Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Der November konnte nahtlos an die Gewinne im Oktober anknüpfen und die Rallye im DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) fortsetzen. Dabei übersprangen wir nicht nur die runde Marke von 13.000 Punkten, sondern legten bis auf Freitag jeden Tag noch eine „Schippe“ an Performance drauf. So steht ein neues Jahreshoch bei 13.300 und eine November-Performance von knapp drei Prozent auf dem Kurszettel.

Gleich zum Wochenstart fiel die runde Marke von 13.000 Punkten und damit eine psychologische Barriere, über die sich Anleger im Oktober den Kopf zerbrochen und Charttechniker den Kopf gestoßen hatten. So titelte auch meine Vorwochenanalyse, welche als Bezug hier noch einmal verlinkt ist.

Dieser Schritt galt dann als weitere Initialzündung für die Bullen. Sie griffen freudig zu und verhalfen dem DAX zu einem starken Wochenauftakt und einem Gewinn von 151 Punkten. Doch dieses Niveau war noch lange nicht das Ende der Rallye. An den weiteren Handelstagen ging es ebenfalls weiter stetig nach oben. Vor allem die Meldung zum Handelsstreit zwischen China und den USA am Donnerstagmorgen heizte die Stimmung noch einmal an und verhalf dem DAX auf bis zu 13.300 Punkte. Es wurde eine erste Einigung erzielt, die zum schrittweisen Abbau der Strafzölle führt. Unterschrieben ist dies noch nicht – jedoch allein die Meldung genügte für eine Erleichterung an den Aktienmärkten. Das Ausruhen am Freitag ist daher nicht als Trendwechsel zu verstehen und tut dieser starken Woche aus Trend-Sicht keinen Abbruch.

Sehen Sie hier die einzelnen Handelstage noch einmal in der Zusammenfassung:

 

Sie zeigt eindeutig, wie stark das Momentum am Aktienmarkt auf der Oberseite ist. Sicherlich auch inspiriert durch die Rekordstände an der Wall Street in dieser Woche. Diese Bewegung ist im Chartbild als klar positiver Wochentrend zu sehen:

 

 

Dabei hat sich nun im großen Chartbild das Allzeithoch in greifbarer Nähe gezeigt. Es liegt nun nur noch wenige Prozent entfernt. Im Jahr 2017 standen wir mit 13.478 Punkten und gleich zum Start von 2018 mit 13.559 Punkten auf Rekordniveau, welches nun anvisiert werden könnte. So nah waren wir diesem Punkt seit mehr als einem Jahr nicht mehr.

Im Tageschart ist der Abstand entsprechend vermerkt und sollte übergeordnet dem Ziel der Bullen entsprechen:

 

 

Doch wie kann man solche Ziele und Szenarien entsprechend im Tageshandel umsetzen?

Ein Beispiel zeigte ich im Tradingroom Livetrading bei JFD* am Donnerstag auf, als in der kleineren Zeiteinheit ein Abwärtstrend entstanden war:

 

Trade aus dem Tradingroom
Trade aus dem Tradingroom

 

Weitere Trades von mir und ein täglicher Ausblick ist per Mail direkt hier zu erhalten.

 

Für die neue Woche orientiere ich mich vornehmlich an den Kurslücken, welche beim vorhandenen Trend entstanden sind. Sie kennzeichnen Anlaufmarken, an denen sich weitere Marktteilnehmer mit ihrem Handel ausrichten und die somit eine Bedeutung im Kursverlauf haben.

Bereits am Freitag sah man deutlich, wie schnell eine solche Kurslücke angelaufen und verteidigt werden kann. Auf XETRA-Basis war hier der Ausbruchsbereich vom Donnerstagmorgen, respektive das Hoch vom Mittwochabend sehr genau erreicht worden. Das GAP ist dabei vom Schlusskurs aus betrachtet nur noch sehr klein – ähnlich wie das GAP bei der 13.000er-Marke:

 

 

Kurse und Marktteilnehmer haben somit ein Gedächtnis und tendieren dazu, solche Bereiche erneut anzulaufen. Von daher ist der Bereich knapp unter 13.200 Punkten auch als Unterstützung mit der Option eines weiteren Tests zum Wochenstart zu verstehen, wie hier noch einmal kurzfristiger dargestellt ist:

 

 

Sollte dieser Bereich brechen, ist die Range von Dienstag / Mittwoch dann erneut spannend und der Fokus für Trader. Sie führt bis zur 13.110 hinab – wir erinnern uns an die Wochenmitte mit diesem Chartbild (entnommen aus der Tagesvorbereitung):

 

Gefahr im DAX
Gefahr im DAX

 

Zusätzlich, bei weiterem Druck und Range-Durchbruch, gilt dann die runde Marke und das GAP 2 aus dem Schaubild als übergeordnetes Ziel der Bären. Noch einmal die 13.000 zu testen ist für den großen Trend keine Gefahr und gibt den Bären und Tradern wieder etwas mehr Optionen.

Soweit ist es jedoch noch lange nicht. Der bisherige Verlauf der letzten Wochen zeigte immer wieder nach einer Konsolidierung von zwei Tagen spätestens neue Jahreshochs an. Somit sollte man nicht nur auf ein Signal auf der Unterseite warten, sondern aktiv im Trend auch die Signale auf der Oberseite entsprechend umsetzen.

Hierzu ist der kleine Abwärtstrend ab 13.300 Punkten aus meiner Sicht ein guter Trigger, der bei 13.250 Punkten entsprechend ein neues Kaufsignal generiert. Dieses ist in Richtung des Jahreshochs und, falls erneut dort die Dynamik anhält, weiterführend in Richtung Allzeithoch zu interpretieren:

 

 

Entsprechende Termine aus dem Wirtschaftskalender könnten hierfür Impulse liefern, da die Meldungen von Quartalszahlen langsam auslaufen.

Am Montag stehen um 10.30 Uhr das Bruttoinlandsprodukt von Grossbritannien und deren Arbeitslosenquote am Dienstag um 10.30 Uhr an.

Mit der ZEW-Umfrage zu den Konjunkturerwartungen werden am Dienstag 11.00 Uhr und mit den Verbraucherpreisen am Mittwoch um 8.00 Uhr die wichtigsten Daten aus Deutschland veröffentlicht.

Der Blick in die USA führt mit den Verbraucherpreisen am Mittwoch 14.30 Uhr und einer Rede von FED-Chef Jerome Powell um 17.00 Uhr ebenfalls am Mittwoch klar zu der amerikanischen Konjunktur in der Wochenmitte.

Für Deutschland und Europa wird jeweils das BIP am Donnerstag vorgelegt – 8.00 und 11.00 Uhr sind diese Termine, gefolgt von einer weiteren Rede von Jerome Powell um 16.00 Uhr.

Freitag klingt die Börsenwoche eher ruhig aus mit den Controlling-Daten zum US-Einzelhandel um 14.30 Uhr.

Kann die Wall Street dabei das Tempo mit weiteren Allzeithochs halten und den DAX entsprechend mitziehen?

Diskutieren Sie dies gerne mit anderen Tradern und mir und verpassen Sie nicht den jeweiligen Tages-Ausblick per Mail.

 

Ihr Andreas Mueller – Bernecker1977

*Platzierte Produkte/Tools sind entsprechend markiert und Werbung. Risikohinweis: Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.

 


 

andreasmuellerAndreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen.   Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

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