Bildquelle: Pressefoto Bayer AG

Es gibt endlich wieder einmal positive Nachrichten bei Bayer (WKN: BAY001 / ISIN: DE000BAY0017): Der DAX-Konzern hat den Umsatz und den Gewinn im vergangenen Jahr deutlich gesteigert und damit die Erwartungen von Branchenexperten erfüllt.

Beim Konzernumsatz wurde ein sattes Plus von knapp 19 Prozent auf 43,5 Mrd. Euro verzeichnet, wie das Agrarchemie- und Pharmaunternehmen am Donnerstag verkündete. Angetrieben wurden die Umsatzerlöse unter anderem von einem Wachstum der Pharmasparte und einer Erholung des Geschäfts mit rezeptfreien Medikamenten.

Gewinnsprung
In beiden Bereichen wurden die Prognosen der Analysten leicht übertroffen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 28 Prozent auf 11,5 Mrd. Euro zu. Unter dem Strich blieben mit 4,1 Mrd. Euro auch dank des Verkaufs von Unternehmensteilen 141 Prozent mehr hängen als vor einem Jahr.

Positive Prognose
Für 2020 rechnet Bayer mit einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatzplus von etwa drei bis vier Prozent auf rund 44 bis 45 Mrd. Euro. Der bereinigte Betriebsgewinn soll auf rund 12,3 bis 12,6 Mrd. Euro ansteigen.

Auch von Seiten der Glyphosat-Klagewelle konnte Bayer positive Nachrichten vermelden. Die Zahl der Kläger wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichters erhöhte sich bis zum 6. Februar zwar auf rund 48.600. Damit stieg die Klägerzahl in den USA aber deutlich langsamer als zuletzt.

Vergleichsverhandlungen kommen voran
Im Oktober 2019 hatte der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern vor allem die Werbekampagnen der großen Anwaltskanzleien dafür verantwortlich gemacht, dass sich die Zahl der Glyphosat-Kläger innerhalb von nur 3 Monaten auf 42.700 mehr als verdoppelt hatte. Der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann erklärte, die seit dem vergangenen Jahr laufenden Vergleichsverhandlungen kämen voran, zugleich würden aber auch die Berufungsverfahren entschieden weiterverfolgt.

Ein Vergleich sei davon abhängig, ob es gelinge, zu vernünftigen Bedingungen „eine umfassende Lösung für den gesamten Verfahrenskomplex“ zu erreichen. Ansonsten zeigte sich Bayer-Vorstandschef Werner Baumann entschlossen, „die drei Berufungsverfahren notfalls durch alle Instanzen“ zu führen.

Das größte Risiko
Anleger sehen in dem umstrittenen Unkrautvernichter derzeit das größte Risiko für Bayer. Bayer hat erstinstanzlich drei Prozesse verloren, den vier Klägern wurden dabei insgesamt 191 Mio. US-Dollar zugesprochen. Bayer bestreitet, dass Roundup und der Wirkstoff Glyphosat krebserregend sind und ist deshalb in Berufung gegangen. Rückendeckung für seine Sicht bekam Bayer erst kürzlich von der US-Umweltbehörde EPA.

Sollte es eine gütliche Einigung geben, würde Bayer eine über Jahre laufende Prozesslawine vermeiden. Um ihr zustimmen zu können, bräuchte der Konzern weitgehende Sicherheit, dass es nicht zu einer erneuten Klagewelle kommen kann. Das zu gewährleisten ist aber schwierig, weil Roundup unverändert im Handel bleiben soll.

Weiteres Rechtsrisiko
Daneben ist vor knapp zwei Wochen ein weiteres Rechtsrisiko erkennbar geworden, das Bayer sich ebenfalls mit Monsanto ins Haus geholt hat. Eine US-Jury verdonnerte Bayer und BASF zur Zahlung von 265 Mio. US-Dollar an einen Pfirsichbauern, der die Vernichtung von Ernte und Bäumen auf das Herbizid Dicamba zurückführte, das von benachbarten Feldern herüberwehte.

200-Tage-Linie im Fokus
Trotz der positiven Nachrichten setzt die Bayer-Aktie am Donnerstagvormittag zeitweise um über 2 Prozent zurück (aktuell: 67,81 Euro). Damit notiert die Aktie jetzt nur noch knapp über der bei 65,80 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie. Ein Durchbruch nach unten würde ein neues Verkaufssignal bedeuten. In diesem Fall eröffnet sich weiteres Abwärtspotenzial bis zum 7-Jahres-Tief vom Juni 2019 bei 52 Euro.

Sollte die Aktie dagegen die 200-Tage-Linie und damit den langfristigen Aufwärtstrend verteidigen und wieder den Vorwärtsgang einlegen, liegt das nächste Kursziel bei 78,34 Euro, dem Top vom 6. Februar. Darüber würde sich mittelfristig weiteres Aufholpotenzial bis zur runden 100er-Marke eröffnen. Das entspricht auf Jahressicht einer Gewinnperspektive von 47 Prozent.

Wer optimistisch ist und auf steigende Kurse der Bayer-Aktie setzt und sogar überproportional von einem Kursanstieg profitieren möchte, schaut sich am besten entsprechende Hebelprodukte (WKN: MF0FCG / ISIN: DE000MF0FCG0) auf der Long-Seite an. Skeptiker haben Gelegenheit mit entsprechenden Hebelprodukten (WKN: MC46RA / ISIN: DE000MC46RA3) auch auf fallende Kurse der Bayer-Aktie zu setzen.

Bildquelle: Pressefoto Bayer AG

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