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Obst und Gemüse ist gesund und enthält viele wichtige Vitamine. Gerade jetzt in dieser Zeit sollen wir mehr Obst und Gemüse essen, um gesund zu bleiben und unser Immunsystem zu stärken. Doch was auf den ersten Blick so gesund aussieht, ist nach dem Kauf oft erst einmal voll von Verunreinigungen.

Obst und Gemüse kann bekanntermaßen Pflanzengifte wie Pestizide und Fungizide enthalten, die zuhauf in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Außerdem können die Lebensmittel verschiedene Keime und Bakterien enthalten, können verschmutzt sein oder es leben sogar noch kleine Tiere darin – was öfter bei unbehandelten Bioprodukten der Fall ist.

Produkte aus ökologischer Landwirtschaft haben den Vorteil, dass sie weniger mit Pestiziden belastet sind, trotzdem sind auch sie Umweltgiften wie Abgasen ausgesetzt, enthalten Bakterien oder sind von Pilzen befallen. Natürlich war es schon immer wichtig, Obst und Gemüse vor dem Verzehr richtig gründlich zu reinigen. In Zeiten von Corona tritt die Hygieneregel aber noch mehr in den Fokus.

Corona im Supermarkt?

Im Supermarkt könnte eine infizierte Person die Lebensmittel schon in der Hand gehabt haben und das Coronavirus über das Anhaften an Obst und Gemüse übertragen werden. Die Chance, sich mit dem Virus über kontaminierte Lebensmittel durch eine Schmierinfektion anzustecken, ist zwar nachgewiesen gering, da die Viren nicht so lange auf Gegenständen überleben können. Aber sicher ist sicher: alle Lebensmittel, die nicht erhitzt werden, sollten vor dem Verzehr gründlich gewaschen oder geschält werden!

Bunte Auswahl an Obst und Gemüse im Supermarkt (Bildquelle: Pixabay / raggio5)

Das Spüli taugt nichts!

Beim Waschen reicht normales kaltes Wasser aus. Es sollte auf keinen Fall Spülmittel zum Abwaschen verwendet werden, denn es können dadurch einerseits nicht alle Verunreinigungen entfernt werden und andererseits bleiben wiederum die Rückstände vom Reinigungsmittel auf den Lebensmitteln, die auch nicht für den direkten Verzehr geeignet sind.

Zeitnah verzehren!

Obst und Gemüse sollten erst kurz vor dem Verzehr gereinigt werden, denn durch das Waschen verlieren sie nicht nur Schmutz und Bakterien, sondern auch ihre natürliche Schutzhülle. Also lieber nach dem Waschen gleich genießen und nicht zu lange liegen lassen.

Die Keimschleuder Spüle

Gemüse und Obst sollte lieber in einem Abtropfsieb unter das Wasser gehalten werden. Werden sie ohne Sieb in die Spüle gelegt, können die Keime von dort wieder auf die Lebensmittel gelangen. Im Spülbecken sammeln sich sehr viele Keime, sei es von Fisch oder Fleisch, das dort zuvor abgewaschen wurde.

Wird Gemüse nach dem Waschen erhitzt, sterben die meisten Bakterien bei den hohen Temperaturen ab. (Bildquelle: Pixabay / Didgeman)

Erhitzen hilft!

Klingt doof, aber es hilft: Wird Gemüse nach dem Waschen erhitzt, sterben die meisten Bakterien bei den hohen Temperaturen ab. Somit besteht keine Gefahr einer Infektion, auch nicht durch das Coronavirus. Um gleichzeitig die Nährstoffe in den Lebensmitteln zu erhalten, ist ein kurzes schnelles Erhitzen besser, als das Gemüse ewig weich zu kochen.

Schälen allein reicht nicht!

Obst und Gemüse, das zum Verzehr geschält werden muss, sollte zuerst gewaschen und dann geschält werden. Denn auch beim Bearbeiten und Zerkleinern können die Verschmutzungen der Schale durch das Messer oder die Hände wieder an die Lebensmittel gelangen. Schneidet man zum Beispiel eine Wassermelone an, gelangen die Bakterien der Schale mit Sicherheit an das Fruchtfleisch. So ist es besser, diese vorher unter fließendem Wasser abzuwaschen, bevor sie aufgeschnitten wird.

Bei Äpfeln ist es wichtig, diese zuerst unter kaltem Wasser abzuwaschen und danach mit einem sauberen Tuch trockenzureiben. (Bildquelle: Pixabay / pasja1000)

Causa knackige Äpfel

Bei Äpfeln, die wegen der Nährstoffe besser mit Schale verzehrt werden, ist es wichtig, diese zuerst unter kaltem Wasser abzuwaschen und danach mit einem sauberen Tuch trockenzureiben. Die Schale des Apfels hat eine Wachsschicht mit einem Perleffekt, der das Wasser abstößt, um vor Fäulnis zu schützen.

So können alleine mit Wasser nicht alle Verunreinigungen entfernt werden. Den Apfel nur am Hosenbein abzureiben, macht natürlich keinen Sinn. Der Staub kann zwar abgerieben werden, aber dafür reibt man die Bakterien von der Hose darauf. Wer die Pestizide richtig loswerden will, kann zum Waschen von Äpfeln auch Backnatron verwenden. Dies hat das US-amerikanische Department of Food Science der University of Massachusetts in einer Untersuchung herausgefunden. Demnach bewährte sich das alte Hausmittel am besten gegenüber Pflanzenschutzmitteln.

Beeren sind ein Sonderfall, denn sie sind oft zu empfindlich, um sie unter dem Wasserstrahl zu säubern. (Bildquelle: Pixabay / Couleur)

Beeren sind empfindlich

Beeren sind ein Sonderfall, denn sie sind oft zu empfindlich, um sie unter dem Wasserstrahl zu säubern. Sie werden dann matschig. Beeren mit einer kräftigen Schale wie Johannisbeeren oder Blaubeeren können im Sieb mit einem sanften Wasserstrahl kurz unter fließendem Wasser gereinigt werden. Himbeeren oder Brombeeren reinigt man lieber in einem Wasserbad. Man taucht sie in einem Sieb in eine Schüssel mit Wasser ein.

Pilze mögen kein Wasser

Pilze dürfen nicht gewaschen werden, da sie sich wie ein Schwamm mit Wasser vollsaugen. Hier ist es besser, die Pilze mit einem Tuch oder einer speziellen Gemüsebürste etwas sauber zu reiben. Am besten sie werden danach in der Pfanne erhitzt und nicht roh verzehrt, so dass die Bakterien und Viren daran nicht überleben können.

Kräuterseitlinge sind edel und teuer, daher sollten sie gut behandelt werden (Bildquelle: Pixabay / peter-facebook)

Salatkopf vorher zupfen

Salat sollte nicht im Ganzen unter fließendem Wasser gewaschen werden. Zum Waschen soll der Strunk entfernt werden und die einzelnen Blätter zerkleinert werden. Dann ab ins Wasserbad. So bleiben die Vitamine und Mineralstoffe erhalten und es kann sich kein Dreck in den Blättern verstecken. Durch die Salatschleuder gedreht, wird der Salat nicht zu wässrig.

Fazit:

In der Regel reichen die bisher bekannten Hygieneregeln im Umgang mit Lebensmittel aus, um Infektionen mit kontaminierten Lebensmitteln zu vermeiden. Dabei sind die Maßnahmen Waschen, Schälen und Erhitzen sinnvoll. Genauere Infos, speziell zur Ansteckung mit dem Coronavirus in Bezug auf Lebensmittel können beim Bundesinstitut für Risikobewertung nachgelesen werden. Hilfreiche Informationen liefert auch der Lebensmittelverband Deutschland.

In diesem Sinne, auf die Vitamine!

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