Milde Sommerabende, entspannte Stunden mit Freunden oder ganz einfach der wohlverdiente Feierabend sind immer gute Gründe, einen guten Wein zu genießen. Im Sommer fällt die Wahl dabei oft auf einen kühlen Rosé-Wein.

Längst ist der Rosé zwar vom saisonalen Sommergetränk zu einem Ganzjahresgetränk geworden, dennoch verbinde ich ihn mit der Beerensaison mit den herrlich frischen Erdbeeren und saftigen Himbeeren. Wenn man einen lauen Sommerabend bei einem Glas kühlen Rosé mit Freunden ausklingen lassen kann, ist das eine wahre Wohltat für die Seele.

Rosé ist vielfältiger als man glaubt. Da gibt es den klassischen sehr fruchtbetonten Rosé. Für einen Secco Rosé darf es dann schon mal mehr Farbe sein. Ein hochwertiger Rosé als Essensbegleiter mit viel Schmelz und einen Kuss vom Holz ist darunter mein Favorit.

Rosé Wein wird prinzipiell aus roten Traubensorten gewonnen, denn die Farbe von roten Sorten sitzt in der Beerenhaut.

Durch einen sehr kurzen Maischekontakt entsteht eine hellrote Färbung des Saftes, der anschließend schonend und wie Weißwein vergoren wird. Je nach verwendeten Rebsorten werden Farbe und Geschmack beeinflusst.  Ein Spätburgunder oder Trollinger, mit dünnen Beerenschalen bringen einen eher hellen Roséwein hervor. Dagegen erhält man aus Rebsorten wie Merlot und Lemberger, mit sehr dicken Beerenschalen einen intensiven Rotton. Hier gilt es die Kontaktzeit zwischen den Beerenschalen und dem Saft sehr kurz zu halten, sonst wird aus dem gewollten Rosé schnell ein heller Rotwein.

Ein besonderer Vertreter von Rosé Weinen ist der Blanc de Noir. Ein weißer Wein aus roten Trauben. Direkt nach der Ernte erfolgt eine Ganztraubenpressung, bei der nur heller Saft abfließt. So können weiße Weine mit roséfarbenen Reflexen erzeugt werden. Am Gaumen begeistert er durch Saftigkeit und Beerenfrucht. Bei unserem Blanc de Noir sage ich immer: Dieser Terrassen-Wein lässt ein Stück Sommerfrucht im Glas explodieren. Vorsicht beim Einschenken!

In diesem Sinne! Genießen Sie den Sommer und lassen Sie sich von der Vielfalt verschiedener Rosé Weine überraschen. Ob daheim, oder in der wieder geöffneten Gastronomie.


Der mE-Weintipp: Blanc de Noir “Eduard Mörike”

Dieser Wein hat einen berühmten Paten. Der in Ludwigburg geborene Eduard Mörike (1804 bis 1875) war tätig als Erzähler, Übersetzer, Pfarrer und bekannt als Weinfreund. Das lyrische Talent hat das herzogliche Weingut für drei Zitat-Etiketten inspiriert. „Man muss immer etwas haben, worauf man sich freut“ ist ein Vers, der keinen Widerspruch weckt (auf guten Wein kann man sich immer freuen). „Das Wesentliche kommt meist auf leisen

Sohlen“ (ein feiner Tropfen, der ohne Getöse genossen). Aber da ist da noch ein weiterer Spruch: „Wer keinen Humor hat, sollte eigentlich nicht heiraten“. Doch wir sollten die Aussage nicht zu hoch hängen, schmunzeln wir lieber darüber und haben im Hinterkopf, dass ein delikater Wein geeignet ist, atmosphärische Störungen zu beseitigen und eine Versöhnung herbeizuführen.

Ihr Michael Herzog von Württemberg

Der Sohn von Carl Herzog von Württemberg und Diane Herzogin von Württemberg trat nach seinem Studium an der Fachhochschule für Landwirtschaft im Jahr 1997 in das Weingut der Familie ein. Das Weingut Herzog von Württemberg, im Jahr 1677 gegründet, befindet sich bei Schloss Monrepos in Ludwigsburg und ist seit 1986 im VDP (Verband der Prädikatsweingüter e.V.). Der Traubenadler auf jeder Flasche ist das Erkennungszeichen.
www.weingut-wuerttemberg.de

Bilder: Weingut Herzog von Württemberg

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