Bildquelle: Pressefoto Apple

Auch ein Corona-Profiteur?

Noch immer ist das iPhone Apples wichtigstes Produkt. Doch im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 (Ende Juni) wurde wieder einmal deutlich, dass das Unternehmen auch andere heiße Eisen im Feuer hat. Corona sorgte dafür, dass Menschen verstärkt zu Hause bleiben mussten. HomeOffice war angesagt. Dies sorgte dafür, dass Apple (WKN: 865985 / ISIN: US0378331005) in seiner Mac-Sparte zwischen April und Juni 2020 einen Umsatzsprung im Vorjahresvergleich von fast 22 Prozent auf 7,1 Mrd. US-Dollar verbuchen konnte.

Die Erlöse mit iPads kletterten im gleichen Zeitraum sogar um 31 Prozent auf 6,5 Mrd. US-Dollar. Konzernweit wurde trotz Corona ein Rekord-Juni-Quartal verbucht. Doch nun geht Apple nach dem Motto „Stillstand ist Rückschritt“ einen Schritt weiter. Seit Jahren werden die Dienstleistungsangebote für den Konzern immer wichtiger. Wie das Unternehmen gedenkt, diesen Bereich noch stärker zu machen, wurde im Zuge des Apple Events am 15. September deutlich.

Alles in einem

Bereits zum Start von Apples Abo-Angeboten wie Apple TV+, Apple Arcade oder Apple News+ wurde deutlich gemacht, dass diese eines Tages zu Super-Abos gebündelt werden sollen. Ein Super-Abo ist in Form von Apple One endlich da. Los geht es mit Apple Music, dem Streamingdienst Apple TV+, der Online-Spieleplattform Apple Arcade und dem iCoud-Speicherdienst für 14,95 US-Dollar im Monat. Das gleiche Angebot können bis zu fünf Familienmitglieder für 19,95 US-Dollar im Monat nutzen, während beim Premium-Angebot zusätzlich Apple News+ und Apple Fitness+ für monatlich 29,95 US-Dollar zu haben sind.

Mit Apple Fitness+ springt Apple auf einen Trend auf, der in Zeiten von Corona noch mehr Schub erhalten hat. Deutlich wurde dies vor allem am Erfolg von Peloton, einem Abo-Anbieter für Live-Fitnesskurse. Im Zuge dieses Angebots soll die Apple Watch eine Verbindung zwischen Nutzern und Fitnesstrainern herstellen. Über iPhones, iPads oder Apple TVs sollen zudem unzählige Fitnessvideos abgerufen werden können. Während Peloton auch Zubehör wie etwa auf das eigene Geschäftsmodell angepasste Home-Trainer mit Bildschirm vertreibt, sollen die meisten Apple-Fitnessvideos lediglich Hanteln oder überhaupt keine Fitnessgeräte erfordern.

Wichtige Trends

Apple Fitness+ ist für den iPhone-Konzern nicht nur deshalb so wichtig, weil das Angebot einen wachsenden Trend, der in Zeiten von Corona sogar verstärkt wurde, abdeckt, sondern, weil das Angebot wie geschaffen für die Apple Watch ist. Ein anderes Produkt Apples, das in den vergangenen Jahren dazu beigetragen hat, die Abhängigkeit vom iPhone zu verringern. Dieses Mal wurden zwei neue Apple Watches vorgestellt. Die Apple Watch Series 6 und die abgespecktere Variante, Apple Watch SE. Apple Fitness+ verwendet Messwerte der Apple Watch, die dem Nutzer direkt auf dem Bildschirm von iPhone, iPad oder Apple TV angezeigt werden.

Dazu gehört zum Beispiel die Herzfrequenz. Außerdem wartet die Apple Watch Series 6 mit einer revolutionären Funktion zur Messung des Sauerstoffgehalts im Blut auf. Es können zur Motivation aber auch die Anstrengungen anderer Nutzer, die das gleiche Training schon einmal gemacht haben, angezeigt werden. Bei der Verknüpfung seiner Abo-Angebote geht es Apple nicht nur darum, einen wachstumsstarken Bereich zu fördern und die Abhängigkeit von den Smartphone-Verkäufen zu reduzieren. Das Dienstleistungssegment hat sich zuletzt auch als besonders profitabel erwiesen. Umso erbitterter führt Apple derzeit den Kampf gegen einige App-Entwickler.

Mehr als nur eine Gebührenfrage

Im Mittelpunkt steht der Konflikt Apples mit Epic Games. Dieser ist für das beliebte Spiel Fortnite verantwortlich. Apple verlangt in seinem App Store bis zu 30 Prozent von den Umsätzen kostenpflichtig heruntergeladener Apps und Abonnements. Selbst für die sogenannten In-Game-Käufe muss ein Teil der Erlöse an Apple abgeführt werden. Epic wollte dies nicht mehr mitmachen. So wurde im August eine neue Fortnite-Version herausgebracht, die In-Game-Käufe an Apple vorbei abwickelte. Dies führte dazu, dass Apple Fortnite aus seinem App Store verbannte. In seinem Streit mit Apple erhielt Epic zuletzt Hilfe. Mit dem Musikstreamingdienst Spotify, dem Tinder-Betreiber Match Group und einigen anderen wurde eine Initiative ins Leben gerufen.

Diese soll sich für Gesetze und Regulierungen einsetzen, die für faire Geschäftspraktiken in App Stores sorgen sollen. Dabei sind die Vorwürfe nicht neu. Spotify hat bereits im Vorjahr bei der EU-Kommission eine Beschwerde gegen die Konditionen in Apples App Store eingereicht. Diese führte jüngst zu einem Kartellverfahren. Es geht vor allem um die verbindliche Verwendung von Apples hauseigenem System für In-App-Käufe und die Einschränkung der Möglichkeiten der Entwickler, iPhone- und iPad-Nutzer über günstigere alternative Kaufoptionen außerhalb der Apps zu informieren. Für Apple sind diese Streitigkeiten von enormer Bedeutung. Schließlich betreffen sie den Kern des zukünftigen auf Abonnements aufbauenden Geschäftsmodells des Konzerns und die immer wichtiger werdenden Gebühreneinnahmen aus dem App Store.

Fazit

Auch wenn der Streit mit einigen App-Entwicklern einen immer wichtiger werdenden Geschäftsbereich Apples betrifft, dürfte er wenig am Gesamterfolg, der sich in diesem Jahr in einem Börsenwert von mehr als 2 Billionen US-Dollar niedergeschlagen hatte, und den Aussichten des iPhone-Konzerns ändern.

Apple Open End Turbo Bull
WKN KB7KZW
ISIN DE000KB7KZW9
Emissionstag 9. September 2020
Produkttyp Open End Turbo Bull
Emittent Citigroup

 

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Bildquelle: Pressefoto Apple

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