Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Der Verfallstag ist nun abgearbeitet. Im Vorfeld und am so genannten Hexensabbat gab es noch einmal Bewegungen im DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) , welche für Trader in beiden Richtungen entsprechenden Chancen boten. Per Saldo änderte sich im Wochenverlauf jedoch wenig, so dass wir auf wenige Punkte Wochenveränderung in dieser DAX-Analyse blicken.

Im Fokus stand der Hexensabbat, welcher nur viermal im Jahr an den Terminbörsen stattfindet. Hier gibt es immer wieder starke Kursbewegungen, die unerwartet eintreten. Sie erfolgen teilweise losgelöst vom Geschehen an anderen Märkten und sind sehr schnell. Sich darauf einzulassen ist immer eine besondere Herausforderung. So verlief auch die Vorwoche im DAX mit gemischten Gefühlen. Am Montag jubelten Anleger noch über ein neues Jahreshoch im DAX bei 13.425 Punkten und am Donnerstag steuerten wir mit 13.140 Punkten erneut auf die untere Range-Kante im Chartbild zu. Somit eine Spanne von 285 Punkten, die in der Verfallswoche zu finden war. Alle anderen Ereignisse der Vorwoche wurden bereits abgearbeitet.

Dabei wurde das Jahreshoch eher schüchtern erreicht und hebt sich nur 2 Punkte vom Jahreshoch ab, welches nach der Parlamentswahl in Grossbritannien den DAX kurzfristig begeisterte:

Jahreshoch im DAX am Montag
Jahreshoch im DAX am Montag

Bereits am Dienstag stellt sich Verkaufsdruck am Markt ein, der uns bis Donnerstagmittag begleitete. Dabei sah es zwischenzeitlich wie eine Abkopplung von anderen Aktienmärkten aus, denn die Wall Street zeigte hier wenig Schwäche und notierte nahe ihres Allzeithochs:

Zwischenzeitlicher Downtrend im DAX in der KW51
Zwischenzeitlicher Downtrend im DAX in der KW51

Dieser Abwärtstrend konnte dann am Donnerstagabend getestet und fast schon pünktlich zum Verfall an den Terminbörsen am Freitag umgekehrt werden. Folgendes Chartbild diente mir hierbei als Trigger dieser Gegenbewegung – publiziert in meinem Tages-Ausblick per Mail:

DAX-Abwärtstrend der Woche
DAX-Abwärtstrend der Woche

Dieses Signal führte direkt zurück zur 13.300 und damit zur oberen Range-Kante, nachdem wir den Bereich „unten“ fast erneut angelaufen hatten:

DAX-Range erneut im Fokus
DAX-Range erneut im Fokus

Auf dieser Basis gilt es nun, die neue – mit wenigen Handelstagen versehene – Woche noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Denn die letzten Handelstage des Börsenjahres sind gezählt. Der Fokus vieler Marktteilnehmer lag in der Vorwoche auf dem Verfallstag. Nach dieser Abrechnung von Futures und Optionen startete dann für viele bereits die ruhige Zeit. Direkt vor und „zu“ Weihnachten kann daher an der Börse nicht mehr mit viel Dynamik gerechnet werden.

Mein Fokus ist daher erneut auf die Begrenzung der Range ausgerichtet, welche im Chartbild seit nunmehr mehreren Wochen ins Auge springt. Wir notieren per Schlusskurs am Freitag recht genau an der oberen Kante und könnten hier einen weiteren Anlauf zu den Jahreshochs sehen. Rund 100 Punkte trennen uns davon – eine Spanne, die wir an 3 von 5 Handelstagen der Vorwoche gesehen hatten. Das Jahreshoch ist somit auch das charttechnische Ziel der bullishen Bewegung, wenn die Range auf der Oberseite verlassen wird:

Ausbruch aus Range im DAX = Weihnachtsrallye?
Ausbruch aus Range im DAX = Weihnachtsrallye?

Sollte dieses Niveau jedoch nur von den „Hexen“ am Verfallstag noch einmal angelaufen worden sein und nach der Abrechnung kein weiterer Kaufbedarf bestehen, ist das Range-Trading mein übergeordneter Favorit. Mit 13.140 Punkten waren wir bereits fast an der unteren Kante angelangt und könnten hier den Kursbereich bis 13.110 erneut testen:

Range-Trading im DAX weiterhin möglich
Range-Trading im DAX weiterhin möglich

Maßgeblich wird also sein, wie sich der DAX am Montag im Bereich von 13.260 bis 13.325 Punkten verhält und wo die größere Dynamik auftritt. Zur Orientierung habe ich diesen Bereich im kurzfristigen Chartbild entsprechend markiert. Er galt in der Vorwoche immer wieder als Anlaufpunkt:

Wichtiger Bereich für das nächste DAX-Signal
Wichtiger Bereich für das nächste DAX-Signal

Hier lege ich meinen Trigger an und versuche bei Momentum entsprechend zu agieren. Gerade beim DAX stehen dafür nur noch zwei Handelstage zur Verfügung. An der Wall Street wird etwas mehr gehandelt als an der Deutschen Börse. In den USA ist nur der 25.12. ein offizieller Feiertag und an Weihnachten selbst wird etwas kürzer gehandelt.

Gänzlich anders verhält es sich mit unserem DAX. Dort ist vom 24. bis zum 26. Dezember kein Handel möglich. Einige Broker bieten dennoch Indikationen auf den DAX an, die man mit Zertifikaten oder CFDs handeln kann. Da der Referenzmarkt jedoch geschlossen hat, sind diese Notierungen sehr schwankungsanfällig und subjektiv.

Im Wirtschaftskalender sind für den Montag eine Menge Daten um 14.30 Uhr in den USA verzeichnet. Mit den Auftragseingängen für Gebrauchs- und Investitionsgüter und dem Chicago National Aktivitätsindex gibt es noch einmal „Futter“ für die Beurteilung der amerikanischen Wirtschaft.

Dienstag 14.55 Uhr stehen mit den Redbook-Daten und 16.00 Uhr mit dem Richmond Fed Produktionsindex vermutlich direkt vor der Bescherung in Deutschland die letzten Konjunktursignale auf dem Plan.

Danach geht es erst wieder am Donnerstag mit den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung in den USA 14.30 Uhr weiter und am Freitag mit diversen Arbeitsmarktdaten aus EU-Staaten wie Italien und dem EU-Wirtschaftsbulletin auch aus Europa.

Ich rechne mit keinen starken Bewegungen, so dass wir im DAX eine Jahresperformance von mehr als 20 Prozent verbuchen könnten. Somit ein erfolgreiches Jahr für alle Anleger, die auf eine Fortsetzung des Aufschwungs an der Börse gesetzt hatten. Wenn Sie dabei waren, geniessen Sie es und planen an den kommenden Tagen in Ruhe das neue Börsenjahr.

Gerne begleite ich Sie dabei auch weiterhin und halte Sie börsentäglich dazu mit meiner Meinung auf dem Laufenden – Konkretisiert wird dies im jeweiligen Tages-Ausblick per Mail.

Besinnliche Grüße zum Fest sendet Ihr Andreas Mueller

 

*Platzierte Produkte/Tools sind entsprechend markiert und Werbung. Risikohinweis: Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.


andreasmuellerAndreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen.   Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

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[…] die Weihnachtswoche auf Basis der Vorwochenanalyse bestätigte, dass hier an Handelsvolumen und Volatilität wenig zu erwarten war. Unser DAX […]