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Geld anlegen muss nicht immer nur etwas mit Aktien oder Finanzprodukten zu tun haben. Immer mehr Menschen haben das erkannt und setzen auf so genannte Passion-Investments. Dahinter verbergen sich Dinge wie Malerei, Sammlerweine, Oldtimer, hochwertiger Schmuck – alles Objekte, die ihren Wert daraus schöpfen, eine offensichtliche Rarität zu sein. Der emotionale Wert ist für den Eigentümer hoch und gerade deshalb sind auch die Aufbewahrung und die Absicherung gegen diverse Risiken so wichtig.

Es investieren immer mehr Menschen, denen man diese Lust am Passion-Investment auf den ersten Blick gar nicht ansieht. Ihr Lebensstil? Unauffällig. Ihre Einrichtung? Schlicht und bisweilen sogar einfach. Ein völlig normales Sofa oder eine günstige Küche reicht vielen. Aber diese Menschen wollen sich mit hochwertiger Kunst umgeben. Mit einem Gemälde oder Zeichnungen zum Beispiel – also Dingen, die ihre Individualität repräsentieren und an denen sie sich zu Hause erfreuen können. Individuelle Lebensart eben.

Mix aus Emotion und Geldanlage

Schaut man auf den Anteil dieses Mix aus Emotion und Geldanlage am Vermögen wird man überrascht sein. Laut Zahlen der Allianz Kunstversicherung steigt der Anteil am Vermögen, der für Leidenschaftliches investiert wird, von 19 Prozent in 2005 bis zum Jahr 2025 auf 38 Prozent. Seriöse Marktanalysen gehen davon aus, dass allein im Markt der so genannten High-Net-Worth-Individuals (also Anlegern mit Vermögenswerten von mindestens 1 Mio. US-Dollar) zwischen 10 bis 20 Prozent des Gesamtvermögens in Passion-Investments investiert sind. Bei einem Gesamtvermögen dieser Gruppe von derzeit über 60 Billiarden US-Dollar ist das eine beachtliche Größenordnung und umfasst neben den privat genutzten Anwesen auch Kunst, Schmuck, Uhren, Wein- und Whiskysammlungen bis hin zu edlen Oldtimern oder exklusiven Sammlerfahrzeugen.

Doch man muss nicht gleich zu den Superreichen schauen. Auch bei etwas weniger Betuchten ist der Trend hin zu mehr Lebensart im Alltag spürbar. Hinter dem Begriff „noble cocooning“ verbirgt sich die Vorliebe, seine eigenen vier Wände deutlich wertvoller und individueller einzurichten als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren. Der immer größer werdende Anteil am Vermögen, der für Leidenschaftsobjekte ausgegeben wird, ist mehr als nur die Investition in wertstabile oder wertsteigernde Gegenstände. Es ist stets auch ein Investment in Emotionen. Einfach zu wissen, dass ich jeden Abend, wenn ich nach Hause komme, dieses eine Bild über dem Sofa anschauen darf und gleichzeitig weiß: Es bringt mir (und meiner Nachwelt) auch noch Rendite!

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Absicherung muss sein

Doch gerade bei diesen werthaltigen Passion-Investments gilt es auch beim Versicherungsschutz genau hinzusehen. Die möglichen Risiken liegen wie beim normalen Hausstand auf der Hand. Neben Einbruch/Diebstahl, sind dies vor allem Feuer sowie Schäden durch Leitungswasser oder Unwetter (Blitzschlag, Sturm und Hagel). Genau diese Punkte werden auch durch eine klassische Hausratversicherung abgedeckt. Aber entscheidend sind hier die Versicherungssummen.

Es gibt zwei unterschiedliche Modelle, nach denen der Wert des Hausrates berechnet wird. Mit dem sogenannten Quadratmetermodell wird nicht der Wert jedes Einrichtungsgegenstandes addiert, sondern die Versicherungssumme wird pro Quadratmeter der Wohnung bzw. des Hauses kalkuliert. Dazu wird ein bestimmter Pauschalbetrag angesetzt. Dieser kann von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich sein. In der Regel liegt er zwischen 650 und 750 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Beim Versicherungssummenmodell werden dagegen alle Hausratgegenstände aufgezählt und bewertet, um die exakte Summe zu ermitteln. Das ist aber sehr aufwändig, gerade aber für Besitzer von Passion-Investments die einzige Möglichkeit auf realistische Versicherungssummen zu kommen. Der Grund ist einfach erklärt: Ein Einfamilienhaus mit 200 Quadratmeter Wohnfläche käme im Quadratmetermodell bei 750 Euro Versicherungssumme pro Quadratmeter auf eine Gesamtversicherungssumme von 150.000 Euro. Je nach Einrichtung und Passion-Investment ist das nicht genug.

Ist die Versicherungssumme kleiner als der Wert, spricht man von einer Unterversicherung. Im Schadenfall zahlt der Versicherer die vereinbarte Leistung daher nur anteilig aus. Gerade bei wertvollen Passion-Investments wäre der Schaden doppelt: Das Investment ist futsch und eine Entschädigung fehlt auch. Daher sollte eine Hausratversicherung immer entsprechend angepasst werden, wenn es neue Passion-Investments gibt.

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Die Alternative

Wer sich nicht mit einer klassischen Hausratversicherung zufriedengeben möchte, sollte auf einen Spezialisten für Passion-Investments zugehen. Entsprechende Kunst- oder Sammler-Tarife haben meist exotische Produktnamen, sind aber in der Leistung klar definiert. Mit speziellen Tarifen wird dann nicht nur der Hausrat geschützt, sondern auch hochwertige Einrichtung bis hin zu kostbarem Schmuck und exklusiven Sammlungen abgesichert. Angeboten werden entsprechende Tarife ab einer Versicherungssumme von 250.000 bis 300.000 Euro. Abgedeckt sind dann die unterschiedlichsten Werte – egal ob Schmuck, Wein, Oldtimer oder Gemälde. Die Versicherungsprämie ist nicht zwangsläufig höher als für eine gewöhnliche Hausratversicherung. Letztlich hängt die Höhe der Versicherungsprämie von der Höhe der Versicherungssumme, den heimischen Sicherheitseinrichtungen und der Zusammensetzung der Sammlung ab. Manche Versicherer bieten zudem Mitgliedschaften im Art-Loss-Register an. Dabei handelt es sich um die weltweit größte Datenbank verlorener und gestohlener Kunstwerke. Auf diese Weise kann die Versicherung es ermöglichen, rasch gestohlene Gegenstände auf Auktionen oder im Kunsthandel aufzuspüren.


Kurz nachgefragt bei…

Eric Wolzenburg
Leiter der Kunstversicherung der Allianz Deutschland AG
www.allianz.de

Wer sollte sich statt einer Hausratversicherung für eine Kunstversicherung entscheiden?
Kunden, die ihr Haus oder ihre Wohnung exklusiv mit zum Beispiel hochwertigen Designermöbeln, Antiquitäten, Kunstgegenständen oder Bildern eingerichtet haben, benötigen einen besonderen Schutz, der über eine klassische Hausratversicherung hinausgeht. Gleiches gilt für Liebhaber von kostbarem Schmuck, wertvollen Armbanduhren, exklusiver Bekleidung und Accessoires, Musikinstrumente oder einer Weinsammlung. Eine Hausratversicherung mit Versicherungsschutz gegen beispielsweise Brand, Einbruchdiebstahl oder Leitungswasser kann diese exklusiven Stücke nicht umfassend absichern. Eine Allgefahrenversicherung wie die Allianz Kunstversicherung bietet einen deutlich umfassenderen Schutz und dies weltweit. Versichert sind hier zum Beispiel sogar Schäden, die der Kunde, Familienangehörige oder Besucher versehentlich verursachen. Zudem gehen die Leistungen weit über eine rein finanzielle Absicherung hinaus. Die Allianz Kunstexperten beraten unsere Kunden auch zu Aufbewahrung, Konservierung, Sicherung und Transport.

Unterstützt ein Versicherer den Kunstliebhaber bei der sicheren Aufbewahrung der Kunst?
Ja, selbstverständlich darf der Kunde eine qualifizierte Unterstützung und Beratung erwarten. Sei es nun zu Aufbewahrungs-, Hängungs- und Konservierungsaspekten, Hilfe beim Transport von Sammlungsobjekten bis hin zu Sicherungsfragen zur Vermeidung von Einbrüchen in das versicherte Objekt.

Was kann ein Versicherer im Fall eines Diebstahls bzw. einer Zerstörung leisten?
Zum einen kann ein finanzieller Ausgleich erfolgen. Aber bitte bedenken Sie: Es handelt sich hier um exklusive bzw. Liebhaberstücke, die für den Kunden oft unersetzlich sind. Daher bieten wir unseren Kunden im Falle eines Diebstahls an, für die abhanden gekommenen Sachen Ersatz zu beschaffen oder beschädigte Sachen in die Hände eines qualifizierten Restaurators oder Juweliers zu leiten. Dazu nutzen wir ein Netzwerk aus Galeristen, Auktionshäusern, Juwelieren und Konzessionären.


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