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In den vergangenen Tagen setzte so etwas wie eine Kursstabilisierung bei Silber ein. Allerdings können die Silberpreis-Bullen möglicherweise nicht darauf hoffen, dass sich die Preistreiber ähnlich wie zur Jahresmitte 2019 entfalten. Für die zwischenzeitliche Silberpreisrallye waren verschiedene Faktoren verantwortlich.

Wenn es an den Finanzmärkten turbulent zugeht, schauen sich Anleger nach mutmaßlich weniger riskanten Alternativen um. Dazu gehört vor allem Gold. Allerdings gelten auch andere Edelmetalle wie Silber als so genannte Sichere Häfen. Der Handelsstreit zwischen China und den USA sowie der Brexit und andere Marktunsicherheiten sorgten dafür, dass sich Investoren verstärkt diesen Sicheren Häfen zuwendeten. Darüber hinaus war die Geldpolitik vorteilhaft für die Silberpreisentwicklung.

Ende Juli hatte die US-Notenbank Fed erstmals seit der Finanzkrise die Leitzinsen gesenkt. Es folgten zwei weitere Zinsschritte. Eine lockere Geldpolitik drückt in der Regel den Dollarkurs nach unten. Da Silber wie viele andere Edelmetalle und Rohstoffe in der US-Währung gehandelt wird steigt auf diese Weise die Nachfrage. Gleichzeitig bedeutet eine lockere Geldpolitik, dass die Rendite von Gold- und Silberalternativen wie Anleihen sinkt. Auf diese Weise macht sich der Umstand nicht mehr so stark bemerkbar, dass Gold- und Silberinvestments keine laufende Verzinsung bieten. Zuletzt kehrten sich viele dieser Entwicklungen jedoch um.

Nach der dritten Leitzinssenkung in diesem Jahr hat die Fed signalisiert, vorerst auf weitere Zinsschritte zu verzichten. Außerdem hat die Brexit-Pause für etwas Entspannung an den Märkten gesorgt. Genauso wie die Aussicht auf eine Teileinigung im chinesisch-amerikanischen Handelsstreit. Die starke Kursentwicklung an den Börsen hat gezeigt, dass Anleger offenbar bereit sind, stärker ins Risiko zu gehen und auf so genannte Sicherheitsinvestments wie Edelmetalle vorerst verzichten können.

Außerdem könnten einige weitere Marktaspekte dafür sorgen, dass das Kurspotenzial für Silber begrenzt bleibt. Silber wird noch stärker als Gold in der Industrie verwendet. Die Konjunkturabkühlung in vielen Teilen der Welt spricht jedoch nicht gerade dafür, dass die Industrienachfrage besonders hoch ausfallen sollte.

Dagegen bleibt ein Deal im Handelsstreit zwischen China und den USA alles andere als sicher. Eine Eskalation könnte die Märkte erneut durcheinanderbringen und die Nachfrage nach Sicherheitsinvestments stärken. In diesem Fall könnte auch die Fed zur Freude der Silberpreis-Bullen schnell mit weiteren Leitzinssenkungen bereitstehen.

Spekulative Anleger, die steigende Silberpreise erwarten, könnten mit einem WAVE XXL Call der Deutschen Bank (WKN: DC0X93 / ISIN: DE000DC0X931) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 4,04, die Barriere bei 13,60 US-Dollar. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL Put der Deutschen Bank (WKN: DC65F5 / ISIN: DE000DC65F59, aktueller Hebel 3,98, Barriere bei 20,30 US-Dollar) auf fallende Silbernotierungen setzen.

Stand: 21.11.2019/ Ein Gastkommentar von Christian-Hendrik Knappe, db x-markets

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