Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Während die (Welt-)Wirtschaft unter der Coronavirus-Last ächzt und beinahe in die Knie geht, machen die Märkte munter weiter, mit ihrer Kletterpartie. Nach den Tech-Indizes, die bereits in den Vorwochen ihre 200-Tage-Linien zurückerobern und damit auch formal in den Aufwärtstrend zurückkehren konnten, sind nun beispielsweise der S&P 500 und der MDAX dran bzw. drüber, über den langfristigen Durchschnitten. Was übrigens einen signifikanten Unterschied zum Krisenverlauf 2008/2009 darstellt; damals dauerte es fast anderthalb Jahre, bis der Dax seinen GD200 wieder überbieten konnte. Denn der Trendwechsel erfolgte bereits im Januar 2008 und damit rund acht Monate vor der legendären Lehman-Pleite, die fast zum Kollaps des westlichen Wirtschaftssystems geführt hätte. Der scheint auch diesmal, dank der vielen Fantastilliarden, die in derzeit in diversen Rettungspaketen diverser Regierungen zusammengeschnürt werden, zunächst abgewendet; wirklich sicher kann man sich da zwar nie sein, an den Märkten herrscht aber schon einmal überbordender Optimismus. Im Chart sieht das dann so aus:

Trendwechsel voraus?

Da stehen für diese Woche 11.813 Punkte als Hochpunkt zu Buche, damit hat der Index seit der vergangenen Ausgabe roundabout 800 Zähler aufgesattelt. Und dabei neben dem offenen Gap vom 9. März auch gleich die 11.500er-Marke kassiert. Übrigens – eine detaillierte DAX-Analyse sowie viele weitete interessante Werte und Chartformationen haben meine beiden Kollegen am Mittwoch im SG Active Trading Webinar im Gepäck gehabt. Wenn Sie mögen – so ein langes Pfingstwochenende bietet sich da ja nachgerade an – können Sie die Veranstaltung hier gerne noch einmal anschauen. Ansonsten hat der DAX jetzt bereits die 12.000er-Schwelle vor der Brust, und der folgt nur wenig höher die 200-Tage-Linie. Gelingt der Trendwechsel, wäre direkt wieder Platz bis 12.500, wo die Kurse auf eine markante Volumenspitze treffen würden. Spätestens die dürfte dann auch zunächst bremsend wirken und die Notierungen erneut nach unten schicken. Apropos unten:

Stolperfalle Unterseite!

Die Unterseite sollte bei all der Euphorie nicht aus den Augen gelassen werden. Denn die kraftvolle Erholungs-Rallye gerade der vergangenen beiden Wochen hat nicht nur die Kursstände, sondern auch das Rückschlagpotenzial in die Höhe schnellen lassen. Im DAX könnte es daher durchaus noch einmal zum Test der Unterstützungen bei 11.500 bzw. 11.000 Zählern kommen. Idealerweise würden die Notierungen ebenda wieder nach oben abfedern; nachdem an der Börse jedoch weiterhin alles (und damit eben auch das Gegenteil) möglich ist, würde ein Abtauchen bis 10.800/10.600 nur wenig überraschen. Zunehmend kritisch wäre ein Rutsch an bzw. unter das alte 2018er-Tief bei 10.279 zu werten, da es dann auch schnell noch einmal um die psychologisch wichtige 10.000er-Schwelle gehen dürfte. Klingt spannend? Ist es auch – zumal mit dem Mai der zweite klar positive Monat in Folge die Messlatte für den Juni noch einmal ein Stück nach oben schiebt!

PrimequantsEin Beitrag von Sebastian Jonkisch von Prime Quants

Prime Quants verfasst und veröffentlicht Finanzpublikationen für institutionelle und private Anleger, die ihre Börsengeschäfte selbst in die Hand nehmen möchten. Das angebotene Spektrum erstreckt sich von kostenfreien Markt- und Einzelwertanalysen über komplexe Research-Studien bis hin zu täglichen Prognosen und realen Trades. Weitere Informationen unter www.prime-quants.de. Dort erhalten Sie auch den kostenlosen Newsletter Market Mover.

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Bildquellen: Prime Quants / Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

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