formel E steuert Michelin profilierte 18-Zoll-Allwetterreifen bei, die auf Nachhaltigkeit ausgelegt sind und in der Regel einen gesamten Renntag überstehen. Im Gegensatz zu Formel-1-Reifen, die in verschiedenen Ausführungen verwendet und an einem Rennwochenende mehrfach gewechselt werden.

Bildquelle: Pressefoto © voestalpine AG

Elektroautomarkt kommt langsam in Fahrt

Die Formel E soll nicht nur Marketing und eine Gelegenheit für die Automobilkonzerne sein, sich als besonders fortschrittlich und umweltbewusst zu präsentieren. Genauso wie im Fall der Formel 1 sollen Entwicklungen in der Formel E irgendwann in elektrisch angetriebene Serienfahrzeuge eingebaut werden und somit im Alltag Verwendung finden. Trotz der Versuche vieler Autohersteller, das Geschäft mit Elektrofahrzeugen anzukurbeln, bleibt der Bereich eMobility im Vergleich zur gesamten Autobranche immer noch ein Nischenbereich. Laut Statistiken des Kraftfahrt-Bundesamtes waren zum Stichtag 1. Januar 2019 in Deutschland rund 47,1 Millionen Personenkraftwagen (Pkw) zugelassen. Bei den Pkw waren Benzin (65,9 Prozent) und Diesel (32,2 Prozent) die häufigsten Kraftstoffarten. Mit 83.175 Autos kamen die reinen Elektrofahrzeuge zuletzt auf einen Anteil von gerade einmal 0,2 Prozent, während das Kraftfahrt-Bundesamt immerhin noch 341.411 Hybrid-Pkw (0,7 Prozent) zählte. Der Plug-in-Hybridfahrzeugbestand lag bei 66.997 (0,1 Prozent). Den Rest stellten Flüssiggasangetriebene und erdgasangetriebene Pkw. Zwischen dem Hype um Elektroautos und den tatsächlichen Verkaufszahlen klafft immer noch eine sehr große Lücke. Dies hat verschiedene Gründe:

Elektroautos weisen immer noch relativ geringe Reichweiten auf. Niemand will auf einer langen Fahrt stehen bleiben, weil der Akku leer ist und gerade keine Ladestation in der Nähe ist. Dies führt uns gleich zu Problem Nummer zwei. Das Netz von Ladestationen muss kräftig ausgebaut werden. In Innenstädten können Autofahrer bereits in Parkhäusern und an vielen anderen Orten Strom tanken, allerdings geht selbst dort der Ausbau nicht schnell genug voran. Das musste zum Beispiel die Stadtverwaltung in Oslo erleben. Die norwegische Regierung hat den Kauf von Elektrofahrzeugen jahrelang massiv mit Steuererleichterungen angekurbelt, allerdings kam man mit dem Bau von Ladestationen nicht nach. Dies wird vor allem in der Hauptstadt deutlich. Nun ging die Stadtverwaltung von Oslo so weit, für das Laden von Elektroautos auf kommunalen Parkplätzen eine Gebühr zu verlangen. Darüber hinaus soll massiv in den Aufbau neuer Ladestationen investiert werden. Ein weiterer Grund, warum die Verkäufe von Elektroautos noch nicht angesprungen sind, ist der Preis. Eine aktuelle Untersuchung des europäischen Automobilverbandes ACEA (European Automobile Manufacturers’ Association) zeigt, dass Elektroautos vor allem in Ländern der Europäischen Union mit einem relativ geringen Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf gemieden werden.



Kurz nachgefragt bei… Gebhard Hruby

Er ist Geschäftsführer der Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg mbH (PBW) und spezialisiert auf E-Mobilität und innovative Parklösungen in Baden-Württemberg. Die PBW betreibt landesweit 80 öffentliche Parkobjekte und 120 Behördengaragen und hat eine flächendeckende Ladeinfrastruktur mit derzeit 300 Ladepunkten aufgebaut.

Wie wird in Baden-Württemberg – speziell in Stuttgart – das Angebot an Elektrotankstellen angenommen?
An einigen Standorten spüren wir schon jetzt, dass die Nachfrage das derzeitige Angebot übersteigt. Dadurch, dass die Ladeinfrastruktur ohne vorherige Anmeldung mit dem Parkticket freigeschaltet werden kann, ist die Nachfrage speziell an den Innenstadtstandorten deutlich gestiegen. Für alle Nutzer die auf Nummer sicher gehen möchten, steht unser Mobilitätsdienst „Parken-Laden“ (www.parken-laden.pbw.de) mit Reservierungsfunktion zur Verfügung. Damit können in den Städten Stuttgart und Karlsruhe einzelne Ladepunkte im Voraus reserviert werden.

Mit dem Fahrverbot für alte Diesel in Stuttgart ist doch zu erwarten, dass es in der Region künftig noch deutlich mehr E-Autos in der Stadt geben wird, oder? Wie reagieren Sie darauf?
Wir werden unser Angebot in den nächsten Jahren massiv ausbauen. Ende des Jahres werden wir in der neuen Parkgarage der Landesbibliothek in Stuttgart 20 Ladepunkte (bei insgesamt 250 Stellplätzen) installieren. In den nächsten 3 bis 5 Jahren werden wir im Parkhaus Hofdiener in Stuttgart eine komplette Ebene mit ca. 100 Ladepunkten ausstatten. Wir gehen davon aus, dass wir mittelfristig 20 % der vorhandenen Stellplätze mit Ladepunkten versehen werden. Dies erfordert innovative Lösungen beim Ausbau der Energieversorgung und beim übergeordneten und lokalen Last- und Lademanagement.

Darf der E-Auto-Fahrer in den nächsten Jahren davon ausgehen, dass der Service weiter ausgebaut und noch nutzerfreundlicher wird?
Wir arbeiten derzeit in verschiedenen Pilot- und Forschungsprojekten gemeinsam mit Energieversorgern an Lösungen, die den Bedürfnissen der e-Dauerparker (Laden am Arbeitsplatz oder Wohnort) und den klassischen Kurzparkern (Ad-hoc) gerecht werden und den maximalen Komfort bei Bedienung und Verlässlichkeit bieten. Hierbei steht immer die Skalierbarkeit zu hohen Stückzahlen (Kosten pro Ladepunkt) im Mittelpunkt.



Bildquelle: Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg mbH

In rund der Hälfte der EU-Länder liegt der Anteil von Elektrofahrzeugen an der Gesamtzahl der Pkw unter 1 Prozent. In diesen Ländern liegt das BIP pro Kopf bei weniger als 29.000 Euro. Zu diesen Staaten zählen demnach Italien, Spanien, Griechenland sowie weitere Staaten Zentral- und Osteuropas wie Litauen, Bulgarien oder die Slowakei. Laut ACEA-Statistiken wurden in Litauen im gesamten Jahr 2018 lediglich 93 Elektroautos verkauft. In Polen (BIP pro Kopf: 12.900 Euro) liegt der Anteil des Elektroautomarktes bei gerade einmal 0,2 Prozent, während Länder wie Finnland, Schweden und die Niederlande mit einem BIP pro Kopf von mehr als 42.000 aufwarten und der Elektroautomarkt einen Anteil von mehr als 3,5 Prozent am gesamten Pkw-Markt einnimmt. Die Gesamtbilanz sieht allerdings auch nicht besonders beeindruckend aus. Im Jahr 2018 waren EU-weit lediglich 2 Prozent aller neu zugelassenen Pkw elektrisch aufladbar. Laut ACEA-Generalsekretär Erik Jonnaert liegt es an den europäischen Regierungen, Anreize für einen Umstieg auf Elektrofahrzeuge zu schaffen. Dabei müsste in erster Linie die Bezahlbarkeit der neuen Technologien angegangen werden.



Wenn es um die Mobilität und das Auto der Zukunft geht, spielt nicht nur der elektrische Antrieb eine wichtige Rolle. Die Fahrzeuge werden in Zukunft ganz anders aussehen als heute. Die Automobilindustrie entwickelt unter anderem Roboterautos. Schon heute ist die in den Fahrzeugen verbaute Technik umfangreich und wäre uns vor wenigen Jahren ziemlich abgehoben vorgekommen. Fahrerassistenzsysteme sind in vielen Pkws, Lkws und Bussen bereits Standard. Die Vernetzung des Automobils nimmt immer weiter zu. Zunächst einmal geht es um eine verbesserte Sicherheit und die Steigerung des Fahrkomforts. Im Zeitalter der Digitalisierung wird zukünftig jedes Auto mit dem Internet verbunden sein. Entsprechende Sicherheitssysteme werden umso wichtiger. Das Thema Cyber-Security ist schon heute von höchster Bedeutung. In Zukunft müssen auch Autos davor bewahrt werden, von Hackern gekapert zu werden. Die Entwicklung entsprechender Sicherheitssysteme, aber auch die Auswertung der enormen Datenflut zukünftiger Autos bieten umfangreiche Betätigungsfelder, auch für Konzerne, die bisher mit der Autoindustrie wenig am Hut hatten. Angesichts der erwarteten Umwälzungen in der Automobilindustrie eröffnen sich Anlegern große Möglichkeiten. Besonders aussichtsreiche Unternehmen sind im Solactive Auto der Zukunft Index zusammengefasst. Dieser bildet die Kursentwicklung von Unternehmen ab, die für den Automobilsektor eine zunehmend große Rolle spielen, darunter Zulieferer, Halbleiter- und Komponentenhersteller sowie Anbieter von Funk- und Sicherheitssystemen und weiteren Technologien. Mit einem X-markets Index-Zertifikat (WKN: DS8AUT / ISIN: DE000DS8AUT5) können Anleger auf einen Anstieg des Index setzen.

Solactive Auto der Zukunft Index Open End Index Zertifikat
WKN DS8AUT
ISIN DE000DS8AUT5
Emissionstag 16. August 2018
Produkttyp Index Zertifikate (Solactive)
Emittent Deutsche Bank
Sitz Frankfurt, Deutschland
www xmarkets.db.com


Nicht nur eine Preisfrage

Die Automobilhersteller wollen nicht nur auf weitere Steuervergünstigen oder Bonuszahlungen für den Kauf von Elektroautos warten. Sie selbst versuchen, Elektrofahrzeuge für Ottonormalverbraucher bezahlbar zu machen. Der kalifornische Elektrowagenbauer Tesla (WKN: A1CX3T / ISIN: US88160R1014) will sein „Model 3“ dank massiver Kostensenkungen und Stellenstreichungen für 35.000 US-Dollar anbieten. In den vergangenen Jahren konnte das Unternehmen die Produktion des Fahrzeugs in den Griff bekommen. Zu Jahresbeginn gab es Probleme mit den Auslieferungen nach China und Europa. Doch auch diese Schwierigkeiten sollte der Elektroautopionier, unter anderem dank neuer Werke in Shanghai und in der Nähe von Berlin, mit der Zeit in den Griff bekommen. Zumindest, wenn man dem charismatischen Konzernchef Elon Musk Glauben schenken möchte. Zumal Tesla nicht nur auf Elektroautos setzt, sondern auch auf das autonome Fahren.

Auf einer Investorenveranstaltung am 22. April 2019 sagte Musk, dass Tesla schon im kommenden Jahr rund 1 Million selbstfahrende Autos, so genannte Robotaxis, auf der Straße haben will. Ein interessanter Gedanke. Wer sein Auto gerade nicht benötigt, lässt es autonom andere Menschen durch die Gegend herumkutschieren und verdient dabei auch noch Geld. Auch Tesla will mitverdienen. Elon Musk schwebt ein globales „Tesla Network“ rund um Robotaxis vor. In zwei Jahren will Tesla seine Autos nicht einmal mehr mit Lenkrad oder Fußpedalen ausstatten. Schließlich hätten sämtliche Tesla-Fahrzeuge schon heute die notwendige Ausstattung, um autonom zu fahren. Tesla ist jedoch nicht allein, wenn es darum geht, die Mobilität der Zukunft zu entwickeln. Die großen Hersteller haben eine Vielzahl von neuen elektrisch angetriebene Fahrzeugmodellen angekündigt.

Volkswagen legt sich besonders stark ins Zeug

Unter den großen Herstellern hat sich besonders Volkswagen (WKN: 766403 / ISIN: DE0007664039) ins Zeug gelegt, wenn es darum geht, neue elektrisch angetriebene Modelle auf den Weg zu bringen. Auch die beiden Premiummarken Audi und Porsche machen kräftig mit. Laut eigener Aussage treibt Volkswagen die E-Mobilität so konsequent und engagiert voran wie kaum ein anderer Autohersteller. Möglicherweise will man auf diese Weise die Autowelt vergessen lassen, dass es die Wolfsburger waren, die den „Dieselskandal“ ins Rollen gebracht hatten.

Zuletzt passte der Konzern seine Langfristplanung für die nächsten zehn Jahre an. Bis 2029 sollen bis zu 75 reine E-Modelle auf den Markt gebracht werden und dazu etwa 60 Hybridfahrzeuge. Für die E-Offensive investiert der Volkswagen-Konzern kräftig in die Mobilität der Zukunft: Für Investitionen und Entwicklungskosten allein für Zukunftsthemen wie 
Hybridisierung, Elektromobilität und Digitalisierung hat man bei VW für den Zeitraum 2020 bis 2024 knapp 
60 Mrd. Euro veranschlagt. Rund 33 Mrd. Euro davon will der Konzern alleine für die Elektromobilität ausgeben.

Wie auch in der Vergangenheit will die Kernmarke VW für attraktive, jedoch bezahlbare Modelle stehen. Grundlage der E-Strategie ist der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB), eine eigens für das E-Auto geschaffene Technologie-Plattform. Als weltweit erstes Serienfahrzeug auf MEB-Basis wird der Volkswagen I.D. ab Ende 2019 in Zwickau gebaut. Volkswagen will jedoch nicht nur Elektrofahrzeuge anbieten.



Die Autobranche investiert kräftig in neue Technologien. Die großen Hersteller haben eine Vielzahl neuer vollelektrisch fahrender Modelle oder Plug-In-Hybride angekündigt. Entsprechend groß dürfte in Zukunft die Nachfrage nach Batterien und den dafür benötigten Basismaterialien wie Lithium sein. Anleger sollten sich entsprechend positionieren. Zumal die Nachfrage nach Batterie- und Speicherlösungen nicht nur dank des erwarteten Booms im Bereich Elektromobilität in den kommenden Jahren befeuert werden sollte. Auch der zunehmende Ausbau der Erneuerbaren Energien sorgt dafür, dass immer bessere Speicherlösungen benötigt werden. Der Wind bläst nicht an jedem Tag gleich stark. Außerdem gilt es, die mithilfe der Sonne gewonnene Energie auch bei Nacht zur Stromerzeugung zu nutzen. Um diese Energie zu speichern und für die Zeit, in der sie am ehesten benötigt wird, verfügbar zu machen, müssen verbesserte Lösungen her. Bei tragbaren elektronischen Geräten und Elektroautos gelten Lithium-Ionen-Akkus derzeit als die beste Lösung. Das Leichtmetall Lithium ist jedoch nicht in unendlicher Menge vorhanden. Entsprechend könnten sich Unternehmen, die sich mit der Lithiumförderung und -verarbeitung beschäftigen wie der US-Spezialchemiekonzern Albemarle in Zukunft über gute Geschäfte freuen. Auch Batterieproduzenten wie der chinesische Elektroautobauer und Batterieproduzent BYD sollten von den Marktentwicklungen im Bereich Elektromobilität und Speichertechnologien profitieren. Sie sind nur zwei Vertreter des Solactive Battery Energy Storage Performance-Index. Dieser bildet die Entwicklung von vielversprechenden Unternehmen ab, die sich mit der Batterieproduktion oder der Lithiumförderung und -verarbeitung beschäftigen, ab. Anleger partizipieren mittels eines entsprechenden Partizipationszertifikats von Vontobel (WKN: VL53BE / ISIN: DE000VL53BE7) nahezu eins zu eins an potenziellen Kursgewinnen.

Open End Partizipationszertifikat auf den Solactive Battery Energy Storage Performance-Index
WKN VL53BE
ISIN DE000VL53BE7
Emissionstag 7. Dezember 2017
Produkttyp Partizipationszertifikate
Emittent Vontobel
Sitz Zürich, Schweiz
www zertifikate.vontobel.com


Wenn man sich die schiere Zahl an neuen elektrisch angetriebenen Fahrzeugen anschaut, stellt sich die Frage, wo die vielen benötigten Batterien und die als Vorprodukte eingesetzten Materialien wie Lithium herkommen sollen. Die Batterieproduktion wird von einigen wenigen asiatischen Herstellern bestimmt. Sie können Autokonzernen wie VW die Vertragsbedingungen diktieren. Lange Zeit hatten sich die Autokonzerne dagegen gewehrt, selbst in die Batteriezellenproduktion einzusteigen. Der Volkswagen-Konzern will nun jedoch im Rahmen seiner Elektro-Offensive knapp 1 Mrd. Euro in den Aufbau einer Batteriezellfertigung in Europa stecken. Als Standort für die Batteriezellfertigung wurde Salzgitter in Niedersachsen ausgewählt. Dort werden noch Verbrennungsmotoren gebaut. VW würde gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Neben der Versorgung des Konzerns mit den dringend benötigten Batterien könnten neue Aufgaben für die Mitarbeiter gefunden werden. Diese wären angesichts der abnehmenden Bedeutung von Verbrennungsmotoren von Entlassungen bedroht. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie wirtschaftlich die Batteriezellenproduktion in Europa im Gegensatz zu ihrer Fertigung in Asien sein wird.

Daimler & BMW: Auch Premiumanbieter setzen auf den Elektro-Trend

Die anderen deutschen Hersteller Daimler (WKN: 710000 / ISIN: DE0007100000) und BMW (WKN: 519000 / ISIN: DE0005190003) mischen ebenfalls im Bereich Elektromobilität und ab der kommenden Saison gemeinsam in der Formel E mit. BMW war Formel-E-Partner der ersten Stunde. Ab der Saison 2018/19 auch mit eigenem Werksteam. Mercedes-Benz hat seinen ersten rein elektrischen Rennwagen Anfang März im Rahmen des Genfer Autosalons 2019 enthüllt. Neben der Elektro-Marke der Stuttgarter, Mercedes EQ, die dem „Mercedes-Benz EQ Formula E Team“ auch seinen Namen gibt, ziert das Logo des bereits vorgestellten Teampartners SAP den Rennwagen. Das erste Formel-E-Auto der Schwaben wird „EQ Silver Arrow 01“ heißen – der nächste „Silberpfeil“. Das Formel-E-Engagement soll dazu beitragen, die Elektro-Strategie der Schwaben voranzubringen. Diese läuft unter dem Namen „Ambition2039“. Während der nächsten 20 Jahre soll die Neuwagenflotte von Mercedes-Benz Cars CO2-neutral werden, bereits 2030 peilt das Unternehmen mehr als 50 Prozent des Pkw-Absatzes mit Plug-In Hybriden oder rein elektrischen Fahrzeugen an.

Bildquelle: Pressefoto Daimler

Auch die gesamte Produktion soll umweltschonender vonstattengehen. Ab 2022 wird bereits die CO2-neutrale Produktion in Europa angepeilt. Zu diesem Zweck sollen konkrete CO2-Maßnahmen mit Lieferanten vereinbart werden. Die entsprechende Elektro-Modelloffensive wurde mit dem im Mai erfolgten Produktionsstart und der Verkaufsfreigabe des Mercedes-Benz EQC gestartet. Das Positive aus finanzieller Sicht: Der elektrifizierte SUV Mercedes-Benz EQC rollt im Mercedes-Benz Werk Bremen vom Band. Die EQ-Modelle werden auf derselben Linie gebaut wie Autos mit konventionellem oder Hybrid-Antrieb. Die Reichweite von 445 bis 471 km kann sich sehen lassen, dafür ist der Preis in der Basisversion ab 71.281 Euro nicht gerade für den Massenmarkt gedacht. Da ist der BMW i3 mit seinen 38.000 Euro in der Basisversion günstiger, kommt aber auch nur auf eine Alltagsreichweite von bis zu 260 km.

Wer es richtig edel haben möchte, kann einen Blick auf das BMW i8 Coupé für schlappe 138.000 Euro oder den i8 Roadster für 155.000 Euro werfen. Mit dem i8 hat BMW zumindest das lange Zeit vorherrschende Vorurteil widerlegt, wonach Sportwagenfans bei Elektrofahrzeugen beim Fahrspaß oder dem Aussehen der Autos Abstriche machen müssten. Allerdings bekommen weder i3 noch i8 einen direkten Nachfolger. Stattdessen setzt BMW auf Elektro-Modelle wie den MINI Electric, iX3, iNext, Vision i4 oder M Vision. Entsprechend ambitionierte Ziele hat sich auch BMW gesetzt. Bis Ende 2019 wollen die Münchner mehr als 500.000 elektrifizierte Autos auf die Straße bringen. Bis zum Jahr 2023 will der Konzern mindestens 25 elektrifizierte Modelle auflegen. Besonders wichtig für die BMW-Elektrooffensive ist der chinesische Markt. Ab 2022 will BMW den Anteil am Joint-Venture-Partner Brilliance auf 75 Prozent erhöhen. Auch die Produktion in Shenyang, der Hauptstadt der Provinz Liaoning im Nordosten Chinas soll ausgebaut werden. Gemeinsam mit Great Wall Motor will man zudem voll elektrische MINI-Fahrzeuge anbieten.

voestalpine: Leichte und feste Materialien aus Österreich

Nicht nur große Automobilkonzerne werkeln an der Mobilität der Zukunft. Zulieferer und Werkstofflieferanten wie der österreichische Technologiekonzern voestalpine (WKN: 897200 / ISIN: AT0000937503) sind ebenfalls mit von der Partie. Der ATX-Konzern ist seit der Saison 2018/19 bei der Formel E mit dabei und Hauptsponsor aller europäischen Rennen, den „voestalpine European Races“. Die voestalpine sieht sich als perfekten Partner, schließlich treibt der Technologiekonzern mit immer neuen Innovationen und Produktlösungen die Zukunft der Mobilität seit Jahren aktiv voran. Dabei hat auch die voestalpine die Entwicklung von Technologien innerhalb der Formel E und ihren späteren Einsatz im Alltag im Auge. Die Elektromobilität stellt noch höhere Ansprüche an die Leichtigkeit und die Festigkeit der eingesetzten Materialien. Die Österreicher sind dank der einzigartigen Kombination aus Werkstoffexpertise und Verarbeitungskompetenz für die Anforderungen der Automobilindustrie bestens gerüstet.

Bildquelle: Pressefoto © voestalpine AG


Kurz nachgefragt bei… Dr. Wolfgang Eder

Der Jurist stand seit 2004 an der Spitze der voestalpine AG, dem neuen Hauptsponsor der europäischen Formel E Rennen. Während seiner mehr als 40 Jahre andauernden Tätigkeit für das Linzer Unternehmen hat Eder das Auf und Ab der Stahlbranche hautnah erlebt. Dabei hatte er maßgeblichen Anteil daran, das Ende der 1980er-Jahre beinahe Pleite gegangene Stahlunternehmen zu einem weltweit führenden Technologiekonzern umzubauen. Den Börsengang im Jahr 1995 begleitete Eder bereits als Vorstandsmitglied, bevor er 2004 zum Vorstandsvorsitzenden ernannt wurde. Mit der Hauptversammlung 2019 endete seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender.

Wie will die voestalpine von der fortschreitenden Nutzung der Elektromobilität profitieren?
Durch die Vernetzung der konzernweit vorhandenen Kompetenzen sowie die konsequente Ausrichtung auf Forschung und Entwicklung wird die voestalpine auch im Zukunftsmarkt Elektromobilität eine führende Position als Technologietreiber einnehmen. Ob hochqualitativer Stahl als Werkstoff oder intelligente technologische Produkte etwa beim Einsatz in Elektromotoren – die voestalpine gestaltet mit ihren Lösungen auch in diesem Bereich die Zukunft der Mobilität aktiv mit.

Welche Gemeinsamkeiten sehen Sie mit der neuen Rennsportserie Formel E?
Die Automobilindustrie ist mit rund einem Drittel unseres Konzernumsatzes seit Jahren ein zentraler Innovations- und Wachstumstreiber für die voestalpine. Dabei sehen wir insbesondere in der Elektromobilität großes Potenzial, auf Basis unseres umfassenden automotiven Know-hows schneller als in den traditionellen Segmenten zu wachsen. Sowohl die Formel E als auch die voestalpine sind internationale Vorreiter, wenn es darum geht, im wahrsten Sinne des Wortes Technologien von morgen auf die Straße zu bringen und für die Serienherstellung nutzbar zu machen.

Was möchten Sie mit dem Sponsoring erreichen?
Die Vision einer ressourcenschonenden Mobilität verbindet uns mit den Akteuren der Formel E und wir wollen diese Zukunftstechnologie mit den ‚voestalpine European Races‘ auch einer breiten Öffentlichkeit näherbringen. Ziel unserer Partnerschaft mit der Formel E ist es, gemeinsam die Elektromobilität weiterzuentwickeln sowie den Technologietransfer zwischen Automobilzulieferern, -herstellern und -nutzern voranzutreiben.



Ob optimierte Elektrobänder, effizienteste Elektroband-Pakete oder stabile Batteriekästen und weitere Komponenten: voestalpine liefert hochanspruchsvolle Lösungen für E-Fahrzeuge. Laut der Studie „Die Rolle von Stahl in der Elektromobilität“ des Handelsblatt Research Institute könnten bis 2025 bereits mehr als 14 Millionen Elektrofahrzeuge in der EU verkauft werden. Die voestalpine ist vor allem für ihr Elektroband bekannt. Dabei handelt es sich um einen flach gewalzten Stahl, der zu lamellierten Elektrobandpaketen gestapelt wird und Einsatz in Elektromotoren findet. Zudem geht die voestalpine das in der Elektromobilität wichtige Thema Leichtbau an. Die Österreicher haben unter anderem die Produktion von höchstfesten und gleichzeitig immer leichteren Karosserieteilen im Blick. Auf diese Weise dürfte die voestalpine von den Umwälzungen in der Autobranche und der Entwicklung der Mobilität der Zukunft in besonderer Weise profitieren.

FAZIT

Die Automobilbranche hat es derzeit wahrlich nicht leicht. Sie steht im Mittelpunkt des Handelsstreits zwischen der EU und den USA. Außerdem hat die Umstellung auf das neue Abgastestverfahren WLTP für große Verwerfungen innerhalb der Autoindustrie gesorgt, während der „Dieselskandal“ immer noch nicht aufgearbeitet wurde. Darüber hinaus müssen die Hersteller Milliardensummen in die Entwicklung neuer Technologien stecken. Dazu gehört neben dem autonomen Fahren vor allem die Elektromobilität. Gerade diese Investitionen sollten sich auszahlen. Es sind sogar ganz neue Geschäftsmodelle denkbar. Dies zeigt zum Beispiel der Fall Tesla mit den Robotaxis des kalifornischen Elektrowagenbauers. Andere Hersteller wie VW, BMW oder Daimler dürften sich ihren Vorsprung zunutze machen, den sie sich im Bereich der konventionellen Antriebe über die Jahrzehnte gesichert hatten, während Unternehmen wie voestalpine als Zulieferer gleich vom Erfolg der gesamten Automobilindustrie profitieren.

Bildquelle: Pressefoto © voestalpine AG

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