Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man fast darüber lachen, so sehr ist der US-amerikanische Präsidentschaftswahlkampf ins Komödiantische abgeglitten. Der Präsident salutiert, untermalt von orchestralen Klängen, auf dem Balkon des Weißen Hauses und der Vize kommt mit Fliege zum Duell, wortwörtlich gemeint. Dabei sind die Protagonisten weiterhin überwiegend mit sich und ihrer Darstellung beschäftigt, das dringend anstehende nächste Konjunkturpaket wurde dagegen kurzerhand vom Chef persönlich auf einen noch näher zu bestimmenden Zeitpunkt nach der Wahl verschoben. An deren Sieg Trump jetzt, nachdem er selbst das Virus in die nicht vorhandenen Knie gezwungen hat, zumindest offiziell keinen einzigen Zweifel mehr hegt. Und die Märkte?

Ein bis zwei Steinwürfe

Die zeigten sich, von einigen kleineren Aus- bzw. Rücksetzern abgesehen, von ihrer positiven Seite und schoben sich auf breiter Front nach oben. Dabei eroberte der DAX die vielbeachtete 13.000er-Barriere zurück und steht nun kurz davor, den nächsten Angriff auf die 13.200er-Hürde zu fahren. Sobald dieser Bremsbereich durchbrochen ist, hätten die Kurse wieder Platz bis ans September-Top bei 13.460 Punkten, und von dort aus wäre das bisherige Allzeithoch vom 17. Februar bei 13.795 Zählern nur noch den berühmten Steinwurf entfernt. Zwei Steinwürfe wären es dann bis zur runden 14.000er-Marke, aber das erst einmal nur der Vollständigkeit halber. Denn auch wenn wir uns aus statistischer Sicht im stärksten Quartal des Börsenjahres befinden, sollte der ein oder andere Absacker nach unten weiterhin einkalkuliert werden. Das bedeutet:

Stichwort Trendwechsel

Im Fall des DAX könnte es jederzeit zu einem neuerlichen Test der runden 13.000er-Marke kommen, wobei die Teststrecke strenggenommen auch die Haltestellen bei 12.800 sowie 12.500/12.400 (genau, die berühmte Volumenspitze, an der das meiste Volumen seit dem 2009er-Finanzkrisentief zustande gekommen ist) umfasst. Negativ zu werten wäre jedoch ein Rutsch unter die besagte Volumenspitze, zumal es dann bereits um die 200-Tage-Linie und die 12.000er-Schwelle gehen würde. Sollte letztere unterboten werden, müssten die Karten komplett neu gemischt werden, wobei die Bären dann schon per se, Stichwort Trendwechsel, das bessere Blatt auf der Hand hätten. Allerdings konnte, und damit kehren wir noch einmal zur Volumenspitze zurück, diese Unterstützung in der Vorwoche bekanntlich gleich mehrfach verteidigt werden, weshalb wir das bearishe Szenario (zumindest zum jetzigen Stand) als ziemlich hypothetisch erachten. Mal ganz diplomatisch formuliert!

PrimequantsEin Beitrag von Sebastian Jonkisch von Prime Quants

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Bildquellen: Prime Quants / Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

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