Bildquelle: Siemens Healthineers

Akquisen sind in der Pharmabranche keine Seltenheit. Der Zeitpunkt und das Volumen der Übernahme des amerikanischen Unternehmens Varian durch Siemens Healthineers ist trotzdem außergewöhnlich. Für den Münchner Medizintechnikhersteller ist das gleichermaßen ein strategisch kluger als auch risikoreicher Schachzug.

Die Übernahme von Varian passt in die Strategie von Siemens

Die Medizintechnikbranche ist stark durch einen Hang zur Übernahmen von Mitbewerbern gekennzeichnet. Im Jahre 2015 wechselten nach Schätzungen über 250 Medizintechnik-Firmen im Gesamtwert von USD 130 Mrd. den Besitzer. Auch in den Folgejahren setzte sich der Trend weiter fort. Vergangenes Jahr lag das Transaktionsvolumen etwa bei USD 80 Mrd. Selbst der Corona Krise zum Trotz hält dieser Trend auch aktuell an.

Die geplante Akquisition von Varian Medical Systems durch Siemens Healthineers ist (WKN: SHL100 / ISIN: DE000SHL1006) mit einem Transaktionsvolumen von USD 16,4 Mrd. die größte Medtech-Transaktion in diesem Jahr. Varian gilt im Bereich der Strahlentherapie zur Krebsbekämpfung als führender Anbieter und soll der Siemens-Medizintechniktochter dabei helfen, sich von einem reinen Gerätehersteller zu einem Anbieter einer Wertschöpfungskette im Gesundheitswesen zu wandeln. Mit der Eingliederung Varians in das bestehende Geschäftsmodell bleibt man der Strategie des Wachstums durch Übernahme – wie in der Branche üblich – treu. So hat Varian selbst nicht zuletzt durch Übernahmen von amerikanischen und chinesischen Unternehmen die Marktführerschaft bei der Strahlentherapie erreicht.

Eine geplante Kapitalerhöhung soll bei der Realisierung des ambitionierten Plans helfen. Die Ausgabe neuer Aktien soll den halben Kaufpreis finanzieren. Die neu ausgegebenen Titel sollen überwiegend an institutionelle Investoren gehen. Dadurch kommt der Siemens Konzern dem strategischen Ziel näher, weniger Einfluss auf die Entscheidungen der Tochter Siemens Healthineers zu haben. Geplant ist, die Beteiligung von Siemens von 85 Prozent auf 72 Prozent zu reduzieren. Durch den größeren Streubesitz erhofft man sich, den Aufstieg von Healthineers vom M-Dax in den Dax zu erleichtern…

Weiter geht es auf dem Vontobel-Blog.

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: Siemens Healthineers

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