Bildquelle: Pixabay / qimono

In der Pharmabranche dreht sich in diesen Tagen alles um das Coronavirus SARS-Cov-2 und die dadurch verursachte Lungenkrankheit COVID-19. Weltweit suchen Unternehmen und Forschungsinstitute nach Schutzimpfungen und Medikamenten. In dieser Woche gerieten auch die jüngsten Geschäftszahlen einiger Vertreter aus dem Pharma- und Gesundheitsbereich in den Fokus.

Pfizer und BioNTech machen ernst

Der US-Pharmariese Pfizer (WKN: 852009 / ISIN: US7170811035) beteiligt sich gemeinsam mit dem deutschen Biotechnologieunternehmen BioNTech (WKN: A2PSR2 / ISIN: US09075V1026) an der Impfstoffsuche.

Am Montag startete weltweit eine Studie ihres Impfstoffkandidaten BNT162b2 an Menschen. Es werde insgesamt bis zu 30.000 Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 85 Jahren geben. Nur einen Tag später stand Pfizer mit den neuesten Geschäftszahlen parat.

Natürlich waren auch diese von Corona gekennzeichnet. Pfizer musste im zweiten Quartal 2020 einen Umsatzrückgang im Vorjahresvergleich um 11 Prozent auf 11,8 Mrd. US-Dollar einfahren. Der Nettogewinn schrumpfte sogar um 32 Prozent auf 3,4 Mrd. US-Dollar. Allerdings wurden die Markterwartungen geschlagen. Außerdem hob das Management den Ausblick an.

AstraZeneca im Fokus

Pfizer und BioNTech sind bei weitem nicht allein, wenn es um die Suche nach Corona-Schutzimpfungen geht. AstraZeneca (WKN: 886455 / ISIN: GB0009895292) und die Oxford University schicken ihren Vektorviren-Impfstoff AZD1222 ins Rennen.

AstraZeneca stand in dieser Woche jedoch nicht nur wegen der Suche nach Corona-Impfstoffen im Fokus. Der Konzern schaffte es im ersten Halbjahr 2020, Umsatz, Ergebnis und Cashflow zu steigern. All dies hatten die Briten der erfolgreichen Einführung neuer Medikamente zu verdanken.

Was läuft da mit Gilead?

Zwischen Januar und Juni 2020 lagen die konzernweiten Umsatzerlöse bei 12,6 Mrd. US-Dollar, 12 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr 2020 rechnet das Management mit einem Umsatzplus im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Der Gewinn je Aktie soll am oberen Ende der Spanne zwischen 13 und 19 Prozent liegen. AstraZeneca ist auch aus einem anderen Grund interessant.

Vor kurzem sind am Markt Fusionsgerüchte aufgetaucht. So soll Gilead Sciences (WKN: 885823 / ISIN: US3755581036) das Interesse von AstraZeneca geweckt haben. Das US-Biotechnologieunternehmen steht derzeit mit seinem Mittel Remdesivir im Mittelpunkt des Kampfes gegen COVID-19. Auch deshalb fiebern Investoren der am Donnerstagabend anstehenden Bekanntgabe der neuesten Gilead-Zahlen entgegen.

Der nächste Kandidat

Sanofi (WKN: 920657 / ISIN: FR0000120578) aus Frankreich und der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) (WKN: 940561 / ISIN: GB0009252882) beteiligen sich ebenfalls an der Suche nach Schutzimpfungen. Da passt es natürlich, dass sie bereits mit der britischen Regierung eine Lieferung von bis zu 60 Millionen Dosen ihres Impfstoffkandidaten vereinbart haben. Eine Phase-3-Studie soll zum Jahresende beginnen und die Zulassung im ersten Halbjahr 2021 erfolgen.

Auch Sanofi hat zuletzt gezeigt, dass Corona den Geschäften des Unternehmens nicht viel anhaben kann. Vor allem dank sehr guter Geschäfte mit dem Neurodermitis-Mittel Dupixent®. Zwar sanken die Umsätze im zweiten Quartal um 4,9 Prozent auf 8,2 Mrd. Euro, dagegen sorgten Sparmaßnahmen und Anteilsverkäufe für Ergebnisverbesserungen.

FAZIT

Die Technologie- und die Pharmabranche zeigen derzeit, dass es auch in Krisenzeiten lohnende Investments am Aktienmarkt gibt. Im Pharmabereich sorgt die Suche nach Corona-Impfstoffen für reichlich Schwung. Allerdings können nicht alle an der Suche beteiligten Unternehmen zu den Gewinnern zählen. Daher wird sich die Euphorie in vielen Fällen legen, wenn sich Favoriten unter den Impfstoffkandidaten herauskristallisieren sollten.

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