Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Der Deutsche Aktienindex (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) konnte die Tendenz der Vorwoche nicht lange beibehalten. Im ersten Anlauf wurde diese zwar fortgesetzt, doch über 13.000 Punkten gab es erneut Abgabedruck. Dieser Widerstand scheint sich damit im Chartbild zu verankern.

Als primärer Handelsbereich wurde im DAX zuerst die 12.800 bis 12.960 festgesetzt und hielt am Montag sehr genau. Nach einem schwachen Start am Dienstag fand der DAX an dieser Marke weitere Kraft und übersprang die Handelszone der vergangenen Tage. Im Hoch konnte dabei die 13.050 erreicht werden – das spätere Wochenhoch.

Noch am gleichen Handelstag kam es zu Gewinnmitnahmen und einer Abgabe der kompletten Tagesgewinne. Davon erholte sich der Index zur Wochenmitte nur langsam. Bereits vor der 13.000er-Marke endete die Erholung wieder. Schon am Donnerstag waren dann auch diese Gewinne wieder abgebaut und mit 12.755 Punkten das Ausbruchsniveau aus der zweiten Augustwoche erreicht. Ein Level, welches am Freitag erneut getestet wurde. Der Bereich von 12.750 bis 12.800 bot mehrfach spannende Tradingsetups, die kurzfristig gehandelt werden konnten (Beispiel):

DAX-Trading an 12.800
DAX-Trading an 12.800

Im Tagesverlauf führte der Bruch dieser Region dann zu starken Abgaben. Dabei wurde mit 12.633 Punkten das Wochentief markiert. Zwar schloss der Index die Handelswoche ganz knapp über 12.750 Punkten ab, doch der Index wirkt im Chartbild erst einmal „angeschlagen“.

Von den fünf Handelstagen in dieser Woche notierten im XETRA-Handel drei Tage mit negativer Bilanz:

Wochentage im DAX KW34
Wochentage im DAX KW34

Der Verlauf ist hier noch einmal nachzuvollziehen – er war mehrheitlich von Abgaben geprägt:

DAX-Wochentendenz nach Abprall an 13.000
DAX-Wochentendenz nach Abprall an 13.000

Diese Abwärtstendenz ist zudem im mittelfristigen Chartbild verankert, wenn man das Mehrmonatshoch bei 13.313 Punkten als Ankerpunkt wählt:

Ankerpunkt und Abwärtstrend im DAX
Ankerpunkt und Abwärtstrend im DAX

Dabei halfen auch nicht die Rekorde im Nasdaq und die relativ feste Wall Street, an der beispielsweise der S&P500 im Wochenverlauf erstmalig die Corona-Tiefs hinter sich lassen und nach dem Nasdaq nun auch ein neues Allzeithoch markieren konnte.

Was leite ich aus dieser Konstellation für die neue Woche ab?

Der Bereich von 12.750 bis 12.800 Punkten beschäftigte uns bereits Anfang August mehrfach. Er war in der ersten Woche der primäre Widerstand im DAX und diente nach dem Mehrmonatshoch erst einmal als Unterstützung. Danach kam es erneut zu einem dynamischen Durchbruch an dieser Stelle und zur Etablierung dieses Bereichs als Widerstand zur Monatsmitte.

In dieser Woche bildete der Bereich bis zum Donnerstag wieder die primäre Unterstützungszone.

Kann man daher erneut von einem solchen Blickwinkel-Wechsel ausgehen und mit Unterschreitung dieses Bereichs von einem Widerstand?

Im gleichen Chartbild ist diese Zone gelb markiert:

DAX-Zone der vergangenen Wochen: 12.750 bis 12.800
DAX-Zone der vergangenen Wochen: 12.750 bis 12.800

Es ist somit spannend, ob der Freitag einen Fehlausbruch unter dieser Zone aufzeigte oder wir uns nur per XETRA-Schlusskurs noch einmal als Pullback dort herangearbeitet hatten.

Steigt der Index am Montag direkt über 12.800, gehe ich von einem Fehlausbruch auf der Unterseite aus und favorisiere die Rückkehr zur 12.880 / 12.920 und 12.960 Punkten im weiteren Marktverlauf. Dort ist auch die Abwärtstrendlinie an dem Drei-Monatshoch angesiedelt:

Fehlausbruch im DAX unter 12.750?
Fehlausbruch im DAX unter 12.750?

Gelingt kein Re-Break stellt die Unterschreitung die erneute Etablierung des Widerstandes dar und 12.630 sind dabei das nächste Ziel der Abwärtsbewegung. Darunter droht dann bereits die 12.520 als Haltemarke aus Mitte August:

Weitere DAX-Ziele auf der Unterseite
Weitere DAX-Ziele auf der Unterseite

Hier muss sich der Index somit gleich zum Wochenstart entscheiden. Auf die Vorbörse darf man daher gespannt sein und darauf basierend arbeite ich auch einen entsprechenden Trading-Plan aus.

  In der kommenden Woche stehen folgende Termine zur Beurteilung der (volks-)wirtschaftlichen Verfassung an.

Montag ist der Chicago FED Aktivitätsindex 14.30 Uhr wichtig.

Bereits am Dienstag 8.00 Uhr blicken wir gespannt auf das Deutsche BIP und 10.00 Uhr auf den ifo-Geschäftsklimaindex. 15.00 Uhr wird der US Immobilienpreisindex und 16.00 Uhr das US Verbrauchervertrauen des Conference Board veröffentlicht.

Der Mittwoch steht im Zeichen der US-Auftragseingänge. Diese werden 14.30 Uhr zusammen mit den Nicht militärischen Investitionsgütern vorgestellt.

Am Donnerstag beginnt Jackson Hole als jährliches Forum für Notenbanken, Politikexperten und Wissenschaftler. 14.30 Uhr blicken wir auf den US BIP Preisindex und die neuen Veröffentlichungen zu den Erstanträgen auf US-Arbeitslosenhilfe. Um 16.00 Uhr hält der US-Notenbankchef Jerome Powell noch eine Rede.

Der Freitag startet 8.00 Uhr mit dem Gfk Verbrauchervertrauen aus Deutschland und 11.00 Uhr mit dem EU Verbrauchervertrauen und dem EU Geschäftsklimaindex. 14.30 Uhr werden die US Privatausgaben und Persönlichen Einkommen skizziert, welche zusammen mit dem Chicagoer Einkaufsmanagerindex 15.45 Uhr und dem Uni Michigan Verbrauchervertrauen 16.00 Uhr das Wochengeschehen aus Sicht der volkswirtschaftlichen Termine abrunden.

Alle Prognosen dieser Events sind in dieser Tabelle entsprechend aufgeführt:

Termine in der Kalenderwoche 35/2020
Termine in der Kalenderwoche 35/2020

Viel Erfolg und einen tollen Start in die neue Handelswoche wünscht Ihnen Andreas Bernstein (Bernecker1977)

Schauen Sie gerne für weitere Meinungen in den Trading-Chat

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