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Ein erster wichtiger Schritt

Am 15. Januar 2020 war es endlich so weit. Nachdem der Handelsstreit zwischen den USA und China fast zwei Jahre gewütet und die Finanzmärkte in Atem gehalten hatte, unterzeichneten die beiden Wirtschaftsmächte eine erste Teileinigung. US-Präsident Donald Trump ließ es sich nehmen, seine Unterschrift unter den „phase one“-Deal im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Weißen Haus zu setzen. Von chinesischer Seite war unter anderem Vizepremier Liu He vertreten. In diesem ersten Handelsabkommen sind unter anderem Maßnahmen gegen den Diebstahl geistigen Eigentums und des erzwungenen Technologietransfers zu finden. Zudem verpflichtet sich China deutlich mehr Agrargüter aus den USA zu kaufen und Finanzdienstleistern einen verbesserten Zugang zum chinesischen Markt zu ermöglichen. Im Gegenzug werden die USA Peking nicht mehr der Währungsmanipulation beschuldigen.

Darüber hinaus sollen keine neuen Strafzölle auf chinesische Einfuhren in die USA erhoben werden. Obwohl das Handelsabkommen Fragen der Kontrolle hinsichtlich der Umsetzung der einzelnen Vereinbarungen weitgehend offenlässt, hilft der Deal Donald Trump innenpolitisch in einer Zeit, in der ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn im Senat läuft. Für China könnte der „phase one“-Deal sogar noch wichtiger sein. Auch wenn die bereits erhobenen US-Zölle auf Importe aus China bestehen bleiben, verschafft das Teilabkommen der Volksrepublik wichtige Zeit. Ein „phase two“-Deal wird bis nach den US-Präsidentschaftswahlen im November 2020 warten müssen. Es ist nicht sicher, dass Donald Trump wiedergewählt wird. Sollte ein Demokrat in das Weiße Haus einziehen, dürften die Karten auch in Handelsfragen neu gemischt werden. Die dadurch gewonnene Zeit könnte die chinesische Regierung dazu nutzen, weitere Reformen anzustoßen.

Wichtige Veränderungen

2019 wuchs die chinesische Wirtschaft nur noch um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der schwächste Wert seit fast 30 Jahren. Auch wenn dieser Wert deutlich größer ist als in den meisten Regionen dieser Welt, will die Pekinger Regierung das Wachstum mithilfe wichtiger Reformen wieder anschieben. Viele der Reformen sind langfristig angelegt und sehr umfangreich. Seit vielen Jahren wird versucht, den Fokus weg von der exportorientierten Industrie auf Dienstleistungen und den privaten Konsum zu legen. Zu diesem Zweck wird zum Beispiel das soziale Sicherungssystem ausgebaut. Die Menschen in China sollen ruhigen Gewissens konsumieren können und sich sicher sein, im Alter nicht ohne Vorsorge dastehen zu müssen. Gleichzeitig wird die gesamte Industrie auf Vordermann gebracht. Die chinesische Regierung hat der Umweltverschmutzung und der von der Industrie verursachten schlechten Luft in den Großstädten den Kampf angesagt.

Windenergie- und Solarprojekte werden vorangetrieben und neue Emissionsstandards festgelegt. Zudem hat der Handelsstreit mit den USA gezeigt, dass China den Handel mit anderen Ländern forcieren muss, um nicht zu sehr von den USA abhängig zu sein. In dieses Bild passt die chinesische „Belt-and-Road“-Initiative. Befürworter sehen das größte Infrastruktur- und Handelsprojekt der Geschichte, Kritiker eher den Versuch der Volksrepublik, kleine Volkswirtschaften in ihre Abhängigkeit zu treiben. China selbst wird dagegen nicht müde, die möglichen Vorteile für sämtliche Beteiligten an der „Neuen Seidenstraße“ herauszustellen. Während die chinesische Regierung selbst die USA einlädt, sich an der „Belt-and-Road“-Initiative zu beteiligen, sieht man in Washington die Initiative auch im Hinblick auf den gerade ausgetragenen Handelsstreit als den Versuch Pekings, die Vormachtstellung der USA im internationalen Handel zurückzudrängen.

Fazit

In den vergangenen fast zwei Jahren hat der Handelsstreit mit den USA hierzulande die Nachrichtenlage rund um China beherrscht. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Pekinger Regierung im Hintergrund weiterhin wichtige Reformvorhaben umgesetzt hat. Diese Reformpolitik findet eine Fortsetzung. Neben der Stärkung der Binnennachfrage soll die Wettbewerbsfähigkeit des Landes nachhaltig gestärkt werden. Die Lebenssituation der Menschen soll verbessert und ein steigender Wohlstand in der Gesellschaft erreicht werden. Von den Maßnahmen der Regierung profitieren bestimmte Unternehmen und Branchen. Daraus ergeben sich für Investoren interessante Anlagemöglichkeiten. Wer den strukturellen Wandel in China als Investitionsthema für sich entdeckt hat, sollte einen Blick auf das Partizipationszertifikat auf den Vontobel China Policy Performance-Index (WKN: VZ60CP / ISIN: DE000VZ60CP6) werfen. In ihm werden die aktuellsten Reformen der Pekinger Regierung berücksichtigt. Im Vontobel China Policy Performance-Index sind derzeit eher Unternehmen aus den Bereichen Gesundheitswesen oder Technologie sowie Versorger vertreten. Dazu gehören zum Beispiel der Medizintechnikanbieter MicroPort, Kingdee International Software Group, Sino Biopharmaceutical oder Beijing Enterprises Water.

Open End Partizipationszertifikat auf den Vontobel China Policy Performance-Index
WKN VZ60CP
ISIN DE000VZ60CP6
Emissionstag 9. Oktober 2014
Produkttyp Partizipationszertifikat
Emittent Vontobel

 

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