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Bei den sogenannten „Hidden Champions“ handelt es sich um Nischen-Aktien weitgehend unbekannter Unternehmen, die häufig zu den Markt- oder sogar Weltmarktführern in ihrer speziellen Branche gehören. Das Geschäftsmodell dieser Hidden Champions ist zwar in der Regel wenig glamourös und das Medieninteresse dementsprechend gering, doch dafür glänzen diese Unternehmen oftmals mit hoher Marktmacht, Innovationsgeist, stetig steigenden Umsätzen und Gewinnen sowie langfristig überdurchschnittlichen Aktienkurs-Renditen.

Viel Luft nach oben

Gerade weil die Hidden Champions in den Medien und an der Börse oft nur ein Mauerblümchendasein führen, sind diese Aktien für Anleger besonders aussichtsreich. Denn im Gegensatz zu beispielsweise großen Tech-Giganten wie Apple (WKN: 865985 / ISIN: US0378331005) oder Microsoft (WKN: 870747 / ISIN: US5949181045), bei denen die hohen Erwartungen an die weitere Geschäftsentwicklung häufig frühzeitig im Kurs eingepreist werden, haben die Aktien der Hidden Champions in der Regel noch viel Luft nach oben.

Weltmarktführer

Ein weitgehend „unsichtbarer“ Weltmarktführer aus der Schweiz steckt beispielsweise in den Parfums, Shampoos und Duschgels der meisten Verbraucher. Dabei handelt es sich um Givaudan (WKN: 938427 / ISIN: CH0010645932), den mit Abstand führenden Entwickler und Hersteller von Aromen und Duftstoffen der Welt.

Das einstige Spin-off von Roche, das im Jahr 2000 an die Börse ging, ist im Aromen- und Duftstoffbereich bereits seit 1768 aktiv, was das Unternehmen zu einem der ältesten Anbieter in dieser Branche krönt. Der Konzern, für den weltweit über 13.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, gliedert sich auf in zwei Segmente: In Düfte für Körperkosmetik und Haushalt sowie in den Lebensmittel- und Getränkearomen-Bereich.

Viele prominente Kunden

Zu den zahlreichen Kunden von Givaudan zählen viele prominente Konsumgüterhersteller, darunter beispielsweise Procter & Gamble, Unilever, Colgate-Palmolive, L’Oréal, Yves Saint Laurent, Dior und Estée Lauder. Besonders bekannte Parfüme, in denen Duftstoffe von Givaudan verwendet werden, sind zum Beispiel „Pour Femme“ (Céline Dion), „One Million“ (Paco Rabanne) und „Concentre d’Orange Vert“ (Hermès). Die Düfte und Aromen von Givaudan sind in den Supermarktprodukten der Welt quasi allgegenwärtig. Dabei handelt es sich in der Regel um Auftragsarbeiten, die dann unter Einbezug einer Geheimhaltungsvereinbarung verkauft werden. Deshalb ist bei den meisten Produkten gar nicht bekannt, dass Erzeugnisse von Givaudan ebenfalls enthalten sind.

Starker Schutzwall

Gerade dieser Fakt ist für Givaudan ein großer Vorteil, denn das Schweizer Unternehmen arbeitet quasi im Verborgenen, was für neue Konkurrenten im Aromen- und Duftstoffbereich hohe Markteintrittsbarrieren bedeutet. Einen starken Schutzwall stellt daneben natürlich auch das besondere Qualitäts-Image von Givaudan dar, das es erlaubt, auf dem Duftstoff- und Aromen-Markt auch vergleichsweise höhere Preise durchzusetzen und das dafür gesorgt hat, dass der Konzern immer weiter wachsen konnte. So stammen inzwischen geschätzt rund ein Viertel aller Duftstoffe und Aromen in der Welt von den Schweizern.

Kräftiger Gewinnanstieg trotz Corona-Krise

Wie erfolgreich die Geschäfte für Givaudan laufen, zeigte sich wieder einmal in den Geschäftszahlen. Trotz der weiterhin andauernden Corona-Pandemie konnte der Umsatz im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 3,2 Mrd. Schweizer Franken gesteigert werden. Der Nettogewinn legte sogar um neun Prozent auf 413 Mio. Schweizer Franken zu. Wie sich die Geschäfte im Zeitraum Juli bis September entwickelt haben, werden die neuesten Verkaufszahlen zeigen, die Givaudan am Donnerstag, den 8. Oktober, präsentieren wird.

Expansionskurs wird fortgesetzt

Givaudan will das Wachstumstempo weiterhin hoch halten. Auf vergleichbarer Basis wird bis zum Jahr 2025 ein durchschnittliches Wachstum aus eigener Kraft von vier bis fünf Prozent pro Jahr angepeilt, wie der Konzern im August bei der Vorstellung der Mittelfriststrategie in Genf mitteilte. Zum Wachstum sollen dabei auch weiterhin Übernahmen beitragen. Im Zuge dieser Expansion will sich Givaudan auch breiter aufstellen. Das Portfolio soll in Richtung Ernährung, Nahrungsmittel-Inhaltsstoffe und „Schönheit“ erweitert werden.

Givaudan: +15 Prozent Kursgewinn jährlich

Die Weltmarktführerschaft sowie die weiterhin ansteigenden Umsätze und Gewinne schlagen sich auch in der Aktienkursentwicklung von Givaudan nieder. Die im Schweizer Aktienleitindex SMI notierte Aktie konnte jüngst neue Allzeithochs markieren. Auf Zehnjahressicht legte der Kurs im Schnitt um 15 Prozent jährlich zu. Damit gehört der Hidden Champion Givaudan langfristig zu den erfolgreichsten Unternehmen an der Schweizer Börse.

Da der Handel mit Schweizer Aktien in der EU nach wie vor eingeschränkt ist, bietet sich als Alternative der Umweg über Derivate an. Anleger, die auf eine Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends bei Givaudan setzen wollen, können mit einem Call Optionsschein (WKN: VE7D73 / ISIN: DE000VE7D736) sogar gehebelt von steigenden Notierungen des SMI-Wertes profitieren.

Wer gleich von einer ganzen Reihe spannender Schweizer Aktien profitieren möchte, sollte sich einmal das Open-End Partizipationszertifikat auf Vontobel Swiss Research Basket (WKN: VL4JU8 / ISIN: DE000VL4JU82) anschauen. Im Basket enthalten sind alle Schweizer Titel, die von den Vontobel-Analysten mit einer Kaufempfehlung versehen worden sind, darunter auch Givaudan.

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