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Der jüngste Deal der OPEC+ würde eine Förderkürzung um 10 Prozent der weltweiten Rohöl-Tagesproduktion bedeuten. Zudem wurde eine um 8 bzw. 6 Mio. Barrel reduzierte Produktion bis April 2022 festgelegt. Damit haben Saudi-Arabien und Russland ihren Streit um die Verlängerung der bereits länger bestehenden Förderkürzungen vorerst beigelegt, in dessen Zuge die Rohölnotierungen im März um über 50 Prozent einbrachen.

Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel bis auf 22 US-Dollar, das ist der tiefste Wert seit 2003. Die Nachfrage nach Rohöl könnte aufgrund des globalen wirtschaftlichen Einbruchs im zweiten Quartal jedoch deutlich stärker nachgeben, möglicherweise um mehr als 15 Mio. Barrel pro Tag im Vergleich zur Zeit vor der Krise.

Das dürfte auch der Grund für eine Äußerung des US-Präsidenten Donald Trump vom Montag gewesen sein, nach der sogar eine weitere Produktionskürzung um zusätzliche 10 Mio. Barrel möglich wäre. Schon die Hoffnung auf eine Einigung führte in den letzten Wochen zumindest zu einer Stabilisierung des Ölpreises. Das ist kurzfristig eine gute Nachricht für die Perspektiven der globalen Konjunktur und für die Kapitalmärkte.

Zu den extrem tiefen Ölpreisen konnten diverse Fördernationen und Unternehmen nicht kostendeckend produzieren, wodurch die Weltwirtschaft zusätzlich belastet worden wäre. Es könnte ein Einbruch der Nachfrage in einigen ölexportabhängigen Schwellenländern drohen, sowie eine größere Welle von Unternehmensinsolvenzen, vor allem im Segment der Fracking-Industrie in den USA. Dieses Risiko ist zumindest deutlich gesunken.

 

Ein Kommentar von Carsten Mumm
Er ist Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel. Das Traditionshaus mit Sitz in Hamburg und München setzt auf qualifizierte und umfassende Beratung für vermögende Privatkunden, Unternehmer, Immobilienkunden und institutionelle Kunden.

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