Bildquelle: Pressefoto Commerzbank AG

Die Aktie der Commerzbank (WKN: CBK100 / ISIN: DE000CBK1001) ist am Mittwochvormittag mit einem kräftigen Kursplus von zeitweise um mehr als fünf Prozent in den Handel gestartet, und das obwohl die jüngsten Geschäftszahlen, die am Mittwochmorgen veröffentlicht worden sind, schwer durch die Corona-Pandemie eingetrübt worden sind. Das gilt auch für den Ausblick für das Gesamtjahr.

Verlustprognose

Wegen der Pandemie und der Kosten für den Konzernumbau rechnet der MDAX-Konzern für das Gesamtjahr 2020 mit einem Verlust. Als Gründe hierfür werden die erhöhte Prognose für die Risikovorsorge im laufenden Jahr und der stärkere coronabedingte Druck auf die Erträge im Firmenkundengeschäft genannt.

Im Vorfeld hatte das Kreditinstitut wie in den Vorjahren noch einen Gewinn angepeilt, dieses Ziel aber wegen des Umfelds und der Aufwendungen für die Neuausrichtung als „sehr ambitioniert“ eingestuft. Branchenexperten sind von der jetzigen Verlustprognose nicht überrascht, da die meisten ohnehin einen Verlust prognostizieren.

Positiv und besser als erwartet fiel dagegen das operative Ergebnis im zweiten Quartal aus, das zwar um rund ein Drittel auf 205 Mio. Euro sank. Analysten hatten jedoch mit einer Halbierung auf rund 150 Mio. Euro gerechnet.

Große Belastung Wirecard?

Die Risikovorsorge stieg im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr von 178 Mio. Euro auf 469 Mio. Euro. Das resultierte laut der Commerzbank neben den Corona-Effekten auch aus einem großen Einzelfall im Volumen von 175 Mio. Euro. Analysten vermuten, dass es sich hierbei um Kredite an Wirecard (WKN: 747206 / ISIN: DE0007472060) handelt. Die Commerzbank ist einer der größten Gläubiger des seit Juni insolventen Zahlungsdienstleisters.

Gewinneinbruch weniger schlimm als befürchtet

Doch es gibt auch Positives zu vermelden. Wegen der Corona-Pandemie legten die Erträge im zweiten Quartal insbesondere wegen einer gestiegenen Aktivität der Kunden an den Aktienmärkten um sieben Prozent auf 2,3 Mrd. Euro zu. Unter dem Strich wurde ein Gewinn von 231 Mio. Euro verbucht, der um rund ein Fünftel niedriger ausfiel als im Vorjahr. Die Quartalszahlen fielen damit besser aus als von Branchenexperten erwartet worden ist.

Kräftiges Gewinnpotenzial

Mit dem Kursgewinn vom Mittwochvormittag (+5,5 Prozent, 4,79 Euro) hat die Commerzbank-Aktie die 200-Tage-Linie (4,60 Euro) übersprungen und damit ein neues Kaufsignal generiert. Wird als Nächstes auch noch das Juli-Top bei 4,86 Euro überwunden, ist der Weg frei bis zum bisherigen Jahreshoch vom Februar bei 6,83 Euro. Mittelfristig eröffnet sich damit ein weiteres Gewinnpotenzial von über 40 Prozent.

Anleger, die von einem Comeback der Commerzbank-Aktie überzeugt sind, können mit einem Mini Future Long (WKN: MC9N21 / ISIN: DE000MC9N213) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren. Skeptiker haben ebenfalls mit passenden Short-Produkten (WKN: MC6T07 / ISIN: DE000MC6T075) die Gelegenheit, auf fallende Kurse der Commerzbank-Aktie zu setzen.

Melden Sie sich hier für unsere kostenlosen Newsletter an. Sie finden dort unser kostenfreies Newsletter-Angebot u.a. mit “marktEINBLICKE Auf die Schnelle” (Wochentags) und “marktEINBLICKE D-A-CH Rundschau” (Samstags).

Bildquelle: Pressefoto Commerzbank AG

0 0 vote
Article Rating
Bitte teilen
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
3 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
trackback

[…] die Corona-Pandemie die jüngsten Commerzbank–Geschäftszahlen eigetrübt hat und das Finanzinstitut für das Gesamtjahr 2020 mit einem Verlust rechnet, konnte […]

trackback

[…] der Commerzbank (WKN: CBK100 / ISIN: DE000CBK1001) ist eine wichtige Personalentscheidung gefallen: Am Samstagabend […]