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Nach der wirtschaftliche Abkühlung, die sich schon Anfang des Jahres abzeichnete, der starken Absenkung der Leitzinsen durch die Fed um 1,5 Prozentpunkte auf 0,00 bis 0,25 Prozent innerhalb von zwei Wochen und der Auflegung neuer Wertpapierkaufprogramme, fielen die Renditen für Staatsanleihen mit 10 Jahren Restlaufzeit von 1,92 Prozent p.a. bis auf 0,50 Prozent p.a. Seitdem pendelten sie sich bei etwa 0,70 Prozent p.a. ein.

Mit dieser Entwicklung fiel die Zinsdifferenz zwischen dem Euro- und dem USD-Währungsraum deutlich – im Vergleich zur 10-jährigen Bundesanleihe von 2 Prozent auf nur noch 1 Prozent und das Kernargument für den jahrelangen Aufwertungstrend der US-Währung war überflüssig.

Hinzu kam, angesichts der zeitweise stark steigender Corona-Infektionszahlen in den USA, die Befürchtung eines größeren wirtschaftlichen Rückschlags, die massiv steigende Staatsverschuldung sowie eine im Vergleich zur EZB zuletzt noch expansivere Geldpolitik der Fed.

Kurzfristig ist die Währungsrelation nun zu einem Spielball der Politik geworden. Die Dollarschwäche wurde zuletzt durch die fehlende Einigung auf ein neues US-Konjunkturpaket sowie die unklaren Aussagen im Handelskonflikt mit China untermauert. Solange bei diesen Themen keine eindeutigen Fortschritte erkennbar sind, dürfte der Euro vorerst weiter zulegen.

Dennoch bleibt der US-Dollar die vorerst wichtigste Leitwährung und damit auch ein sicherer Hafen in unruhigen Zeiten. Zudem stagnieren derzeit die Infektionszahlen in den USA – wenn auch noch auf hohem Niveau – während sie in einigen Ländern der Eurozone deutlich steigen. Gut möglich also, dass wieder einmal die Corona-Pandemie für eine Wende sorgt.

Ein Kommentar von Carsten Mumm
Er ist Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel. Das Traditionshaus mit Sitz in Hamburg und München setzt auf qualifizierte und umfassende Beratung für vermögende Privatkunden, Unternehmer, Immobilienkunden und institutionelle Kunden.

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