Bildquelle: Pressefoto Covestro

Wie am Mittwochmorgen bekanntgegeben wurde, will der Kunststoffkonzern Covestro (WKN: 606214 / ISIN: DE0006062144) vom niederländischen Chemieunternehmen DSM (WKN: A0JLZ7 / ISIN: NL0000009827) den Geschäftsbereich Resins & Functional Materials (RFM) für 1,6 Mrd. Euro übernehmen, um sein Spezialchemiegeschäft zu stärken. In dieser Sparte werden harzbasierte Farben und Anstriche hergestellt, die beispielsweise bei der Herstellung von Glasfaserkabeln zum Einsatz kommen.

Hohe Synergien sollen freigesetzt werden

Der DAX-Konzern hat am Mittwoch die entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Laut Covestro macht das Unternehmen damit einen bedeutenden Schritt in der Umsetzung der langfristigen Strategie, nachhaltige und innovative Geschäftsbereiche gezielt auszubauen.

Die Integration von RFM soll den Umsatz um rund eine Mrd. Euro und den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 141 Mio. Euro verbessern. Covestro zufolge werden durch die vollständige Integration dauerhafte Synergieeffekte erwartet, die bis 2025 auf jährlich rund 120 Mio. Euro steigen.

Kapitalerhöhung

Laut der entsprechenden Ad-hoc-Meldung ist die Finanzierung durch einen Übernahmefinanzierungsvertrag gesichert, den Covestro mit einer Kombination aus Eigen- und Fremdkapitalinstrumenten sowie eigenem Barmittelfluss refinanzieren wird. Beabsichtigt wird dazu, das bereits bestehende Genehmigte Kapital für eine Kapitalerhöhung zu nutzen, mit der ein Betrag von etwa 450 Mio. Euro erlöst werden soll.

Die geplante Übernahme des Geschäftsbereichs RFM soll im ersten Quartal 2021 abgeschlossen werden. Die geplante Transaktion steht Covestro zufolge unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen einschließlich der fusionskontrollrechtlichen Freigabe.

Der erste große Zukauf

Der Covestro-Vorstand hatte immer wieder betont, sich bei Zukäufen auf die Spezialchemie konzentrieren zu wollen. Bei den Kerngeschäftsfeldern Polyurethane und Polycarbonate – in letzterem ist der DAX-Konzern Weltmarktführer – seien Übernahmen aus kartellrechtlichen Gründen kaum möglich. Für Covestro wäre die Übernahme der RFM-Sparte der erste große Zukauf seit der Abspaltung vom ehemaligen Mutterkonzern Bayer (WKN: BAY001 / ISIN: DE000BAY0017) und dem Börsengang im Jahr 2015.

An der Börse wurde die geplante Übernahme mit großer Skepsis aufgenommen. Viele Anleger erachten den Kaufpreis offenbar als zu hoch. Die Covestro-Aktie setzt am Mittwochvormittag zeitweise um über sieben Prozent zurück (42,40 Euro).

Aktie im Aufwärtstrend

Trotz des Rückschlags notiert die Aktie (aktuell: 42,40 Euro) noch immer deutlich über der 200-Tage-Linie (35,90 Euro) und damit im Aufwärtstrend. Gut möglich ist deshalb, dass die Notierungen die im April gestartete Aufholbewegung fortsetzen werden.

Kräftiges Gewinnpotenzial

Das nächste Kursziel ist hier das bisherige 2020er-Jahreshoch vom 18. September bei 48,82 Euro. Darüber wäre die Bahn frei bis zum 2019er-Jahreshoch bei 55,78 Euro. Bis hierhin würde sich ein Gewinnpotenzial von rund 30 Prozent eröffnen.

Anleger, die gehebelt von Kurssteigerungen der Covestro-Aktie profitieren möchten, schauen sich entsprechende Hebelprodukte wie dieses Long-Zertifikat (WKN: KB4FJC / ISIN: DE000KB4FJC2) an. Wer jedoch auf fallende Notierungen des DAX-Wertes setzen möchte schaut sich auf der Short-Seite (WKN: CP2RZB / ISIN: DE000CP2RZB3) um.

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Bildquelle: Pressefoto Covestro

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