Bildquelle: Pressefoto Rocket Internet

Die frühere Startup-Schmiede und heutige Venture Investor Rocket Internet (WKN: A12UKK / ISIN: DE000A12UKK6) aus dem Samwer-Imperium habe ich zweieinhalb Jahre als Aktionär begleitet und das mit mäßigem Erfolg. Ende Januar habe ich mich dann verabschiedet. Dank Corona haben sich nun einige Rahmenbedingungen stark und nachhaltig verändert, was auch das Business und die Beteiligungen von Rocket Internet betrifft. Dabei ist die Bewertung noch attraktiver geworden, während eines meiner größten Probleme weiterhin latent-aggressive vor sich hin schlummert.

Trotzdem ist die Bewertung nun dermaßen attraktiv, dass ich Rocket Internet nicht mehr ignorieren kann. Gegenüber dem Jahresstart hat der Kurs deutlich nachgegeben, während die größten Beteiligungen sich teilweise im Kurs vervielfacht haben. Und was Aktienrückkäufe zu Kursen deutlich unterhalb des Substanzwerts (NAV) bewirken können, macht gerade Rockets „großes Vorbild“ Softbank Group vor, das neue Allzeithochs anpeilt. Davon ist der flügellahme Rocket-Kurs noch weit entfernt. Noch…

Fangen wir mit dem Negativen an: Oliver Samwer hat noch immer kein Interesse daran, seine Mitaktionäre gut zu behandeln und das Unternehmen im Sinne des Shareholder Value transparent und aktionärsfreundlich zu führen. Das stört mich und es bleibt ein Punkt, der nicht wegzudiskutieren ist. Da muss man seinen Frieden mit machen (können), wenn man in dieses Unternehmen investieren möchte. Und das möchte ich wieder, natürlich aus anderen Gründen.

Der entscheidende Grund für meinen Neueinstieg ist die abstrus niedrige Bewertung. Die Aktie von Rocket Internet ist bei knapp €18 ein Schnäppchen, sie notiert meilenweit unterhalb ihres Substanzwerts.

»Ein Schnäppchen, das ein Schnäppchen bleibt, ist kein Schnäppchen.«
(Martin Whitman)

Das große Aber folgt sogleich, denn Rockets Aktienkurs notiert schon seit längerer Zeit unterhalb des NAV und als Investment macht die Aktie natürlich nur dann einen Sinn, wenn es operativ so gut läuft, dass der Kurs entsprechend steigt, oder wenn der NAV-Abschlag sich reduziert – im Idealfall passiert beides. Und genau das könnte nun bevorstehen…

Der Substanzwert

Rocket Internet hat einige gravierende Fehler gemacht mit seinen aufgezogenen Ventures, vor allem der überhastete und völlig überflüssige Fire Sale in den letzten anderthalb Jahren hat die Kurse der betreffenden Beteiligungen stark gedrückt und damit auch die Verkaufserlöse. Ansonsten würde der Cash-Bestand aktuell nicht bei €1,8 Mrd. liegen, sondern deutlich darüber…

Auf www.intelligent-investieren.net geht es weiter…

Kissig Ein Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Michael C. Kissig / Pressefoto Rocket Internet

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