[ad#Google Adsense M-rechts]Dass die Finanzkrise nicht gottgegeben, sondern durch menschliches Verhalten entstanden ist und somit vermeidbar gewesen wäre, ist die Haupterkenntis des Untersuchtungsberichts der Financial Crisis Inquiry Commission (FCIC). Nach 19 öffentlichen Anhörungen und unter Berücksichtigung von über 700 Zeugen hat die Kommission einen mehrere hundert Seiten starken Bericht (Bericht als pdf bzw. Download-Übersicht) vorgelegt. Angesichts des nahenden Wochenendes ist das vielleicht die richtige Lektüre. Man kann sich aber auch mit den kurzen Zusammenfassungen begnügen – der Erkenntnisgewinn dürfte nicht so viel geringer sein.

Die FAZ fasst die Erkenntnisse so zusammen:

Die Kommission schildert in dem 576 Seiten dicken Bericht ein breites Versagen von den Regulierern über die Finanzinstitute bis zur politisch gewollten Förderung des Eigenheimmarktes. Dreißig Jahre der Deregulierung hätten das System verändert und das Verhalten der Teilnehmer an den Finanzmärkten verändert. Politische Entscheidungsträger und Aufseher hätten den außer Kontrolle geratenen Strom an Hypotheken stoppen können. „Dramatische Fehler“ in der Unternehmensführung und im Risikomanagement großer Finanzinstitute seien ein Hauptgrund für die Krise.

Angesichts der Unstimmigkeiten innerhalb der Kommission erwartet die FTD aber keine Auswirkungen auf die weitere Regulierungspolitik in den USA:

Sie hatte ein großes Vorbild: den Wall-Street-Aufklärer Ferdinand Pecora, der nach dem Crash von 1929 radikale Korrekturen anstieß. Doch dahinter fällt die Financial Crisis Inquiry Commission weit zurück. Sie ist so uneinig, dass sie die Reform der Hypothekenfinanzier kaum steuern wird. […] Das Dokument wird nur von den sechs Mitgliedern getragen, die der Demokratischen Partei angehören. Die vier in dem Gremium vertretenen Republikaner lehnten den Bericht ab. Darin wird die Schuld für die Krise breit auf Banken, Regulierer und Regierungsvertreter verteilt.

Das Handelsblatt hebt in der Rückschau auch die dramatischen Einschätzungen von Fed-Chef Ben Bernanke über den Zustand der US-Banken hervor:

Auf dem Höhenpunkt der Finanzkrise im Jahr 2008 sah US-Notenbank-Chef Ben Bernanke zwölf der 13 wichtigsten US-Finanzkonzerne am Rande des Konkurses. […] Demnach zählt Bernanke auch den Wall-Street-Riesen Goldman Sachs zu den stark gefährdeten Geldhäusern. […] Welches Institut er als einziges nicht gefährdet sah, wird in dem Bericht nicht genannt.

Weissgarnix wiederum zeigt sich (gewohnt sarkastisch) ob der Trivialität der Erkenntnisse entsetzt und bemerkt zufrieden, dass die Krise nicht von schlechtem Karma herrührte. Über die Uneinigkeit in der Kommission und die Schuldverschiebung in Richtung Kapital aus Schwellenländern, allen voran China, gibt er sich ein wenig verwundert:

Was – echt? Es waren nicht Sonne, Mond und Sterne? Schwarze Magie? Schlechtes Karma? […] Aha. Halten wir also für die Nachwelt fest: Die Chinesen waren’s. Wo wir das Gottseidank endlich geklärt haben, kann die Sause ja weitergehen!

Eine ausführliche Betrachtung der Vorgänge und des Berichts gibt es dann auch in der FTD-Agenda: Wie Gier die Finanzkrise machte

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