Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Die letzten Tage waren wieder einmal sehr ereignisreich. Erst knackt der DAX die Marke von 13.000 Punkten, dann einigt sich die EU auf ihren milliardenschweren Wiederaufbaufonds. Die NASDAQ wiederum steigt auf ein neues Allzeithoch. Man könnte meinen, es ist alles in Butter. Aber ist das tatsächlich so?

In der vergangenen Ausgabe schrieben wir: „Wenn die Märkte gut laufen, sollte man bekanntlich den Trend surfen.“ Daran hat sich nichts geändert. Grundsätzlich sollte man sich nie gegen den Markt stellen. Wenn die Notenbank-Billionen jegliche Krise übertünchen, sollte man die Kurssteigerungen mitnehmen. Aber gleichzeitig sollte man immer darauf gefasst sein, dass die „meistgehasste Rallye“ aller Zeiten plötzlich zu Ende geht.

Pandemie? Welche Pandemie?

Schaut man sich das Marktgeschehen an, könnte man nicht glauben, dass wir uns in der größten Pandemie seit über hundert Jahren befinden. Trotz zum Teil drastisch steigender Fallzahlen in einzelnen US-Bundesstaaten oder in anderen Regionen der Welt ist börsentechnisch die Corona-Pandemie vorbei. Das überrascht, denn bislang gibt es weder Medikamente noch ein Impfstoff – bei allen positiven Signalen seitens der Forschung.

Print, Baby, print!

Der Grund für die schnelle Erholung nach dem Absturz im März ist schnell gefunden: Die ultralockere Geldpolitik von Fed, EZB und Co. Tatsächlich haben es die Notenbanken geschafft, jegliche Sorgen vergessen zu machen. Das hat den Mutigen an der Börse zwar geholfen, aber zugleich mehrere Probleme geschaffen.

Gewaltige Risiken

Die Wirtschaft liegt in Teilen noch immer am Boden. Entsprechende gesellschaftliche Folgeschäden werden bisher nur durch staatliche Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld oder die finanziellen Hilfen in den USA für Arbeitslose aufgefangen. Die Auswirkungen auf wirtschaftliche Entwicklung und die Staatshaushalte sind nur mühsam sichtbar. Das dicke Ende könnte hier also erst noch bevorstehen.

Die Hausse, insbesondere in den USA, ist von den Hightechs getrieben. Im Nasdaq100 machen die die sieben FANGMAN-Aktien bereits mehr als die Hälfte der Marktkapitalisierung aus. Das kann auf Dauer nicht gesund sein.

Die genannte Klumpung kann vor allem im Zusammenhang mit der gerade laufenden Berichtssaison zum „Knaller“ werden. Wir haben es ja bereits bei Netflix gesehen, wohin enttäuschte Quartalszahlen eine Aktie bringen können. Trifft es nun eine von den großen Hightechs ist ganz schnell ein veritable Krise im Entstehen.

Fazit

Wie bereits erwähnt, stellen wir uns nicht gegen den Markt. Aber wir verweisen auf die zunehmenden Risiken, die mit jedem neuen Kursanstieg bzw. Allzeithoch weiter wachsen. Anleger sollten ihr Depot entsprechend aufstellen, dass auch unvorhergesehene Ereignisse nicht zum großen Problem führen.

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund und verlieren Sie Ihren Optimismus nicht.

Ihre marktEINBLICKE-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

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