Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Andrea Cünnen schrieb am 21. Juli im Handelsblatt: „Größer könnten die Widersprüche kaum sein. Vor allem in den USA tobt Corona weiter, die Weltwirtschaft steckt inmitten der Rezession, die Arbeitslosenzahlen schnellen weltweit hoch. Und was machen die Börsen? Sie steigen und steigen.“ Und damit hat Frau Cünnen vollkommen recht! Denn allen Widrigkeiten zum Trotz, marschierten die Märkte zuletzt entweder auf neue Bestmarken (Nasdaq Composite) oder in Richtung ihrer bisherigen Rekordhochs (DAX) bzw. überwanden wichtige Widerstände (Dow Jones). Einzig der Goldpreis macht, was angesichts der teils dramatischen Entwicklungen an der Pandemie-Front und/oder Realwirtschaft auch zu erwarten ist und steigt – seinem Allzeithoch aus dem Jahr 2011 entgegen. Das liegt bei 1.920 US-Dollar je Unze, stammt vom 6. September des genannten Jahres 2011 und könnte heute schon Geschichte sein. Denn:

Sekt oder Selters

Nachdem es am Donnerstag bereits bis auf 1.898 US-Dollar ging, ist der Sekt quasi schon kaltgestellt. Nicht mehr ganz so hoch fliegen dagegen die US-Techwerte, die jedoch – das gilt zumindest für den breiter gefassten Nasdaq Composite – am Mittwoch erst ein neues Rekordhoch aufstellen konnten, die Verschnaufpause sei ihnen also gegönnt. Weiter hinten im Feld (und damit vielleicht auch etwas spannender) tummeln sich die „Standard“-Indizes, allen voran die Leitwölfe Dow Jones und der deutsche DAX. Letzterer knackte mit Verve die 13.000er-Barriere, nachdem die Kurse sich endlich von der markanten Volumenspitze rund um 12.500 nach oben abdrücken konnten. Der Schwung war so groß, dass es auch gleich für einen ersten Angriff auf die nächste Hürde bei 13.200 Zählern reichte. Aber:

Stunde(n) der Wahrheit

Für den Re-Break fehlten dann doch noch ein paar Körner, zumal die euphorische Stimmung auf dem Parkett, die vor allem zum Wochenstart die Kurse antrieb, mittlerweile wieder einer gewissen Skepsis oder sogar Angst zu weichen scheint. Vielleicht. Im Chart sind die nächsten Landemarken jedenfalls ohne jeden Zweifel vorgegeben: Nach oben bremsen die Widerstände bei 13.200 und 13.500, bevor es tatsächlich, kaum vorstellbar, aber wahr, zum Test des Allzeithochs vom 17. Februar bei 13.795 Punkten kommen könnte. Auf der Unterseite steht dagegen nun die 13.000er-Schwelle als erster Halt im Fokus; wird die erneut (Achtung, hier zählt erst der Schlusskurs heute Abend!) unterboten, müsste mit dem neuerlichen Test der Unterstützungen bei 12.800 (da ist der Index auch schon dran!) und 12.500 bzw. dem doppelten Halt aus GD200 und 12.000er-Marke gerechnet werden. Womit dann wohl auch die jüngste Aufwärtsbewegung ernsthaft auf den Prüfstand gestellt werden dürfte!

PrimequantsEin Beitrag von Sebastian Jonkisch von Prime Quants

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Bildquellen: Prime Quants / Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

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