Bildquelle: Unsplash / Jan Kaluza

Zu Beginn des Jahres 2020 sah die geplante Tiffany-Übernahme durch LVMH (WKN: 853292 / ISIN: FR0000121014) noch wie ein genialer Schachzug aus. Damals wusste kaum jemand etwas über Corona. Außerdem war der Handelsstreit zwischen den USA und Frankreich nicht so sehr am Kochen wie zuletzt.

Tiffany pocht auf den Deal

Auch wenn zwischenzeitlich einige Zweifel an dem Deal aufkamen, hielt man bei LVMH fest am Vorhaben, den US-Edel-Juwelier zu übernehmen. Nun kam jedoch der Verwaltungsrat der Franzosen zusammen und beschloss, dass die Transaktion unter den jetzigen Gegebenheiten nicht durchzuführen sei.

Der Deal sah zuletzt einen Abschluss der Transaktion bis zum 24. November 2020 vor. Tiffany selbst hatte nun sogar um einen weiteren Aufschub bis Jahresende gebeten. Die französische Regierung möchte sogar eine Verschiebung bis zum 6. Januar 2021. Grund dafür sind mögliche US-Strafzölle auf französische Güter.

Bei Tiffany will man von einem Platzen des Deals nichts wissen. Das Unternehmen ist bereit, diesen sogar gerichtlich zu erzwingen und hat Klage eingereicht. Der vereinbarte Preis liegt bei 16,2 Mrd. US-Dollar. Damit wäre dies die größte Übernahme in der Geschichte des französischen Luxusgüterkonzerns mit Marken wie Louis Vuitton, Christian Dior oder Bulgari.

Buffett springt frühzeitig ab

Bei LVMH dürfte man froh sein, falls sich ein Vorwand finden lassen würde, um den Deal abzusagen. Corona hat auch die Luxusgüterindustrie hart getroffen. Dies zeigen die jüngsten Geschäftszahlen bei LVMH und Tiffany. Im zweiten Quartal 2020 stand bei Tiffany ein Umsatzminus von 29 Prozent zu Buche, nachdem bereits das erste Quartal von COVID-19 gekennzeichnet war.

Vor Corona galt Tiffany als perfekte Gelegenheit für LVMH, den US-Markt noch besser zu erschließen. Entsprechend hatte auch ein Bericht der „Financial Times“ nahegelegt, dass sich US-Investorenlegende Warren Buffett und seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway möglicherweise haben eine gute Gelegenheit durch die Lappen gehen lassen, als sich Tiffany an sie wegen einer Übernahme gewandt habe. Angesichts von Corona sieht die Sache etwas anders aus.

FAZIT

Auch LVMH bliebt nicht von den wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 verschont. Die Erholung der LVMH-Aktie zeigt jedoch, dass Anleger überzeugt sind, dass es der Branchenriese relativ gut durch die Krise schaffen sollte. Warum auch nicht? Den verschiedenen Unsicherheiten kann LVMH unter anderem dank der schieren Größe des Unternehmens trotzen. Mit 75 Marken und fast 4.600 Einzelhandelsgeschäften weltweit gibt LVMH im Luxusgüterbereich den Ton an. Zumal die vielen Marken mit lokalem Fokus für einen hohen Grad an Diversifikation sorgen. Die Posse rund um Tiffany dürfte das Gesamtbild nicht stören.

Anleger, die von der Stärke von LVMH überzeugt sind, können mit einem Mini-Future Long (WKN: MC7SQL / ISIN: DE000MC7SQL1) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren.

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