Bildquelle: Pressefoto Rocket Internet

Bye, bye Parkett

Rocket Internet (WKN: A12UKK / ISIN: DE000A12UKK6) will sich von der Börse zurückziehen. Dazu hat die Gesellschaft am Dienstag ein entsprechendes Delisting angekündigt und ein Rückerwerbsangebot über 18,57 Euro je Rocket Internet-Aktie veröffentlicht. Eine außerordentliche Hauptversammlung soll dazu am 24. September die Einziehung von Aktien beschließen, die zuvor im Rahmen des Delisting-Rückerwerbsangebots erworben wurden. Zudem wurde ein Aktienrückkaufprogramm über 8,84 Prozent des Grundkapitals angekündigt. Keine guten Nachrichten für die Aktionäre.

Schlechtes Geschäft

Anleger stehen angesichts des bisherigen Kursverlaufs sowieso bereits vor den Trümmern ihres Investments. Zur Erinnerung: 2014 kamen die Aktien zu 42,50 Euro an die Börse und kletterten schnell bis kurz unter die 60-Euro-Marke. Seither hat der Kurs der Aktie den Startkurs aber nicht mehr erreicht. Im Sommer 2018 war noch einmal kurz die 30-Euro-Marke geknackt worden, doch seither kannte der Aktienkurs nur den Weg in Richtung Süden. Da es zudem keine Dividende gab, hatten die meisten Anleger mit der Aktie wohl nur wenig Freude im Depot.

Geschäftsmodell beachten!

Der Fall Rocket Internet zeigt einmal mehr: Bei Investments in Aktien sollten Anleger stets auch immer das jeweilige Geschäftsmodell beobachten. Wenn Großaktionäre an Bord sind ist zudem auch die Frage zu stellen: Was will dieser eigentlich? Geht es nur um die Versorgung mit Kapital oder sollen durch den Gang an den Kapitalmarkt auch noch andere Ziele erreicht werden?

Im Fall von Rocket Internet sollte der Kapitalmarkt angezapft werden – nun ist man zu dem Schluss gekommen, dass dies auch ohne eine Börsennotiz funktioniert. Dieser Schritt ist auf der einen Seite verständlich, denn allein vom Renommee her hat es das Unternehmen nicht nötig an der Börse notiert zu sein, um sich Geld für weitere Gründungen und Finanzierungen zu besorgen.

Für Anleger ist dieser Schritt sehr bedauerlich, aber er war irgendwie auch absehbar. Das Start-up-Engagement von Oliver Samwer ist nicht von Kleinanlegern abhängig – ganz im Gegenteil. Eine Publikumsgesellschaft erfordert ein hohes Maß an administrativem Aufwand. Angefangen von den Berichtspflichten bis zur Abhaltung einer großen Hauptversammlung.

Fazit

Die deutschen börsennotierten Unternehmen machen es derzeit den vielen Börsen-Skeptikern sehr leicht, das Bild der ungerechten, zockenden und für den Privatanleger gefährlichen Börsen aufrechtzuerhalten. Nach dem jüngsten Wirecard-Skandal folgt nun mit dem Rocket-Internet-Delisting die nächste Klatsche. Vertrauen an und in die Börse sieht in diesen Tagen anders aus…

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Bildquelle: Pressefoto Rocket Internet

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