Bildquelle: markteinblicke.de

In der letzten Woche zeichnete sich sowohl beim ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland als auch bei den globalen Markit-Einkaufsmanagerindizes eine Zweiteilung der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Während die Stimmung der Unternehmen im Dienstleistungssektor in der Vorwoche zumeist nachgab, blickten die Anbieter im Verarbeitenden Gewerbe zuversichtlicher in die Zukunft. Hierin zeigt sich, dass sich der private Konsum weiterhin langsamer von den Folgen des coronabedingten wirtschaftlichen Zusammenbruchs erholt als die Nachfrage nach Industriegütern – wie Anlagen, Maschinen und Fahrzeugen.

Den Beleg lieferte in der letzten Woche auch der GfK-Konsumklimaindex, welcher erneut leicht nachgab, obwohl das Vorkrisenniveau bei weitem nicht erreicht war. Zwar haben sich die Konjunktur- und Einkommenserwartungen der Befragten leicht verbessert, doch entwickelt sich die Anschaffungsneigung weiter verhalten – es wird gespart.

Derzeit sieht es nicht danach aus, als ob eine überbordende private Konsumgüternachfrage einen deutlichen inflationären Schub anstoßen könnte, zumal die notwendigen Produktionskapazitäten nach den durch die Shutdowns notwendigen Unterbrechungen grundsätzlich wieder bereit stehen.

Daher – und weil im Vorjahresvergleich auch die Rohölpreise deutlich niedriger notieren – werden die in dieser Woche veröffentlichten September-Verbraucherpreisdaten für die Eurozone und Deutschland erneut nahe der Nulllinie erwartet. Zudem werden in dieser Woche die Entwicklungen am deutschen Arbeitsmarkt bekanntgegeben.

Es wird mit einer unveränderten Arbeitslosenquote von 6,4% und einer nur leicht gesunkenen Arbeitslosenquote gerechnet. Werden die zuletzt erheblichen Stellenabbaupläne diverser Unternehmen berücksichtigt, sieht es derzeit nicht nach dem Einsetzen einer Lohn-Preis-Spirale aus. Die EZB dürfte von Seiten der Inflationsentwicklung in den zunächst keine Rechtfertigungsprobleme für ihren ultra-expansiven Kurs bekommen.

Ein Kommentar von Carsten Mumm
Er ist Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel. Das Traditionshaus mit Sitz in Hamburg und München setzt auf qualifizierte und umfassende Beratung für vermögende Privatkunden, Unternehmer, Immobilienkunden und institutionelle Kunden.

Der obige Text/Beitrag spiegelt die Meinung des oder der jeweiligen Autoren wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Donner & Reuschel / markteinblicke.de

0 0 vote
Article Rating
Bitte teilen
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments