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Das Coronavirus hat nicht nur die Finanzmärkte fest im Griff. Die aufziehende Pandemie führt den westlichen Gesellschaften vor Augen, wie anfällig ein Gemeinwesen trotz aller technischen Möglichkeiten immer noch ist. Diese Ungewissheit äußert sich u.a. in Hamsterkäufen in Supermärkten und anderen panischen Reaktionen. Diese sind alles in allem menschlich und nicht zu verhindern.

Ebenfalls nicht zu verhindern war (und ist) die Panik an den Märkten. Die Luft war zuletzt merklich dünner geworden, seit die Indizes dies- und jenseits des Atlantiks neue Rekorde markiert haben – während sich die Konjunktur keineswegs auf Rekordkurs befindet. Insofern haben die Anleger nur gewartet, bis sich ein Grund für die notwendige Korrektur bietet. Et voilà: Das Coronavirus und seine zunehmende Verbreitung in Europa kamen gerade recht.

Hohe Volatilität im Markt
Die heftigen Auf- und Abbewegungen der zwei Wochen waren dabei durchaus historisch. Wieder einmal wird deutlich, dass die zunehmende Verbreitung von passiven Investments wie ETFs nicht nur Segen, sondern auch Fluch sein kann. Eine heftige Abwärtsbewegung wird auf diese Weise zumindest kurzfristig deutlich verstärkt, so dass eine Erholung immer etwas Zeit benötigt. Aber auch mit dieser neuen Realität lässt sich umgehen. Einmal mehr ist Ruhe und Gelassenheit ein guter Ratgeber. Zumal sich für Stock-Picker in diesen Zeiten schöne Schnäppchen ergeben können.

Aktienkultur unter Druck
Die angesprochene Gelassenheit würde auch den deutschen Anlegern gut zu Gesicht stehen, wenn es um die Aktienanlage und Aktienkultur im Land geht. Laut dem Deutschen Aktieninstitut konnte das phantastische Börsenjahr 2019 nicht verhindern, dass die Zahl der Aktienanleger in Deutschland wieder rückläufig war.

So sank die Zahl der Aktienbesitzer 2019 im Vergleich zum Vorjahr um rund 660.000 Menschen. Alles in allem gab es in Deutschland im letzten Jahr 9,7 Millionen Aktienbesitzer. Das heißt knapp jeder Siebte beziehungsweise 15,2 Prozent der Bürgerinnen und Bürger über 14 Jahren war in Aktien oder Aktienfonds investiert. Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts gibt sich dennoch kämpferisch: „Im Vergleich zu 2010 sparen heute rund 1,3 Millionen Menschen mehr in Aktien oder Aktienfonds. Das letzte Jahrzehnt war unterm Strich ein erfolgreiches Jahrzehnt für die Aktie.“

Die Rahmenbedingungen
Vielleicht sollte man sich tatsächlich von dieser Entwicklung beruhigen lassen, schließlich dürften auf die abtrünnigen Anleger wieder zum Aktienmarkt finden. Warum? Die Alternativen sind nicht existent. Die Niedrigzinsphase ist angesichts der konjunkturellen Probleme, die sich durch das Coronavirus ergeben, auf viele Jahre unverrückbar. Daher bleibt „Sparern“ nur der Weg an die Kapitalmärkte – wenn das Geld nicht de facto weniger werden soll.

Das wird auch die Politik in Berlin nicht verhindern, die zwar nach Kräften versucht, alles was mit Aktien zu tun hat, unattraktiv zu machen. Aber gegen die finanzielle Wirklichkeit kommen auf Dauer selbst SPD & Co. nicht an. Dennoch darf man die aktuelle Korrektur in ihrer psychologischen Wirkung nicht unterschätzen. Wer das erste Mal nur Verluste in seinem Depot hat, muss mit dieser Realität erst einmal klarkommen. Bei Langfristanlegern gehört dies zwar zum langjährigen Alltag, aber der erste „Crash“ ist immer am schmerzvollsten. Auf lange Sicht erkennt man aber in keinem Langfristchart die großen Crashs der Vergangenheit mehr. Stattdessen geht es aufwärts. Jahrzehnt um Jahrzehnt.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage und beim alltäglichen Lebensgenuß

Ihre marktEINBLICKE-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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