Bildquelle: Pressefoto Wirecard

Das Warten hat endlich ein Ende. KPMG hat Wirecard (WKN: 747206 / ISIN: DE0007472060) den langerwarteten Sonderbericht zu mutmaßlichen Bilanzmanipulationen beim Zahlungsabwickler aus Aschheim bei München übergeben. Die Marktreaktionen fielen alles andere als erfreulich aus.

Fehlende Antworten

Die Wirtschaftsprüfer konnten weder bestätigen, dass sämtliche zwischen 2016 und 2018 untersuchten Umsatzerlöse existieren und der Höhe nach korrekt sind noch, dass diese nicht existent und in der  Höhe inkorrekt seien. Es wurde ein „Untersuchungshemmnis“ festgestellt.

Als Grund dafür wurde unter anderem die fehlende Bereitschaft einiger Drittpartner, an der Untersuchung mitzuwirken, genannt. Damit bleiben immer noch viele Fragen unbeantwortet, was auch den deutlichen Kursrutsch der Wirecard-Aktie vom Dienstagmittag von mehr als 20 Prozent erklärt.

Investoren hatten sich mehr erhofft

Anlegern reichte es offenbar nicht aus, dass laut Unternehmensangaben keine belastbaren Beweise für die Vorwürfe der Bilanzfälschung identifiziert wurden und es keine wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung geben würde, die eine Anpassung der Jahresabschlüsse 2016 bis 2018 erforderlich machen würden.

Auch der Hinweis von Unternehmensseite, dass Wirecard die von KPMG in Bezug auf die für den beobachteten Zeitraum identifizierten Dokumentations- und Organisationsschwächen mithilfe der Einrichtung einer globalen Compliance-Organisation und der Unterstützung externer Berater angegangen habe, konnte Marktteilnehmer kurzfristig nicht beruhigen.

FAZIT

Nach Vorlage des KPMG-Sonderberichts stürzte die Wirecard-Aktie regelrecht ab. Das Schlimmste dabei ist, dass nach der langen Wartezeit munter weiter spekuliert werden kann. Sowohl Kritiker als auch diejenigen, die den im DAX notierten Zahlungsabwickler verteidigt haben, können etwas für sich mitnehmen. Zumal auch die für Donnerstag geplante Bilanzpressekonferenz mit Veröffentlichung des Jahresabschlusses verschoben wurde. Entsprechend dürften die Kurskapriolen rund um Wirecard anhalten. Schade nur, da die Wachstumsmärkte Online-Handel und bargeldloses Bezahlen dank Corona einen zusätzlichen Schub erhalten dürften.

Anleger, die von einer weiteren Abwärtsbewegung bei Wirecard überzeugt sind, können mit einem Mini-Future Short (WKN: MC6838 / ISIN: DE000MC68385) gehebelt von Kursverlusten profitieren.

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[…] Wirecard (WKN: 747206 / ISIN: DE0007472060), die zwischenzeitlich um über 13 Prozent einbrach. Der KPMG-Sonderbericht zu mutmaßlichen Bilanzmanipulationen beim Zahlungsabwickler Wirecard ist endlich da. Doch nach dem erhofften endgültigen […]

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[…] Das Warten hat endlich ein Ende. KPMG hat Wirecard den langerwarteten Sonderbericht zu mutmaßlichen Bilanzmanipulationen beim Zahlungsabwickler aus Aschheim bei München übergeben. Die Marktreaktionen fielen alles andere als erfreulich aus. Mehr dazu hier. […]

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[…] Doch das nützte wenig, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. An der Börse sorgte die Bekanntgabe des Berichts eher für UnbehagenBekanntgabe des Berichts eher für Unbehagen. Das lag vor allem an der […]

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[…] hatte man sich bei Wirecard (WKN: 747206 / ISIN: DE0007472060) ganz anders vorgestellt. Der KPMG-Sonderbericht sollte die Vorwürfe in Bezug auf mutmaßliche Bilanzmanipulationen beim Zahlungsabwickler aus […]

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[…] hatte man sich bei Wirecard ganz anders vorgestellt. Der KPMG-Sonderbericht sollte die Vorwürfe in Bezug auf mutmaßliche Bilanzmanipulationen beim Zahlungsabwickler aus […]