Bildquelle: Pressefoto Traton

Die geplante Übernahme des US-Truckherstellers Navistar (WKN: 886965 / ISIN: US63934E1082) durch die Volkswagen-Lkw- und Bustochter Traton ist zuletzt ins Stocken geraten, doch nun könnte es wieder Bewegung geben: Traton legt bei seinem Angebot noch einmal eine Schippe drauf.

Übernahmeangebot für Navistar angehoben

Wie Volkswagen (WKN: 766403 / ISIN: DE0007664039) am Donnerstagnachmittag per Ad-hoc-Meldung verkündete, will das DAX-Unternehmen jetzt 43 US-Dollar je Navistar-Aktie anbieten, statt wie im Januar verkündet 35 US-Dollar. Das neue Angebot würde sich damit auf ein Volumen von 3,6 Mrd. US-Dollar belaufen. Volkswagen hat gegenüber Traton (WKN: TRAT0N / ISIN: DE000TRAT0N7) die grundsätzliche Bereitschaft bestätigt, Mittel auch zur Finanzierung des erhöhten Angebots bereitzustellen.

Navistar gab am Donnerstag daraufhin bekannt, das neue Angebot zu prüfen. Auch wegen der Corona-Pandemie ging es bei der geplanten Übernahme in den vergangenen Monaten nicht mehr richtig voran.

Traton hält an Navistar bereits eine Beteiligung in Höhe von 16,8 Prozent. Sollte das neue Übernahmeangebot angenommen werden, würde Traton alleiniger Eigentümer von Navistar. Ziel der geplanten Übernahme ist es, dass sich Volkswagen auf dem wichtigen nordamerikanischen Nutzfahrzeugmarkt positionieren kann.

Daimler soll Konkurrenz gemacht werden

Im September 2016 war Traton mit seinen schweren VW-Nutzfahrzeugen bei den Amerikanern eingestiegen, um dem Konkurrenten Daimler das Feld in den USA nicht allein zu überlassen. Daimler gilt als Weltmarktführer bei schweren Lkws und ist auf dem US-Markt insbesondere mit der Marke Freightliner stark vertreten.

MAN: Neuausrichtung und massiver Stellenabbau

Am Freitagmorgen haben außerdem die Vorstände der MAN SE (WKN: 593700 / ISIN: DE0005937007), an der Traton eine Beteiligung von rund 94 Prozent hält, und der MAN Truck & Bus SE, der wichtigsten operativen Tochtergesellschaft der MAN SE, die Eckpunkte einer umfassenden Neuausrichtung der MAN Truck & Bus SE beschlossen.

Ziel dabei ist es, bis 2023 eine operative Umsatzrendite von acht Prozent zu erreichen. Um dort hinzukommen, ist ein Maßnahmenpaket geplant, das auf eine Ergebnisverbesserung von 1,8 Mrd. Euro abzielt. Die angestrebte Neuausrichtung soll eine grundlegende Restrukturierung des MAN Truck & Bus-Geschäfts in allen Bereichen vorsehen.

Dazu sollen eine Neuaufstellung des Entwicklungs- und Produktionsnetzwerks sowie ein signifikanter Stellenabbau gehören. Laut der entsprechenden Ad-hoc-Meldung umfassen die derzeitigen Überlegungen den Abbau von bis zu 9.500 Stellen in Deutschland und in Österreich sowie weltweit über alle Unternehmensbereiche hinweg. Außerdem sind teilweise Verlagerungen von Entwicklungs- und Produktionsprozessen an andere Standorte geplant.

MAN soll profitabler werden

Den Restrukturierungsaufwand für die Personalmaßnahmen sieht MAN im mittleren bis oberen dreistelligen Millionenbereich. MAN gilt schon lange als margenschwach. Ziel des Umbaus ist es, profitabler zu werden.

Sollte es mit der geplanten Navistar-Übernahme weiter voran gehen und gelingt es, mit den am Freitag verkündeten Umbaumaßnahmen die Profitabilität bei MAN zu erhöhen, dürfte das mittel- und langfristig auch auf die Volkswagen-Aktie durchschlagen.

Neues Kaufsignal bei VW-Aktie

Der VW-Aktie gelang am 7. September der Sprung über die 200-Tage-Linie (145 Euro) und damit der Wechsel in den übergeordneten Aufwärtstrend (aktuell: 151 Euro). Die Chancen stehen hier gut, dass schon bald das bisherige Jahreshoch vom Januar bei 187 Euro in Angriff genommen wird.

Wer mit Blick auf die Charttechnik optimistisch ist und auf steigende Kurse der Volkswagen-Aktie setzt und sogar überproportional von einem Kursgewinn profitieren möchte, schaut sich am besten entsprechende Long-Hebelprodukte (WKN: MC8F66 / ISIN: DE000MC8F666) an.

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