Bildquelle: Gilead Sciences

Wenn man sich den Hype rund um das ursprünglich gegen Ebola entwickelte Medikament Remdesivir anschaut, dann hätte man vermuten können, dass das für Remdesivir verantwortliche Unternehmen, Gilead Sciences (WKN: 885823 / ISIN: US3755581036), erfreulichere Quartalsergebnisse abliefern würde.

Schwächere Nachfrage nach Hepatitis-C-Medikamenten

Schließlich ist Remdesivir das erste in der EU gegen die Lungenkrankheit COVID-19 zugelassene Medikament. Auch die US-Regierung schwört auf Remdesivir im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Die jüngsten Geschäftszahlen spiegelten dies allerdings nicht wider, da Corona die Umsätze anderer Gilead-Produkte belastete, insbesondere der lange Zeit sehr erfolgreichen Hepatitis-C-Mittel. Diese bekamen es außerdem einmal mehr mit einer verstärkten Konkurrenz vonseiten von Nachahmerprodukten zu tun.

Unter den Erwartungen

Im zweiten Quartal schrumpften die konzernweiten Umsatzerlöse um knapp 10 Prozent auf 5,1 Mrd. US-Dollar. Im ersten Halbjahr lag der Rückgang bei knapp 3 Prozent auf 10,7 Mrd. US-Dollar. Der Nettoverlust betrug im zweiten Quartal 3,3 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: +1,9 Mrd. US-Dollar), während dieser zwischen Januar und Juni bei 1,8 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: +3,9 Mrd. US-Dollar) gelegen hatte.

Bereinigt um Einmaleffekte wurde für das Juni-Quartal ein Gewinn je Aktie in Höhe von 1,11 US-Dollar ausgewiesen. Analysten hatten laut Refinitiv im Schnitt jedoch mit einem Wert von 1,45 US-Dollar gerechnet. Überzeugen konnte Gilead dagegen mit einer robusten Entwicklung bei seinen HIV-Medikamenten.

Der Ausblick bleibt angesichts der Unsicherheiten rund um das Coronavirus unklar. Langfristig hat Gilead jedoch sehr viel vor. Bis 2030 will man Patienten mindestens zehn bahnbrechende Medikamente zur Verfügung stellen. Kurzfristig liegt der Fokus auf der Bereitstellung von Remdesivir im Kampf gegen COVID-19. In diesem Jahr sollen Medikamente für rund 1 bis 1,5 Millionen Behandlungen bereitgestellt werden. In der Regel sieht eine solche Behandlung die Einnahme von sechs Remdesivir-Fläschchen verteilt über fünf Tage vor.

FAZIT

Der ersten Euphorie rund um Remdesivir im Kampf gegen COVID-19 und einem möglichen Zusammenschluss mit AstraZeneca (WKN: 886455 / ISIN: GB0009895292) folgte zuletzt Ernüchterung. Die Gilead-Aktie konnte keine Bäume ausreißen. Mittel- bis langfristig bleibt es fraglich, wie viel Kurspotenzial vorhanden ist. Zu seinen besten Zeiten lebte Gilead davon, dass seine Hepatitis-C-Mittel extrem teuer waren. Angesichts der aktuellen Diskussion um ausufernde Medikamentenpreise und Gesundheitskosten ist es fraglich, ob diese Zeiten so schnell zurückkehren werden.

Anleger, die jedoch von der Stärke von Gilead Sciences überzeugt sind, können mit einem Mini-Future Long (WKN: MC5XVW / ISIN: DE000MC5XVW2) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren. Pessimisten haben mit entsprechenden Short-Produkten (WKN: MC8ZNH / ISIN: DE000MC8ZNH9) die Möglichkeit, auf fallende Kurse bei Gilead Sciences zu setzen.

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Bildquelle: Gilead Sciences

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