Ein neues (Anleger-)Jahr liegt vor uns. 2020, ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Per se ein gutes Jahr. Wir werden im Mai den 75. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs feiern dürfen, ebenso den 75. Jahrestag der Gründung der Vereinten Nationen. Und für die gefühlten 42 Millionen Bundestrainer in diesem Land – im Sommer steht die Fußball-Europameisterschaft an. Und an den Börsen? Dort werden wohl die altbekannten (Unruhe-)Treiber weiter das Geschehen bestimmen. Ändert das nun etwas an Ihrer Anlagestrategie? Wohl kaum, wenn Sie ein langfristig orientierter Anleger sind. Daran ändert auch die bevorstehende Wahl zum US-Präsidenten, ein weiteres wichtiges Ereignis in 2020, nichts.

Lesen bildet. Sagen wir unseren Kindern jeden Abend. Für Erwachsene gilt das manchmal vielleicht nur bedingt. Denn wenn Sie die aktuellen Bestseller-Listen betrachten, könnten Sie als Anleger Panikattacken bekommen. Wir werden 2020 nämlich ins Verderben an den Finanzmärkten laufen! „Der größte Crash aller Zeiten“ wartet auf uns! Die Kluft zwischen Arm und Reich wird laut einem bekannten Autoren-Duo immer größer und wir alle stehen vor „einer einmaligen Zeitenwende mit heftigsten Verwerfungen.“ Ein anderer Crash-Experte, ebenfalls ganz weit vorne in der Bestseller-Liste, schreibt gar vom „Weltsystemcrash“.

Alles kein Problem, wenn Sie die Bücher lesen, wissen Sie, wie jeder mit „ dieser neuen Weltordnung umgehen kann“. Wir waren in der Redaktion danach alle sehr froh. Vor allem, dass uns für nicht einmal 30 Euro pro Buch jeweils eine umfassende Lösung aller unserer Probleme offeriert wurde: Untern anderem die passende „maßgeschneiderte, individuelle Strategie“ für jeden mit Hilfe einer Honorarberatung. Und oben drauf gibt es natürlich die Möglichkeit, in die Investmentfonds der jeweiligen Autoren zu investieren. Ist es nicht schön, wenn einem die Crash-Propheten helfen wollen und das nur mit ein paar Prozenten für Fondsgebühren? Sehen Sie uns beiden bitte an dieser Stelle unseren Zynismus ein wenig nach. Aber wenn wir in den vergangenen fast 20 Jahren als Finanz-Journalisten eines gelernt haben, dann dieses: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Und drittens bekommen Crash-Propheten leider zu viel Zuspruch. Schon immer.

Eine Geschichte dazu. In Deutschland kam im Mai 2015 der Film „The Forecaster“ in die Kinos. Ein Dokumentarfilm, der sich mit den Finanzmärkten beschäftigt. Martin Armstrong, ein Analyst und Hauptakteur des Films, hat auf Basis der Zahl Pi ein „Economic Confidence Model“ entwickelt, mit dem er je nachdem eine größere Wirtschaftskrise oder ein Zusammenbruch der Märkte prognostiziert. Seine These: Es geschieht alle 8,6 Jahre oder noch genauer alle 3.141 Tage. Das ist das Tausendfache der Zahl Pi. Für den 1. Oktober 2015 hatte dann Armstrong auch den „Crash of Government“ prognostiziert. Passiert ist nichts…

Wir schrieben damals in unserem Blog über das Thema und auch in einem Interview mit dem „heute-journal“ sagten wir, dass eine seriöse Vorhersage von Crashs bei uns nur Kopf schütteln hervorruft. Zumindest nicht in dem Maße, dass man als Anleger daraus einen wirtschaftlichen Erfolg ziehen könnte. Heute sind wir nach wie vor dieser Meinung.

Das Gute ist, Sie haben es als Anleger selbst in der Hand. Investieren sollte Spaß machen und langfristig eine Rendite einbringen. Das funktioniert mit Aktien hervorragend. Sie sind im neuen Jahr im historischen Vergleich angemessen bewertet und ein Investment zahlt sich auch in 2020 für einen Anleger real weiterhin aus.

Wir finden, darauf könnten Sie mit ruhig einmal mit einem Glas Champagner anstoßen. Wie das am besten geht, zeigen wir Ihnen gerne in unserem Lebensart-Bereich auf. Wie sagte einst Karl Lagerfeld: „Man muss das Geld zum Fenster rauswerfen, damit es zur Tür wieder reinkommt.“

In diesem Sinne, wir wünschen Ihnen nur das Beste für 2020
und stets Erfolg bei Ihrer Geldanlage

Herzlichst,
Ihre marktEINBLICKE-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

Bildquelle: markteinblicke.de

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