Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Nach den heftigen Verlusten der zurückliegenden Handelswochen bleibt ungewiss, wie es mittelfristig weitergeht und wie nachhaltig Erholungsphasen sein können. Die Märkte haben ein extrem schwer kalkulierbares Eigenleben entwickelt. Für Anleger wie Trader wird es immer schwieriger, positive Erträge zu generieren. Während im Grunde alle Akteure am Kapitalmarkt Verluste hinnehmen müssen, die sich auf die traditionellen Produkte, wie Aktien und oder ETFs konzentrieren, erfreuen sich ausgerechnet diejenigen Selbstentscheider an Gewinnen, die ihre Depots mit Hebelprodukten zuvor abgesichert haben.

Der Annahme, Hebelprodukte seien ausschließlich etwas für waghalsige Spekulanten, muss deshalb ebenso wiederholt wie vehement widersprochen werden. Während der zurückliegenden 30 Jahre ist der Markt ohne Zweifel zunehmend „erwachsener“ geworden. Insofern spricht einiges dafür, dass sich am Stellenwert der Hebelprodukte bei Privatanlegern in absehbarer Zukunft auch nichts ändern wird.

Kaum verwunderlich ist es dann auch, dass sich Emittenten von Hebelprodukten derzeit über eine rege Nachfrage freuen. Dieser Umstand fußt auf der Eigenschaft als Absicherungsinstrument. Anleger können sich mit dem gezielten Einsatz von Hebelprodukten jeglicher Couleur das nervenaufreibende Auf und Ab an den Kapitalmärkten zunutze machen und Gewinne einfahren.

Die breite Produktpalette bietet auch den tendenziell konservativeren Anlegern einige Möglichkeiten des Einstiegs. Eine zweite Eigenschaft der gehebelten Produkte ist in diesen unsicheren Zeiten von großer Bedeutung. Anleger können mit überschaubarem Einsatz einiges bewirken und sind somit in der Lage, eine breite Portfoliostreuung vorzunehmen. Das ist wichtig, weil es nur den Wenigsten möglich ist, eine Diversifikation über viele Branchen und Sektoren zu spielen. Dank des Hebeleffekts lässt sich mit der Aufnahme mehrerer Positionen im Depot ein guter Querschnitt über die unterschiedlichen Branchen hinweg erzielen.

Aber niemals vergessen: Das Pendel schwingt auch ab und an in die andere Richtung und Anleger können überproportional Verluste statt Gewinne generieren.

Die These jedoch, dass Hebelprodukte ausnahmslos etwas für Zocker sind, ist schlicht falsch und lässt sich leicht widerlegen. Der volatile Verlauf und die große Verunsicherung nach Jahren des Kursaufschwungs rücken gehebelte Produkte stärker in den Fokus selbstentscheidender Investoren. Anleger sollten allerdings nicht blindlings zugreifen. Gehebelte Produkte sind ein Nischensegment und eignen sich lediglich zur Allokokation als Beimischung im Depot, sicher aber nicht als Basisinvestment.

DDV, Lars BrandauEin Beitrag von Lars Brandau

Er ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) dessen Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war Lars Brandau unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv tätig; zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

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