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In Krisenzeiten gilt es bei vielen Menschen, den Gürtel enger zu schnallen. Davon können neben den Ausgaben für Elektronikartikel oder Autos auch höherpreisige Lebensmittel und Getränke wie beispielsweise Sekt betroffen sein. Das bekam auch Sektkellerei Schloss Wachenheim (WKN: 722900 / ISIN: DE0007229007) zu spüren, einer der weltweit größten Hersteller von Sekt (u.a. Faber, Schloss Wachenheim, Feist Belmont), wie die jüngsten Geschäftszahlen gezeigt haben.

Wie das in Trier ansässige Unternehmen am Mittwoch bekanntgab, wird auf Basis vorläufiger Zahlen für das Geschäftsjahr 2019/2020 ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 19 Mio. Euro erwartet, was einen Einbruch von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Unter dem Strich wird mit einem Gewinn von rund 13 Mio. Euro gerechnet, nach einem Gewinn von 16 Mio. Euro im Geschäftsjahr zuvor.

Aktionäre sollen weniger Dividende erhalten

Diesen Ergebniseinbruch bekommen auch die Aktionäre von Schloss Wachenheim zu spüren. Der Vorstand hat in seiner Sitzung am 9. September beschlossen, der ordentlichen Hauptversammlung am 26. November 2020 vorzuschlagen, eine Dividende von 0,40 Euro je Aktie auszuschütten. Dies würde einen Rückgang von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr (0,50 Euro pro Aktie) bedeuten.

Mit diesem Ausschüttungsvorschlag wird dennoch die bisherige Dividendenpolitik eingehalten, nach der etwa die Hälfte des Gewinns an die Aktionäre weitergegeben wird. Das Unternehmen bleibt damit weiterhin ein verlässlicher Dividendenlieferant, der in neun der vergangenen zehn Jahre die Ausschüttung erhöhte.

Niedrigere Konsumerwartungen

Mit dieser Dividendensenkung wird dem Konzern nach einerseits die rückläufige Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2019/2020 berücksichtigt, andererseits aber auch das nach wie vor von Unsicherheiten geprägte wirtschaftliche Umfeld sowie die die niedrigeren Konsumerwartungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Den Geschäftsbericht für 2019/2020 will Schloss Wachenheim in knapp zwei Wochen, am 23. September, veröffentlichen.

Aktienkurs zeitweise mehr als halbiert

An der Börse verzeichnete Schloss Wachenheim in den vergangenen Jahren eine steile Talfahrt. Nachdem die im General Standard notierte Aktie im November 2017 ein Allzeithoch bei 22,88 Euro markierte, gingen die Notierungen deutlich zurück. Im Zuge des Corona-Crashs an den Märkten brachen die Notierungen bis zum März dieses Jahres in der Spitze auf 10,70 Euro ein.

Papier am Scheideweg

Doch nach dem heftigen Absturz folgte eine neue Aufhol-Rallye, im Zuge der es für den Kurs bis Mitte September zeitweise wieder auf 14,60 Euro nach oben ging. Die Aktie notiert damit nun exakt auf Höhe der 200-Tage-Linie. Sollte diese überwunden werden, würde das ein neues Kaufsignal bedeuten. In diesem Fall würden sich die nächsten Kursziele auf die Hochs vom Februar 2020 (17 Euro) und vom November 2019 (18,10 Euro) stellen. Die Aktie befindet sich damit jetzt am Scheideweg.

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