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Bausch Health (WKN: A2JQ1X / ISIN: CA0717341071) hieß früher Valeant Pharmaceuticals und wurde von Hedgefonds-Manager Bill Ackmann mal als „die neue Berkshire Hathaway“ tituliert. Er setze einen zweistelligen Milliardenbetrag auf das kanadische Unternehmen und dabei fast alles in den Sand. Ich habe das Unternehmen seit Anfang 2017 als Turnaround-Spekulation im Depot und der Kurs lag in diesen fast drei Jahren bereits um die 50% im Minus, aber auch schon um die 50% im Plus. In den letzten Wochen scheint sich die Turnaround-Spekulation nun aber endlich richtig Fahrt aufzunehmen und bei Kursen um €25 liege ich rund 70% im Plus. Und das dürfte noch nicht das Ende gewesen sein. Noch nicht einmal das Ende des Anfangs…

Der Absturz von Valeant ist auf auf eine Short-Attacke von Citron Research zurückzuführen, die von einem vernichtenden Bericht über Valeants unethische Geschäftspraktiken sowie eine ganze Reihe an Betrugsvorwürfen und Bilanzmanipulationen flankiert wurde. Und, das muss man an dieser Stelle mal ausdrücklich loben, Citron Research hat hier saubere Arbeit geleistet und die meisten Vorwürfe bestätigten sich mit der Zeit. Der Aktienkurs von Highflyer Valeant brach in sich zusammen und verlor über 90% – und Citron Research und andere Shortseller verdienten sich eine goldene Nase.

Dabei möchte ich als Kritiker von Short-Attacken an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass Citron Research sich bei Valeant um die Kapitalmarkthygiene verdient gemacht hat, denn das Aufdecken unsauberer Geschäftspraktiken und Bilanzbetrügereien hilft allen Anlegern – auch wenn es die investierte Aktionäre natürlich viel Geld kostet, weil der Aktienkurs einbricht. Und selbst wenn die Short-Attacke mit eigenen Leerverkaufspositionen und damit eigenen Gewinnerzielungsabsichten einhergeht, macht sie es nicht alleine deshalb unmoralisch oder anrüchig. Dies ist eine Short-Attacke nur dann, wenn mit falschen oder bewusst falsch interpretierten Darstellungen von Fakten die Kurse manipuliert werden. Aber zurück zum eigentlichen Vorgang und dem, was sich daraus entwickelte…

Wesentlicher Treiber von Valeant waren teure Übernahmen von Pharmafirmen oder -produkten, deren Preise anschließend vervielfacht wurden. Oft in Nischensegmenten, wo es keine Konkurrenzprodukte gab, so dass die Patienten sich nicht gegen die Erhöhungen wehren konnten. Es kam sogar zu Untersuchungen durch den US-Kongress. Am Ende musste Valeant Preiserhöhungen zurücknehmen und enorme Abschreibungen auf seine überteuerten Zukäufe vornehmen, was die Gewinne pulverisierte. Was blieb, waren die enormen Milliardenschulden. Und die großen Zweifel, ob Valeant diese jemals würde zurückzahlen können.

Und dann übernahm der Papa. Genauer gesagt Joe Papa übernahm die Führung von Valeant und erklärte, er werde das Business konsolidieren und durch Verkäufe die Schuldenlast senken. Auf diesen Aussagen fußt mein Investmentcase, bzw. meine Turnaround-Spekulation…

Auf www.intelligent-investieren.net geht es weiter…

Kissig Ein Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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