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Adaptive Biotechnologies (WKN: A2PLR5 / ISIN: US00650F1093) entwickelt diagnostische Tests, die das adaptive Immunsystem auslesen, um die menschliche Gesundheit besser zu verstehen. Die Idee dahinter ist, mit Hilfe dieser Blutuntersuchungen Krankheiten aufzuspüren, Behandlungsentscheidungen zu treffen und sogar neue Medikamente zu entdecken.

Hierzu hat man unter hohen Investitionen eine eigene Infrastruktur aufgebaut und verfügt nun über eine Datenbank mit mehr als 30 Milliarden Immunrezeptoren. Aus diesen werden mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz hinter Microsofts Cloud-Plattform Azure neue Erkenntnisse gewonnen.

Nach dem Börsengang im letzten Jahr erfolgte im Januar eine kleine Kapitalerhöhung um 8 Mio. Aktien. Mit dem frischen Geld aus beiden Maßnahmen will Adaptive Bio seine diagnostischen Sequenzierungstests ausbauen, die auf das körpereigene Immunsystem und die zahlreichen verwandten Therapien abzielen.

Gestern Abend legte Adaptive Bio seine Zahlen zum ersten Quartal vor und die konnten die Anleger auf den ersten Blick nicht vom Hocker reißen…

Die Produkte

Das Unternehmen bietet derzeit zwei kommerzielle Produktlinien an: das immunoSEQ-Kit und den klinischen Diagnosetest clonoSEQ.

ImmunoSEQ, die immunmedizinische Plattform des Unternehmens, verwendet firmeneigene Technologien, um den genetischen Code des Immunsystems der Patienten zu lesen und genau zu verstehen, wie es Krankheiten erkennt und bekämpft. Die gewonnenen Erkenntnisse werden dann in der dynamischen Datenbank für klinische Immunomik erfasst, die auf Computerbiologie und maschinellem Lernen basiert, und zur Entwicklung und Vermarktung von klinischen Produkten und Dienstleistungen verwendet, die dann auf jeden einzelnen Patienten zugeschnitten sind.

Adaptive Bio gibt an, dass seine immunoSEQ-Plattform seit der Unternehmensgründung im Jahr 2009 von mehr als 125 Biopharma-Unternehmen und in über 480 klinischen Studien genutzt wurde.

Adaptive Bios clonoSEQ-Diagnosetest erkennt und überwacht die verbleibende Anzahl von Krebszellen, die sich während und nach der Behandlung im Körper eines Patienten befinden, was als minimale Resterkrankung bezeichnet wird.

Der Ansatz von Adaptive Biotechnologies ist spannend. Krebstherapien sind äußerst kostspielig und haben für die Betroffenen zumeist erhebliche negative Nebenwirkungen. Adaptive hat das Ziel, für jeden Patienten einen perfekt auf ihn zugeschnittenen Wirkstoff herauszubilden, der die größtmögliche Wirkung gegen die Krankheit bei gleichzeitig möglichst geringen Nebenwirkungen aufweist. Dabei greift man auf die hauseigene Datenbank mit mehr als 30 Milliarden Immunrezeptoren zurück und setzt Künstliche Intelligenz zum Auswerten und Auffinden der geeignetsten Wirkstoffe ein. Über die bisherigen Anwendungsgebiete hinaus können weitere Kooperationen mit namhaften Gesundheits- und Biotechnologieunternehmen eingegangen werden, denn der individualisierte Therapieansatz dürfte zu erheblichen Kosteneinsparungen bei den Kostenträgern und zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität der Patienten während des Behandlungszykluses führen.

Corona als zusätzliche Chance

Die seit 2018 bestehende Kooperation zwischen Adaptive Bio und Microsoft mit Adaptive Biotechnologies, wurde auf Corona-Fälle erweitert. So entnimmt Adaptive Bio Blutproben von Patienten, die sich von COVID-19 erholt haben, und will mit Hilfe seiner DNA-Sequenzierungsgeräte deren Immunantworten auf das Corona-Virus entschlüsseln. Die iCloud- und maschinellen Lerntechnologien von Microsoft werden zur Analyse der Daten verwendet, die auf einem offenen Portal verfügbar sein werden, damit Forscher auf der ganzen Welt darauf zugreifen können. Diese Daten könnten Forschern helfen zu verstehen, warum manche Menschen nur mäßig auf eine Infektion mit dem Virus reagieren, während andere viel schwerere und nicht selten auch tödliche Verläufe aufweisen. Verständnis ist der Schlüssel zu erfolgreichen Behandlungen und Wirkstoffen…

Auf www.intelligent-investieren.net geht es weiter…

Kissig Ein Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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