Oldtimer sind en Vogue. Die Klassiker von Mercedes oder Porsche sind dabei sicher kein schlechtes Investment. Aber warum muss es immer das Modell sein was alle gerne hätten und nicht einmal etwas Ausgefallenes? Die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr ist einem dann gewiss und als Investment kann ein solches Fahrzeug oft auch überzeugen. Keine Angst – die folgenden extravaganten Fahrzeuge waren auch in der Vergangenheit nicht nur etwas für Freaks, sondern bereits damals regulär im Straßenverkehr zu finden. Wenn vielleicht auch nicht in großen Stückzahlen…

Der Lagonda Serie 2-4 (Bildquelle: Pressefoto Aston Martin)

Lagonda Serie 2-4
Der britische Sportwagenhersteller Aston Martin ist vor allem für seine sportlich-luxuriösen Modelle bekannt, um die selbst James Bond nicht herumkommt. In Ausgabe 1/2019 haben wir uns dem Mythos Aston Martin gewidmet. Weniger bekannt ist, dass Aston Martin mit der Lagonda-Serie 2-4 auch im Markt der sportlichen Luxuslimousinen sehr aktiv war. Zu verdanken hat die Automobilwelt das extravagante Fahrzeug den Geschäftsleuten, die Aston Martin 1975 übernommen hatten. Diese beauftragten William Towns ein aufsehenerregendes neues Produkt zu erschaffen. Heraus kam der spektakuläre und futuristisch anmutende viertürige Lagonda, der von 1978 bis 1989 aber nur 645 mal gebaut wurde. Neben der aerodynamischen Keilform zeichnet sich der Lagonda durch seine einzigartigen elektronischen Instrumente und Schaltgeräte aus. Der 5,3-Liter-Achtzylindermotor leistete bis zu 304 PS.

Der DeLorean DMC-12 (Bildquelle: Pixabay_dtavres)

DeLorean DMC-12
Die Filmreihe „Zurück in die Zukunft“ macht das einzige Fahrzeugmodell der DeLorean Motor Company weltbekannt. Die von Giorgio Giugiaro gezeichnete Keilform und der matte Glanz der gebürsteten unlackierten Edelstahlkarosserie des Flügeltürers ließen den DeLorean DMC-12 modern und einzigartig erscheinen. Davon wurden auch die Macher des Science-Fiction-Films „Zurück in die Zukunft“ inspiriert, weshalb das Fahrzeug in allen drei Filmen der Reihe um Michael J. Fox und Christopher Lloyd als Zeitmaschine dient. Die Popularität des Films konnte dem Absatz des Fahrzeugs jedoch nicht mehr helfen, denn aufgrund gewaltiger Qualitätsprobleme wurden nur knapp 9.000 Fahrzeuge 1981 und 1982 hergestellt. Zwar lieferte der 2,8 Liter Sechszylinder 132 PS, aber das half nicht, die mangelhafte Serienproduktion wett zu machen. Es folgte die Pleite des Unternehmens und das extra für DeLorean gebaute Werk im nordirischen Dunmurry diente fortan als Beispiel für misslungene Standortsubventionierung.

Der BMW M1 (Bildquelle: Pressefoto BMW)

BMW M1
Keilförmiges Design stand in den 1970er-Jahren bei vielen Designern hoch im Kurs. Daher verwundert es nicht, dass auch BMW ein entsprechendes Fahrzeug im Angebot hatte. Zwischen 1978 und 1981 wurden immerhin 460 Exemplare dieses Supersportlers gebaut. Die Idee hinter dem M1 war es, ein Rennfahrzeug für die Markenweltmeisterschaft und verschiedene deutsche und amerikanische Wettbewerbe zu entwickeln, das auch alle Voraussetzungen für eine Straßenzulassung erfüllt. Jochen Neerpasch, der damalige Geschäftsführer der erst 1972 gegründeten BMW Motorsport GmbH, hielt sich dabei an der Studie BMW turbo aus dem Jahr 1972. Während die Klappscheinwerfer auch im M1 Verwendung fanden, verzichtete der italienische Designer Giorgetto Giugiaro auf die Flügeltüren. Der eingebaute 3,5 Liter große Reihensechszylinder sorgte für 277 PS und damit jede Menge Fahrspaß auf Rennstrecke und Straße. Mit dem M1 wurde die Grundlage für die noch heute vielfach geschätzten M-Modelle der BMW-Serienfahrzeuge gelegt.

Der Opel GT (Bildquelle: Pixabay_Capri23auto)

Opel GT
Der Ausspruch „Nur Fliegen ist schöner“ ist auch heute noch bekannt bei alt und jung. Dass dieser Satz einmal der Werbeslogan eines Opel-Modells – und das durchaus zu recht – war, ist heute schwer vorstellbar. Ein Modell wie der Opel GT wirkt heute aus der Zeit gefallen. Das zweisitzige Coupé wurde zwischen 1968 und 1973 rund 103.000-mal gebaut und ist dennoch heutzutage selten auf den Straßen zu sehen. Das liegt u.a. daran, dass die Hälfte etwa in den USA verkauft wurde. Dort war sie als Baby-Corvette sehr beliebt. Kein Wunder, denn die Handschrift von Opel-Designer Erhard Schnell ist bereits dort erkennbar und hat noch immer nichts von seinem Charme verloren. Die Klappscheinwerfer und das abgeschnitten wirkende Heck sind ein zeitloses Markenzeichen. Der GT wurde in zwei Motorisierungen (60 und 90 PS) und Ausstattungsseitig als Standardvariante und abgespeckte „Junior“-Version angeboten.

Der Citroën SM (Bildquelle: Pressefoto Citroen)

Citroën SM
Design wurde bei Citroën seit jeher groß geschrieben. Kein Wunder also, dass ein Auto wie der Citroën SM aus Frankreich kommt. Dabei gelang es dem Designer Robert Opron einzigartiges Aussehen mit hohem Komfort und einem Sechszylinder-Motor mit 170 PS von Maserati zu verbinden. Der Spitzname „Das fliegende Sofa“ kann also durchaus als Programm angesehen werden. Noch heute gilt der extrem flache, aerodynamische Citroën SM mit einem cw-Wert von 0,32 als echte Stil-Ikone. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 220 km/h galt der Citroën SM für einen langen Zeitraum als schnellstes frontangetriebenes Serienfahrzeug. Doch auch sonst konnte das Fahrzeug überzeugen. Etwa durch das hydropneumatische Fahrwerk mit konstanter Bodenfreiheit, vier Hochdruck-Scheibenbremsen mit zwei unabhängigen Bremskreisen vorne und hinten sowie lastabhängiger Bremskraftregelung, einer völlig neu entwickelten Servolenkung und sechs Scheinwerfer mit automatischer Höhenkorrektur. Gebaut wurde das Fahrzeug allerdings nur fünf Jahre lang. 1975 war nach knapp 13.000 Fahrzeugen Schluss.

Der Volvo 262 C (Bildquelle: Pressefoto Volvo)

Volvo 262 C
Schwedische Autos waren lange der Inbegriff für Sicherheit im Straßenverkehr. Die von 1974 bis 1984 gebaute Baureihe 260 war sicherlich an diesem Ruf maßgeblich beteiligt. Wenig bekannt ist das Coupé 262C aus dieser Baureihe, das zwischen 1976 und 1982 im italienischen Bertone gefertigt wurde. Charakteristisch waren das im Vergleich zur Limousine 10 cm niedrigere Vinyldach und die deutlich stärker geneigte Frontscheibe. Anfangs wurden die Wagen ausschließlich in Silbermetallic mit schwarzem Vinyldach geliefert. Ab 1979 war auch Goldmetallic verfügbar. Erst ab Herbst 1980 waren darüber hinaus auch die Farben Schwarz, Braun und Hellblaumetallic erhältlich – wahlweise mit oder ohne Vinyldach. Insgesamt wurden rund 6.600 Fahrzeuge dieses eigenwilligen Coupés gebaut. Motorisiert war es mit dem Sechszylinder-PRV-Motor, der zwischen 140 und 155 PS leistete. Neben Klimaanlage, Tempomat und Sitzheizung waren Ledersitze, Wurzelholz, elektrische Fensterheber sowie Servolenkung serienmäßig. In Europa sind die Fahrzeuge heute kaum noch zu sehen, da Dreiviertel der Produktion in den USA verkauft wurden.

Bildquelle: Pressefoto Volvo

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