Bildquelle: Pixabay / mohamed_hassan

Die Aktie von Netflix (WKN: 552484 / ISIN: US64110L1061) konnte in den vergangenen Wochen kräftig zulegen. Seit dem Zwischentief vom 17. März bei 265 Euro ging es für die Notierungen um über 50 Prozent nach oben. In den vergangenen Wochen wurde der US-Konzern als möglicher großer Profiteur der Coronavirus-Krise gehandelt, und das zurecht, wie die jüngsten Quartalszahlen belegen.

Großer Kundenandrang

Der Streaming-Marktführer verzeichnet im ersten Quartal den größten Abonnentenzuwachs aller Zeiten. In den drei Monaten Januar bis März sprang die Anzahl der Bezahlabos weltweit um 15,8 Mio. in die Höhe, wie Netflix am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit verbuchte Netflix das Quartal mit seinem bislang größten Kundenandrang und übertraf sowohl die eigene Prognose als auch die Erwartungen der Wall-Street-Analysten bei Weitem.

Massive Umsatz- und Gewinnzuwächse

Ende März verzeichnete das in Los Gatos, Kalifornien, ansässige Unternehmen knapp 183 Mio. bezahlte Mitgliedschaften. Das große Kundeninteresse schlug sich auch in den Umsatzzahlen nieder. So legten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahresquartal um 28 Prozent auf 5,8 Mrd. US-Dollar zu. Der Gewinn wurde mit 709 Mio. US-Dollar mehr als verdoppelt.

Profiteur der Coronavirus-Krise

Während viele Unternehmen um ihre Existenz bangen, profitiert Netflix davon, dass sich viele Menschen wegen der Pandemie überwiegend nur noch zu Hause aufhalten. Doch diese Sondersituation dürfte nicht von Dauer sein. Netflix warnte seine Aktionäre, dass der Boom wohl nur vorübergehend sei und dass das Wachstum nach der Krise wieder abflauen dürfte. In der zweiten Jahreshälfte rechnet Netflix mit im Jahresvergleich sinkenden Abozahlen. Im laufenden Quartal erwartet der Videodienst 7,5 Mio. Neukunden.

Beeindruckende Erfolgsgeschichte

Netflix blickt auf eine sensationelle Erfolgsgeschichte zurück. Das 1997 gegründete Unternehmen agierte zunächst als Online-Videothek mit dem Versand von Filmen auf DVD und später Blu-Ray an seine Abonnenten. 2007 stieg Netflix ins Video-on-Demand-Geschäft ein und machte die Inhalte per Streaming für seine Abonnenten zugänglich. Das Angebot wurde so gut aufgenommen, dass auch die Umsatzerlöse immer weiter in die Höhe schossen. So verbesserte sich der Umsatz beispielsweise allein im Zeitraum 2013 bis 2019 im Schnitt um 29 Prozent pro Jahr und lag damit Ende 2019 bei 20,2 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn konnte in diesem Zeitraum sogar um durchschnittlich 60 Prozent jährlich auf 1,9 Mrd. US-Dollar zulegen.

Viele Eigenproduktionen

Netflix hat konsequent darauf gesetzt, das Film- und Serienportfolio immer weiter auszubauen und die unterschiedlichsten Kundeninteressen zu bedienen. Dazu wurden auch immer mehr eigene Serien produziert. Dazu gehören beispielsweise die vielfach ausgezeichneten Serien House of Cards und Orange ist the New Black. Zudem hielt Netflix die Exklusivrechte an einer Reihe von Action-Serien, die von Walt Disney und Marvel produziert werden. Darunter befanden sich Serien über Daredevil, Jessica Jones, Luke Cage, Iron Fist, die Defenders und Punisher.

Die weltweite Nummer eins

Außerdem produziert Netflix auch fremdsprachige Serien in verschiedenen Teilen der Erde, beispielsweise Marseille in Frankreich, Club de Cuervos in Mexiko oder Hibana (Spark) in Japan. Diese stehen wie alle Eigenproduktionen international bereit. Wegen des umfangreichen Film- und Serienangebots, das in mehr als 190 Ländern verfügbar ist, gilt Netflix als unangefochtener Weltmarktführer im Streaming-Bereich.

Immer mehr Konkurrenten drängen in den Markt

Doch dieser Titel ist nicht in Stein gemeißelt, denn die Konkurrenz wird immer stärker. Neben Amazons Prime-Videodienst, Joyn, Videobuster oder Sky Ticket gibt es mit dem US-Giganten Walt Disney und seinem neuen Streaming-Dienst Disney+ einen weiteren mächtigen Mittwettbewerber, der mit einem großen Portfolio an selbstproduzierten Filmen und Serien aufwarten kann. Dazu zählen viele bekannte Zeichentrickklassiker wie Bambi, Tarzan oder König der Löwen, Animationsfilme wie unter anderem Avatar und Findet Nemo, Realfilme (bspw. Aladdin, Fluch der Karibik, Star Wars) und Serien (u.a. Die Simpsons, The Mandalorian, Die Avengers). Auch Marvel-Filme (bspw. Averngers, Guardians oft he Galaxy) und Dokumentationen (u.a. Free Solo, Jane) gehören zum Angebotsportfolio. Wegen des neuen Streaming-Dienstes Disney+ beendet Walt Disney (WKN: 855686 / ISIN: US2546871060) die bisherige Zusammenarbeit mit Netflix. Entsprechende Filme und Serien von Disney fallen dementsprechend aus dem Netflix-Programm.

Das Angebot ist (noch) breiter

Auch wenn der Konkurrenzdruck immer weiter zunimmt dürfte Netflix auch in Zukunft zu den größten Playern im Streaming-Markt gehören. Dafür spricht einerseits die gemessen an der Abonnentenzahl deutliche Marktführerschaft. Andererseits auch das breite Film- und Serienangebot, das die unterschiedlichsten Interessen und Altersgruppen anspricht und rund um den Globus angeboten wird. Disney+ verzeichnete im April 2020 zwar bereits 50 Mio. Abonnenten, was als großer Erfolg gewertet werden kann. Ob das schnelle Wachstum aber anhalten wird, ist fraglich. Denn das Film- und Serienangebot ist bislang eher auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet und kann dementsprechend in der Breite noch nicht mit Netflix mithalten.

Auch an der Börse war Netflix dem mächtigen Konkurrenten in den vergangenen Jahren voraus. Seit dem Börsengang im Jahr 2002 legte der Aktienkurs im Schnitt um 43 Prozent jährlich zu.

Netflix und Walt Disney bleiben aussichtsreich

Im selben Zeitraum verzeichnet die Aktie von Walt Disney ein durchschnittliches jährliches Plus von 14 Prozent. Ob Netflix den Wachstumskurs in der bisherigen Geschwindigkeit fortsetzen kann, ist angesichts des steigenden Konkurrenzdrucks fraglich. Dementsprechend dürfte sich auch das Aktienkurswachstum deutlich verlangsamen. Trotzdem bleibt das Gewinnpotenzial der Netflix-Aktie ebenso wie das der Walt-Disney-Papiere weiterhin hoch.

Anleger, die auf weitere Kursgewinne der Netflix-Aktie setzten und sogar überproportional von steigenden Kursen profitieren möchten, schauen sich am besten entsprechende Hebelprodukte (WKN: MC2VAP / ISIN: DE000MC2VAP1) auf der Long-Seite an. Auch bei den Aktien von Walt Disney (WKN: MC735G / ISIN: DE000MC735G1) lässt sich mit den passenden Long-Derivaten gehebelt auf weitere Kursgewinne spekulieren.

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