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Die Inhaber geführte Industrieholding MBB (WKN: A0ETBQ / ISIN: DE000A0ETBQ4) ist eine wahre Erfolgsstory, die ich bereits seit 2012 als Aktionär und hier im Blog begleite. Der Glanz hat in den letzten anderthalb Jahren allerdings reichlich Patina angesetzt, denn nach dem durchschlagenden Erfolg mit der Automotive-Tochter Aumann (WKN: A2DAM0 / ISIN: DE000A2DAM03) zog die Krise in der Automobil- und Zuliefererindustrie auch Aumann und in deren Folge MBB mit in den Keller. Sowohl im operativen Geschäft als auch hinsichtlich des Aktienkurses.

Aumann ist aussichtsreich im Bereich der E-Mobilität positioniert, aber die Wachstumsraten und Gewinne dieser Sparte reichen (noch) nicht aus, um die Tristesse im klassischen Bereich abzufangen oder gar zu kompensieren. Bei allen Fortschritten ist und bleibt Aumann daher auch eine Wette auf eine nachhaltige Erholung im Automobilsektor.

MBB hat den heftigen Kursrückgang bei Aumann nicht zum Wiederaufstocken seiner Position genutzt (38%), sondern hat zuletzt zwei große Zukäufe in einem völlig anderen Segment vermeldet, das nicht nur aussichtsreich erscheint, sondern MBB ganz neue Möglichkeiten verschafft. Auch in Bezug auf Aumann…

Zunächst muss man sich erinnern, dass Aumann in der MBB-Konzernbilanz voll konsolidiert wird, obwohl MBB nur noch 38% an Aumann hält. Bedeutet, dass Aumanns Umsätze voll in der MBB-Bilanz auftauchen und auch die Erträge, dass von diesem am Ende allerdings 62% als Minderheiten abgezogen werden müssen.

Aumann stand damit für längere Zeit für mehr als die Hälfte der Umsätze und Gewinne im MBB-Konzern und es war erklärtes Ziel von MBB, diese Abhängigkeit und die damit verbundenen Chancen, aber vor allem auch Risiken, zu verringern. Das tat man mit dem Börsengang von Aumann und den anschließenden mehrmaligen Verkäufen von weiteren Aktienpaketen, bis man bei „nur“ noch 38% ankam.

Die zweite Möglichkeit neben den Teilverkäufen von Aumann-Aktien ist der Zukauf anderer Unternehmen. Hierfür hat MBB reichlich Cash in de Täsch, vor allem Dank der Aumann-Verkäufe zu hohen Kursen. Und man hat jetzt innerhalb kurzer Zeit gleich zweimal zugeschlagen.

Vorwerk, erster Akt: Die Übernahme

Im Juni übernahm MBB 60% der Friedrich Vorwerk KG aus Tostedt. Vorwerk zählt sich zu den „leistungsfähigsten deutschen Unternehmen im Rohrleitungs- und Anlagenbau für Industrie, Kommunen und Energieversorger“. Über den Kaufpreis wurde nichts verlautet. Vorwerk macht mehr als €100 Mio. Umsatz und kommt eher margenschwach daher. Für MBB bieten sich hier aber genau die Chancen und man betrachtet Vorwerk als neue Sparte, die man mittels weiterer Add-on-Zukäufe ausbauen und entwickeln will. Aufgrund er unterdurchschnittlichen Marge schlummern hier Potenziale, auch wenn MBB den anderen Eigentümern (Vorwerk Stiftung und Management) kaum radikal auf die Füße treten wird.

Ich nehme daher an, dass man für Vorwerk einen überschaubaren Kaufpreis bezahlt hat im mittleren zweistelligen Mio-Euro-Bereich. Der Deal passte zu MBB als Inhaber geführter Industrieholding: man baut ein neues Standbein auf, das man durch Add-ons stärken wird, woraus sich noch größere Potenziale ergeben. Und man kam mit dem Zukauf dem erklärten Ziel, im Jahr 2020 €750 Mio. Umsatz zu machen, einen großen Schritt näher.

Vorwerk, zweiter Akt: Das Add-on

Anfang November meldete MBB, dass die Tochter Friedrich Vorwerk KG (GmbH & Co.) 100% der Anteile an der Bohlen & Doyen Bau GmbH sowie der Bohlen & Doyen Service & Anlagentechnik GmbH vom französischen SPIE Konzern erworben hat – noch unter Vorbehalt der Genehmigung durch das Bundeskartellamt…

Auf www.intelligent-investieren.net geht es weiter…

Kissig Ein Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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