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Godewind Immobilien (WKN: A2G8XX / ISIN: DE000A2G8XX3), Spezialist für deutsche Büroimmobilien, sah anfangs nicht nach einer Erfolgsstory aus, auch wenn die Voraussetzungen recht günstig schienen. Das Duo Karl Ehlerding und Stavros Efremidis hatte sich nach der Kommunalen Wohnen AG und der WCM 3.0 erneut zusammengefunden, um einen weiteren Milliarden schweren Immobilienkonzern aus dem Nichts aufzubauen und hatten im Rahmen eines IPOs €375 Mio. in einem vormals leeren Aktienmantel eingesammelt: die Godewind Immobilien AG war geboren. Doch dann folgten holprige Börsenmonate um im Schlussquartal 2018 sackte der Börsenkurs vom Emissionspreis €4 auf unter €3 ab. Anfang 2019 sah ich die Chance gekommen und stieg bei Godewind ein. Ausführlich ist es hier nachzulesen: „Godewind: WCM re-reloadad oder Karl Ehlerdings nächster (genialer?) Immobilienstreich„.

Meine ursprüngliche Frage kann man heute klar beantworten, denn Godewind hat auf die großen Ankündigungen noch größere Taten folgen lassen und der Aktienkurs hat sich wieder auf deutlich über €4 erholt. Das Plus seit Jahresanfang summiert sich auf fast 50%. Völlig zu Recht, wie die gerade vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal eindrucksvoll belegen. Doch was zwischen den Zahlen steht, das scheint der Markt übersehen zu haben. Noch!?

Von Null auf Zehn

Gestartet ohne Immobilienbestand kann Godewind zum Ende des dritten Quartals 2019 inzwischen zehn Büroimmobilien vorweisen mit einem Gesamtwert von €1,022 Mrd. Durch den Ankauf des „City Gate“ in Frankfurt am Main für €90,2 Mio. wurde der Ausbau des Büroimmobilienportfolios mit gezielt eingekauften Leerstandsflächen weiter vorangetrieben und somit die Basis für weiteres ertragreiches Wachstum in den nächsten Jahren gelegt.

Erklärte Geschäftspolitik von Godewind ist, gezielt Büroimmobilien mit erheblichem Leerstand zu erwerben, um dessen Wert durch zügige Vermietungserfolge zu heben. Und dabei erzielt man enorme Erfolge. So konnte der Leerstand des Büroimmobilien-Portfolios von rund 27% zu Beginn des Jahres auf nur noch knapp 11% per 30. September reduziert werden. Und das bei einer deutlich gestiegenen Zahl von Immobilien und damit auch Vermietungsfläche. Hier wirkt der große Ertragshebel und das gleich doppelt.

Ergebnisse des dritten Quartals

Das Konzernergebnis betrug im dritten Quartal 2019 €134,9 Mio. Dabei lagen die Erlöse aus der Objektbewirtschaftung bei rund €26,4 Mio. und die für Immobiliengesellschaften maßgeblichen Funds from Operations (FFO) bei rund €5,1 Mio. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die erst im laufenden Jahr erworbenen Objekte natürlich auch nur anteilig in den Zahlen Berücksichtigung finden, so dass die Werte auf ein ganzes Jahr betrachtet, deutlich höher liegen.

So wurden die Akquisitionen „Eight Dornach“ bei München und „Pentahof“ in Hamburg am 31. Januar geclosed und das „Y2“ in Frankfurt am 13. Februar dieses Jahres. Die „Herzogterrassen“ in Düsseldorf und das „Quartier am Zeughaus“ in Hamburg wurden im April geclosed und das „City Gate“ in Frankfurt schließlich zum 1. September.

Ausblick auf das Schlussquartal

„Unter gesamtwirtschaftlich etwas schwierigeren Rahmenbedingungen“ erwartet Godewind für das Schlussquartal des laufenden Geschäftsjahres eine weiterhin eine positive Geschäftsentwicklung. Die Fortschritte bei der Reduzierung des eingekauften Leerstands werden sich positiv auswirken und die FFO werden unter anteiliger Berücksichtigung der bisher erworbenen Objekte nun in einer Bandbreite von nun €8,5 Mio. bis €9,5 Mio. erwartet. Darin sind etwaige weitere Akquisitionen nicht enthalten…

Auf www.intelligent-investieren.net geht es weiter…

KissigEin Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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