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In Zeiten der Corona-Pandemie sowie Massenprotesten in US-Städten gegen strukturellen Rassismus in der Gesellschaft und Polizeigewalt sollen am 3. November 2020 Präsidentschaftswahlen abgehalten werden. Die Börsen scheinen sich bereits für den Amtsinhaber und Immobilienmogul aus New York, Donald Trump, ausgesprochen zu haben. Der Ausgang ist jedoch offen, zumal Trumps Konkurrent aus der demokratischen Partei, Joe Biden, in den Umfragen vorne liegt. Wie wir vor vier Jahren gesehen haben, liefert dies keine Garantie für den Sieg.

Am 26. Februar 2020 sprach US-Präsident Donald Trump im Rahmen einer Pressekonferenz zum Thema Coronavirus von 15 COVID-19-Fällen in den USA. Einer der betroffenen Menschen sei „richtig krank“, den anderen würde es jedoch hervorragend gehen. Ohnehin würde sich die Zahl der Infizierten innerhalb weniger Tage auf nahezu null reduzieren. Wie wir inzwischen wissen, ist es ganz anders gekommen. Innerhalb weniger Wochen entwickelten sich die USA zum Mittelpunkt der weltweiten Corona-Pandemie, mit mehr als 6 Millionen Corona-Fällen und mehr als 190.000 Todesopfern.

US-Wirtschaft leidet unter COVID-19

Auch in wirtschaftlicher Hinsicht richteten Corona und die Lungenkrankheit SARS-CoV-2 großen Schaden an. Allein im Monat April wurden 20,5 Millionen Arbeitsplätze in der US-Wirtschaft abgebaut. In den sieben Wochen bis zum 8. Mai 2020 verloren mehr als 33 Millionen Amerikaner ihren Job. Die Arbeitslosenquote schoss von 4,4 Prozent auf rund 15 Prozent. So etwas hatte es in der Nachkriegszeit noch nicht gegeben. Nicht einmal im Zuge der Finanzkrise 2007/08. Weniger als die Hälfte der verlorengegangenen Arbeitsplätze wurde wieder zurückgeholt.

Um vergleichbare Entwicklungen zu finden, musste man schon Vergleiche mit der „Großen Depression“ in den 1930er-Jahren anstellen. Dies ist vor allem für einen US-Präsidenten schmerzhaft, der es sich in besonderer Weise auf die Fahnen geschrieben hatte, die Wirtschaft anzukurbeln, Arbeitsplätze zu schaffen und an den Aktienmärkten für steigende Kurse zu sorgen. Auch wenn Donald Trump natürlich nichts für den Ausbruch der Corona-Pandemie selbst kann, darf die Frage erlaubt sein, ob er und die US-Regierung adäquat auf die Krise reagiert haben. Insbesondere im Hinblick auf die jüngsten Enthüllungen dazu, dass Trump bereits frühzeitig um die Gefährlichkeit von COVID-19 wusste, die Bevölkerung darüber jedoch im Dunkeln ließ.

Hätten die Ansteckungs- und Todeszahlen bei einem früheren Eingreifen, niedriger ausfallen können? Hätten möglicherweise auch die negativen wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 abgefedert werden können? Schließlich schrumpfte die größte Volkswirtschaft der Welt allein im zweiten Quartal 2020 auf das Jahr hochgerechnet um 31,7 Prozent. Doch selbst vor Corona konnte Trump seinen vollmundigen Versprechungen, die einen Teil zu seinem überraschenden Sieg bei den Präsidentschaftswahlen 2016 beigetragen hatten, nicht immer Taten folgen lassen.

Hoher Preis

Donald Trump wollte das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Zu diesem Zweck gab es gleich zu Beginn seiner Amtszeit enorme Steuererleichterungen. Die Körperschaftssteuer wurde von 35 auf 21 Prozent gesenkt. Trump wollte dauerhaft Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3 oder mehr Prozent erreichen. Häufig hieß es vonseiten des New Yorker Immobilienmoguls, dass in seiner Präsidentschaft sogar Wachstumsraten von 4, 5 oder 6 Prozent möglich wären. Allerdings wuchs die US-Wirtschaft 2018 nur um 2,9 Prozent, während 2019 sogar nur ein Zuwachs von 2,3 Prozent zu Buche stand. Besonders ärgerlich: Selbst vor Corona war abzusehen, dass die positiven Auswirkungen der Steuererleichterungen der Trump-Regierung auf das Wirtschaftswachstum des Landes so langsam verpufften. Zudem hatte sich der Handelsstreit mit China negativ auf die Konjunktur ausgewirkt. Wie die BIP-Zahlen für 2020 ausfallen werden, steht in den Sternen.

Der Jahresauftakt war angesichts der durch COVID-19 verursachten Delle alles andere als vorteilhaft. Was jedoch als sicher gilt ist der Umstand, dass die Staatsverschuldung weiter aufgebläht wird. Ursprünglich hatte Trump für seine Steuererleichterungen damit geworben, dass sich diese quasi von selbst finanzieren würden. Eine verstärkte wirtschaftliche Aktivität sollte auch dem Staat trotz niedrigerer Steuern insgesamt mehr Einnahmen bescheren. Bereits vor dem Ausbruch von COVID-19 wuchs das Haushaltsdefizit der USA auf mehr als 1 Billion US-Dollar an. Das „Congressional Budget Office“ hatte für das Fiskaljahr 2020 ein Defizit von rund 1,1 Billionen US-Dollar geschätzt. Der wirtschaftliche Einbruch im Zuge der Coronavirus-Pandemie machte jedoch ein Eingreifen der US-Regierung erforderlich.

Verschiedene Maßnahmenpakete wurden verabschiedet, um die sozialen Auswirkungen abzufedern und die Wirtschaft möglichst schnell wieder anzukurbeln. Inzwischen geht die Behörde des Kongresses, die unter anderem die Belastungen geplanter Gesetzesvorhaben für den Haushalt einschätzt, von einem Defizit von etwa 3,7 Billionen US-Dollar aus. Dies würde einem Haushaltsdefizit von rund 18 Prozent entsprechen. Es wird außerdem geschätzt, dass die Staatsverschuldung zum Ende des laufenden Fiskaljahres einen Wert von 101 Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen wird. Damit nicht genug:

Für 2021 wird mit einem zusätzlichen Defizit von 2,1 Billionen US-Dollar oder knapp 10 Prozent des BIP gerechnet. 2019 lag dieser Wert noch bei 4,9 Prozent, was ebenfalls nicht gerade auf eine Ausgabendisziplin vonseiten der Trump-Regierung hindeutet. Entsprechend soll die Staatsverschuldung Ende 2021 auf rund 108 Prozent der Wirtschaftsleistung anwachsen. Und dies auch nur, wenn sich die Wirtschaft schnell von Corona erholt. Ende 2019 lag dieser Wert noch bei 79 Prozent.

Gutes Krisenmanagement gefragt

Vor dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie hatte sich die Trump-Regierung vor allem mit ihren wirtschaftlichen Erfolgen gerühmt. Es wurde auf ein schnelleres Wirtschaftswachstum als unter Präsident Barack Obama verwiesen. Nicht nur wegen der gleich zu Beginn verabschiedeten Steuerreform, sondern auch, weil die Trump-Regierung viele der in ihren Augen überflüssigen und wachstumshemmenden Regulierungen zurückgefahren hatte. Es wurden insbesondere Umweltstandards abgesenkt, um der Kohle- und Ölindustrie unter die Arme zu greifen. Dank dieser Maßnahmen und der Ankurbelung der Konjunktur sei die Arbeitslosigkeit deutlich schneller bekämpft worden, während Trump in besonderer Weise die Arbeitslosenzahlen bei Frauen und Minderheiten gesenkt hätte. Allerdings wirken die Zahlen, siehe BIP-Wachstum, insbesondere im Vergleich zu den vollmundigen Ankündigungen Trumps wenig beeindruckend.

Das Wirtschaftswachstum ist in den ersten drei Jahren der Trump-Präsidentschaft und in den letzten drei Jahren unter Präsident Obama mit etwas über 2 Prozent in etwa auf dem gleichen Niveau. Mit Corona hat nun auch Trump die Gelegenheit zu beweisen, dass er das Land aus einer Krise führen kann, nachdem es Obama gleich zu Beginn seiner Präsidentschaft mit den Folgen der weltweiten Finanzkrise zu tun hatte. Zumindest dürfte Trump einige wichtige Argumente für weitere wichtige Vorhaben seiner Regierung haben. Dazu gehören seit Beginn der Trump-Präsidentschaft gehandelte Infrastrukturinvestitionen. Darüber hinaus sollen die Steuern weiter gesenkt werden, während Regulierungen noch weiter zurückgefahren werden sollen. Auf diese Weise soll die US-Wirtschaft in Verbindung mit einer anhaltend lockeren Geldpolitik vonseiten der Notenbank Fed möglichst schnell aus der Coronakrise geführt werden.

Gleichzeitig bietet Corona jedoch auch eine Ausrede, falls wichtige Gesetzesvorhaben von Präsident Trump und der republikanischen Partei nicht gelingen sollten. Besonders schmerzhaft dürfte der Umstand sein, dass es nicht gelungen ist, die unter Obama durchgeführte Gesundheitsreform, den Affordable Care Act („Obamacare“), rückgängig zu machen und mit einer eigenen Reform zu ersetzen. Und dies, obwohl die Republikaner in den beiden ersten Jahren der Trump-Präsidentschaft die Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses innehatten. Da die Demokraten derzeit die Mehrheit im Repräsentantenhaus halten, ist ein „Repeal and Replace“ von „Obamacare“ kaum möglich. Als einen Erfolg und ein erfülltes Wahlversprechen kann Trump dagegen die Neuverhandlung des Freihandelsabkommens NAFTA mit Mexiko und Kanada verbuchen. Dieses läuft nun unter dem neuen Namen United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA). Wenn es um andere Wahlversprechen geht, fällt die Bilanz deutlich gemischter aus.

Gemischte Bilanz

Zu einem der berühmtesten Versprechen Trumps vor den Präsidentschaftswahlen 2016 gehörte der Bau einer Mauer zu Mexiko, um den Zustrom illegaler Einwanderer zu stoppen. Insbesondere sollte der südliche Nachbar für die enormen Kosten einer solchen Mauer aufkommen. Auch wenn ganz kleine Teile einer Befestigungsanlage gebaut oder alte Teile schlicht erneuert werden, dürfte Mexiko nicht für die Rechnung aufkommen. Seine Versprechen in Zusammenhang mit dem Iran wurden nur zur Hälfte erfüllt. Den von der Vorgängerregierung gemeinsam mit China, Russland, Frankreich, Großbritannien und Deutschland mit dem Iran ausgehandelten Atom-Deal hat Trump aufgekündigt. Ursprünglich wollte er ihn jedoch mit einem „besseren“ Deal ersetzen. Dies ist ihm allerdings nicht gelungen, obwohl er sich selbst als großer „Dealmaker“ versteht. Als innenpolitischen Erfolg kann er sich dagegen auf die Fahnen schreiben, die NATO-Verbündeten mit seiner aggressiven Rhetorik und dem Verweis, nicht genug für den Schutz durch die USA in Form von Militärausgaben zu bezahlen, dazu gebracht zu haben, mehr Geld für das Militär auszugeben.

Als Ziel seiner Kritik galt und gilt weiterhin vor allem Deutschland, das mit Blick auf die Verteidigungsausgaben ständig unter dem Zwei-Prozent-Ziel der NATO gemessen am BIP bleibt. Donald Trump und seine Anhänger verbuchen auch den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen als großen Erfolg, während man dies im Rest der Welt verständlicherweise ganz anders sieht. Besonders gefeiert wird er in den eigenen Reihen außerdem für die Besetzung von zwei Posten am Obersten Gerichtshof mit konservativen Richtern. Auch an den Bundesgerichten konnten die Posten zuletzt verstärkt im Sinne der republikanischen Partei besetzt werden. Dies ist nur ein Grund, warum die Republikaner Trump im Amtsenthebungsverfahren im Senat vom Vorwurf des Machtmissbrauchs und der Behinderung der Ermittlungen freigesprochen hatten und trotz vieler Kontroversen an ihm festhalten. Die Demokraten warfen Trump vor, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erpresst zu haben. Er hätte Militärhilfe für das Land zurückgehalten, solange dieses nicht Ermittlungen gegen den Sohn seines Widersachers bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen, Joe Biden, aufnehmen würden.

Wer kann seine Anhänger besser mobilisieren?

In diesem Jahr ist es für Donald Trump und seine Anhänger nicht nur wegen der Corona-Pandemie besonders wichtig, auf ihre Erfolge zu verweisen. Schließlich stehen am 3. November 2020 die nächsten US-Präsidentschaftswahlen an. Donald Trump will natürlich eine zweite Amtszeit. Für die demokratische Partei wird Joseph „Joe“ Biden ins Rennen gehen. Umfragen hatten den ehemaligen Vizepräsidenten unter Barack Obama zuletzt vorne gesehen. Doch die Wahlen 2016 haben gezeigt, dass dies nicht viel bedeuten muss. Hillary Clinton sah auch wie die sichere Siegerin aus. Sie sicherte sich zwar mit großem Vorsprung von fast 3 Millionen Stimmen die Stimmenmehrheit („Popular Vote“). Aufgrund des besonderen Wahlsystems in den USA konnte sich Donald Trump dank des knappen Erfolgs in vielen ausschlaggebenden Bundesstaaten („Swing States“) wie Pennsylvania, Wisconsin, Florida oder Michigan und der höheren Zahl an Wahlmännerstimmen zum 45. Präsidenten der USA küren. Die diesjährigen Wahlen versprechen nicht nur wegen der Coronavirus-Pandemie ganz besonders spannend zu werden.

Die USA wurden nach dem Tod von George Floyd durch einen Polizeieinsatz am 25. Mai 2020 in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota von einer Protestwelle erfasst. In allen 50 Bundesstaaten wurde gegen strukturellen Rassismus in der Gesellschaft und Polizeigewalt demonstriert. Donald Trump fiel vor allem dadurch auf, dass er ein hartes Eingreifen der Polizei und sogar des Militärs gegen Plünderer und Brandstifter, die die friedlichen Demonstrationen für ihre Zwecke missbrauchten, forderte. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Demonstrationen auf den Wahlausgang auswirken werden. Seine Basis dürfte jedoch weiterhin fest zu ihm stehen. Unter Republikanern liegen seine Zustimmungswerte immer wieder bei mehr als 90 Prozent und unter Demokraten bei gerade einmal etwas mehr als 10 Prozent. Damit wird die sehr große Spaltung der Gesellschaft unter Trump verdeutlicht. Der Ausgang der Wahlen dürfte daher in großem Maße davon abhängen, ob es Biden oder Trump besser schafft, seine Anhänger dazu zu bringen, zur Wahl zu gehen.

Haben sich Börsianer schon entschieden?

Während die Wähler in den USA ihr Kreuzchen auf dem Stimmzettel noch setzen müssen, scheinen sich Aktienmarktteilnehmer längst entschieden zu haben. Vor den US-Präsidentschaftswahlen 2016 hatte es allerhand Warnungen gegeben, welch negativen Einflüsse die Wahl Trumps auf die US-Wirtschaft und die Börsen haben würde. Es ist jedoch ganz anders gekommen. Die Trump’schen Steuererleichterungen und das Zurückfahren von Regulierungen, unter anderem in Bezug auf die Kreditvergaberestriktionen für Banken sowie in Zusammenhang mit Umweltauflagen, haben für Euphorie an den Börsen gesorgt. Wichtige Indizes wie der Dow Jones Industrial Average, S&P 500 und der Nasdaq Composite erreichten in diesem Jahr neue Rekordstände. Zwar sorgte die Coronavirus-Pandemie dafür, dass die in der Trump-Präsidentschaft erzielten Kursgewinne zeitweise wettgemacht wurden, allerdings stabilisierten sich die Märkte relativ schnell und setzten ihre Rekordjagd fort. Es ist kein Wunder, dass Donald Trump gerade zu Jahresbeginn gerne auf die Kurssteigerungen am Aktienmarkt während seiner Amtszeit verwiesen hatte. Trotzdem kann die Performance nicht ganz mit derjenigen von seinem Vorgänger mithalten.

Zur besseren Vergleichbarkeit sollen jeweils die ersten drei Jahre seit dem Amtseintritt betrachtet werden. Im Fall von Obama erfolgte dieser am 20. Januar 2009, während Trump am 20. Januar 2017 vereidigt wurde. Im Fall von Trump steht für den S&P 500 in den ersten drei Jahren seiner Präsidentschaft eine Kursperformance von 47 Prozent zu Buche, während der Dow Jones in der gleichen Zeit knapp 49 Prozent an Wert zulegen konnte. In Obamas ersten drei Jahren standen dagegen Kurssteigerungen von knapp 61 Prozent bzw. 57 Prozent zu Buche. Barack Obama begann jedoch aufgrund der Finanzkrise auf einem niedrigen Niveau. Bei Trumps Amtseinführung hatte sich die US-Wirtschaft bereits stark entwickelt, während die Aktienkurse auf einem hohen Niveau lagen. Zudem scheint Trump die Corona-Delle, zumindest am Aktienmarkt, gut überstanden zu haben. Sollte er im November wiedergewählt werden, könnte weiteres Potenzial vorhanden sein. Schließlich bleibt die Geldpolitik der Fed locker, während weitere Konjunkturpakete, Infrastrukturinvestitionen, Steuererleichterungen und weniger Regulierungen winken.

Die Vergangenheit zeigt, dass die Börsen mit Donald Trump im Weißen Haus mehr als nur leben können. Der Demokrat Joe Biden hält jedoch einige Risiken bereit. Auch er steht grundsätzlich für einen wirtschaftsfreundlichen Kurs. Allerdings haben viele Vertreter der US-Wirtschaft die Sorge, dass er zu viele Kompromisse mit den linksradikalen Kräften in der demokratischen Partei eingehen muss. In den beiden vergangenen Vorwahlen der Demokraten hat der Senator aus dem Bundesstaat Vermont, Bernie Sanders, sowohl Hillary Clinton als auch Joe Biden einen erbitterten Kampf geliefert und viele Stimmen auf sich vereinen können. Entsprechend ist die demokratische Partei in den vergangenen Jahren nach links gerückt. Auch der Aufstieg junger Politiker und Politikerinnen wie der New Yorkerin Alexandria Ocasio-Cortez haben zu der Wandlung der Partei beigetragen. Entsprechend leicht fällt es Republikanern inzwischen, die demokratische Partei als eine Vereinigung zu verunglimpfen, die die Einführung des Sozialismus auf ihrer Agenda hat.



Am US-Markt partizipieren

Auch wenn die US-Wirtschaft noch eine ganze Weile unter den Folgen der Coronavirus-Pandemie leiden dürfte, scheinen Aktienmarktteilnehmer eher bereit zu sein, zur Tagesordnung überzugehen. Selbst Handelsstreitigkeiten mit China scheinen Börsianer an der Wall Street nicht allzu sehr zu stören. Dies hatte sich in der Zeit vor der Anfang dieses Jahres erzielten Teileinigung im Handelskonflikt bereits gezeigt. Zudem bleibt die Geldpolitik der Fed locker. Leitzinserhöhungen dürften vorerst vom Tisch sein. Schließlich wollen auch die US-Notenbanker die Wirtschaft nach Corona möglichst schnell ankurbeln. Es ist davon auszugehen, dass die großen US-Technologiekonzerne wie Microsoft, Apple, Alphabet, Facebook oder Amazon die Aktienmärkte insgesamt anschieben werden. Zumal viele von ihnen im Zuge der Digitalisierung in besonderer Weise von den Auswirkungen von Corona auf unseren Alltag profitieren sollten. Anleger können es sich mit einem börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded Fund, ETF) besonders einfach machen und gleich auf den gesamten US-Markt setzen. Im Fall des S&P 500 hat die Fondsgesellschaft BlackRock mit dem iShares Core S&P 500 UCITS ETF (WKN: A0YEDG / ISIN: IE00B5BMR087) einen wahren Riesen seiner Zunft im Angebot. Anders als bei aktiv gemanagten Fonds fällt hierbei der Ausgabeaufschlag weg. Schließlich versucht der im Mai 2010 aufgelegte börsengehandelte Indexfonds die Entwicklung des Index, der die 500 gemessen an der Markkapitalisierung größten US-Unternehmen enthält, nachzubilden. Auf diese Weise müssen sich Anleger nicht auf eine aufwendige Suche nach mutmaßlichen Outperformern begeben.

iShares Core S&P 500 UCITS ETF
WKN A0YEDG
ISIN IE00B5BMR087
Auflagedatum 18. Mai 2010
Produkttyp ETF
Emittent iShares plc

Die Technologie-Alternative

In den vergangenen Jahren gehörte der Technologiesektor zu den Outperformern am US-Aktienmarkt. Unternehmen wie Microsoft, Apple, Alphabet oder Amazon erreichten Marktkapitalisierungen von mehr als 1 Billion US-Dollar. Die Corona-Pandmie könnte diesen Unternehmen einen zusätzlichen Schub verleihen. Die Menschen bleiben häufiger zu Hause. HomeOffice ist angesagt. Eingekauft wird verstärkt online. Außerdem ist der Bedarf an Videospielen sowie Filme und Serien in Zeiten von Corona enorm. Wer als Anleger verstärkt den US-Technologiebereich im Blick hat, dürfte den Nasdaq100 interessant finden. Mithilfe entsprechender Hebelprodukte wie des Citigroup Open End Turbo Bulls auf den Nasdaq100 können Anleger sogar überproportional von seiner Entwicklung teilhaben.

Nasdaq100 Open End Turbo Bull
WKN KB2M03
ISIN DE000KB2M031
Emissionstag 29. April 2020
Produkttyp Open End Turbo Bull
Emittent Citigroup


Enge Partnerschaft

Wie gut die Beziehung der Unternehmenslenker in den USA mit Donald Trump ist, zeigt sich gelegentlich bei gemeinsamen medienwirksamen Auftritten. Wenn das Land vor einem Problem steht, versichert der Präsident, dass die tollen Unternehmen des Landes, dieses Problem mit ihren genauso tollen Produkten schon lösen werden. So auch im Fall der Coronavirus-Pandemie. Ein solcher Auftritt fand am 27. April 2020 im Rose Garden des Weißen Hauses statt. Reporter durften zuschauen, wie sich Trump und einige Unternehmenslenker gegenseitig auf die Schulter klopften. Unter ihnen war zum Beispiel Doug McMillon, President und CEO des Einzelhandelskonzerns Walmart. Er nutzte die Gelegenheit, um insbesondere den vielen Walmart-Mitarbeitern zu danken, die in den Geschäften oder Logistikzentren hervorragende Arbeit geleistet hätten, um das amerikanische Volk auf dem Höhepunkt der Coronakrise mit allen benötigten Waren zu Versorgen und dabei das Risiko einer COVID-19-Ansteckung eingegangen sind.

Auch Larry Merlo, President und CEO des Apothekenbetreibers CVS Health wurde eine ideale Plattform geboten, nicht nur sein Unternehmen in den Vordergrund zu stellen, sondern auch Präsident Donald Trump auf die Schulter zu klopfen. Marc N. Casper, Präsident und CEO von Thermo Fisher Scientific, durfte wiederum die Corona-Testkits des US-Technologieunternehmens anpreisen. Es sind solche Gelegenheiten, die zeigen, dass die Wirtschaft keine Probleme mit weiteren vier Jahren mit Donald Trump als dem mächtigsten Mann der Welt hätte. Zumal es nicht nur gemeinsame Auftritte sind, die Großunternehmen in den USA zugutekommen, wenn Donald Trump im Weißen Haus sitzt. Einen wahren Geldregen gab es für Firmen in sämtlichen Branchen im Zuge der Trump’schen Steuerreform. Dieser floss ganz besonders in Aktienrückkäufe, was wiederum die Aktienkurse der börsennotierten Unternehmen beflügelte. Eine Branche durfte sich über die Steuersenkungen ganz besonders freuen. Der Bankensektor. Allerdings trübte COVID-19 die gute Stimmung bei JPMorgan Chase, Citigroup, Goldman Sachs & Co wieder etwas ein.

Den US-Banken kamen die Steuererleichterungen in besonderer Weise zugute. Laut Bloomberg konnten die Finanzinstitute ihre Steuerzahlungen im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um rund 21 Milliarden US-Dollar senken. Im Schnitt fielen die Steuerbelastungen von rund 28 Prozent in 2016 auf unter 19 Prozent. Darüber hinaus hatte die Trump-Regierung einige nach der Finanzkrise eingeführte Beschränkungen in Verbindung mit der Vergabe von Krediten zurückgefahren, um die Konjunktur noch mehr anzuheizen. Die Finanzinstitute freute dies natürlich. Außerdem sollten die US-Banken von den begonnenen Leitzinserhöhungen der Fed profitieren. Doch damit ist es seit der Corona-Pandemie vorbei. Die US-Notenbank hat die Leitzinsen wieder nahe null gedrückt. Zudem wurde ein massives Anleihenkaufprogramm aufgelegt, um die US-Wirtschaft nach Corona wieder anzukurbeln. Für die Banken des Landes bedeutet dies, dass sie wie in den Jahren nach der Finanzkrise wieder mit Niedrigzinsen fertig werden müssen. Darüber hinaus sorgt Corona für viele Firmenpleiten. Kredite können in vielen Fällen nicht mehr bedient werden. Die Institute müssen die entsprechende Vorsorge erhöhen, was sich negativ auf die Unternehmensgewinne auswirkt. Allerdings könnten Donald Trump und die US-Regierung bald für Erleichterung sorgen, wenn eine neue Runde von Steuersenkungen verabschiedet und die US-Wirtschaft wieder angekurbelt werden sollte.

FAZIT

Nach dem ersten Corona-Schock haben sich die Börsen in den USA relativ schnell stabilisiert. Allerdings bleibt das Land der Mittelpunkt der weltweiten Coronavirus-Pandemie. Zudem könnten die Lockdown-Lockerungen zu früh kommen. Im Winter droht eine zweite Ansteckungswelle. Donald Trump hat für diesen Fall bereits angekündigt, dass es dieses Mal keinen erneuten Shutdown der gesamten Wirtschaft geben wird. Zudem sorgen der ungewisse Ausgang der kommenden Präsidentschaftswahlen, die neuen Spannungen mit China und die Demonstrationen in US-Städten für einige Unsicherheiten. Trotzdem bleibt der US-Markt allein schon wegen seiner schieren Größe und Bedeutung für die weltweiten Finanzmärkte für Investoren ganz besonders interessant. In Zeiten von Corona dürfte sich der Blick vor allem auf die Bereiche Gesundheit und Technologie richten. Schließlich sind in diesen Segmenten besonders viele Unternehmen zu finden, die sich gegenüber der Coronakrise nicht nur relativ robust gezeigt haben, sondern sogar zu den Profiteuren der Corona-Pandemie gezählt werden können. Gleichzeitig profitiert die gesamte US-Wirtschaft von den Konjunkturprogrammen der Regierung sowie der anhaltend lockeren Geldpolitik der Fed.

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