Bildquelle: Pressefoto Daimler

Dass die europäischen April-Autoabsätze alles andere als berauschend ausfallen würden, war angesichts der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Wirtschaft zu erwarten. Jetzt wurde deutlich, wie sehr die Autobauer mit Corona zu kämpfen haben.

Autoabsätze brechen ein

Laut Statistiken des Branchenverbandes ACEA wurden im vergangenen Monat in der EU 76,3 Prozent weniger Neuwagen zugelassen als noch im Vorjahresmonat. COVID-19 sorgte damit für den stärksten Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen.

Jeder EU-Automarkt verzeichnete prozentual zweistellige Absatzrückgänge. Wenig überraschend, dass Italien und Spanien angesichts der Schwere der Corona-Krise in diesen Ländern in negativer Weise herausstachen. In Deutschland lag das Minus bei 61,1 Prozent.

Seit Jahresbeginn steht nun in der EU ein Absatzrückgang im Vorjahresvergleich um 38,5 Prozent zu Buche. Besonders deutlich sind auch hierbei die Rückgänge in Italien bzw. Spanien von -50,7 bzw. 48,9 Prozent. Die Werte für Frankreich und Deutschland liegen bei -48,0 bzw. 31,0 Prozent.

Deutsche Hersteller können sich Corona-Krise nicht entziehen

Volkswagen (WKN: 766403 / ISIN: DE0007664039) wartete im April mit einem Absatzminus von 72,7 Prozent auf, während Daimler (WKN: 710000 / ISIN: DE0007100000) mit seinen Töchtern Mercedes-Benz und smart auf ein Absatzminus von 78,8 Prozent kam. BMW (WKN: 519000 / ISIN: DE0005190003) konnte sich mit einem Absatzrückgang von 65,3 Prozent halbwegs gut behaupten.

Es gibt jedoch auch einige Hoffnungsschimmer. Bereits im April begangen die Autohersteller damit, ihre Produktion nach einem durch die Corona-Krise ausgelösten Stopp wieder hochzufahren. Ab Mai gibt es zudem europaweit erste Lockerungen der Corona-Beschränkungen, so dass auch der Autohandel auf eine Entspannung hoffen darf. Es ist jedoch nicht so, dass dann alles in Butter wäre.

Die Folgen der Corona-Krise dürften noch eine ganze Weile zu spüren sein. In der deutschen Autozulieferindustrie rechnet man mit einem deutlichen Arbeitsplatzabbau. Zumal es ja nicht so ist, als ob die Branche vor Corona überhaupt keine Probleme gehabt hätte.

FAZIT

Überkapazitäten, der Dieselskandal, Diskussionen um Stickoxidbelastungen sowie Fahrverbote in deutschen Innenstädten und die enormen Investitionen in Zukunftstechnologien wie die Elektromobilität sowie das autonome Fahren haben für Verunsicherung und eine schwache Aktienkursentwicklung gesorgt. Corona hat nur eine bereits stark unübersichtliche Lage noch unübersichtlicher gestaltet.

Anleger, die auf Kursrücksetzer von Branchenwerten wie Daimler setzten und sogar überproportional von fallenden Kursen profitieren möchten, schauen sich entsprechende Hebelprodukte (WKN: VE75AD / ISIN: DE000VE75AD9) auf der Short-Seite an. Auch bei den Aktien von Volkswagen (Short Mini Future auf VW (WKN: VE7SYM / ISIN: DE000VE7SYM0) und BMW (Short Mini Future auf BMW (WKN: VE7HF0 / ISIN: DE000VE7HF02) lässt sich mit den passenden Short-Derivaten gehebelt auf Kursverluste spekulieren.

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