Bildquelle: Pressefoto Amazon

Schnäppchenjäger dürften sich diese beiden Tage fett in ihrem Terminkalender vermerkt haben, nämlich den 13. und 14. Oktober 2020, also den Dienstag und den Mittwoch der laufenden Woche. Denn an diesen beiden Tagen findet der sogenannte „Amazon Prime Day 2020“ statt, der zu den Shopping-Highlights des Jahres gehört.

Prime Days

Der Amazon Prime Day, der jedes Jahr mit Millionen von Angeboten zu vergünstigten Preisen lockt, müsste natürlich eigentlich inzwischen Prime Days heißen, da Amazon (WKN: 906866 / ISIN: US0231351067) das Shopping-Spektakel im vergangenen Jahr 2019 zum ersten Mal auf zwei Tage erweitert hat. Zwischen dem 15. und dem 16. Juli 2019 wurden dabei laut dem weltweit führenden Online-Versandhändler über 175 Millionen Produkte verkauft.

Corona-bedingte Verschiebung

Da das Shopping-Event in den Jahren zuvor immer im Juli stattgefunden hatte, lag die Vermutung nahe, dass der Amazon Prime Day 2020 auf den gleichen Monat fallen wird. Wegen der nach wie vor andauernden Corona-Pandemie kam im laufenden Jahr aber alles anders. Amazon erklärte Anfang September, dass der Prime Day auf den 13. und 14. Oktober verschoben wird, um die Sicherheit der Mitarbeiter, Kunden und Verkaufspartner zu gewährleisten.

Die Gründe für die Terminverschiebung

Doch das dürfte nicht der einzige Grund für die Verschiebung gewesen sein, wie Nils Zündorf, Experte für Amazon-Marketing bei der Agentur factor-a, erklärt: „Amazon war gezwungen, den Prime Day zu verschieben“, so Zündorf.

„Die Corona-Krise hatte im Juli die Logistik im Onlinehandel ohnehin schon an die Grenzen geführt“, erklärt er. „Da wäre ein zusätzliches Verkaufsevent das völlig falsche Signal gewesen.“ Zudem wären viele Marktplatzhändler zu der Zeit nur eingeschränkt lieferfähig gewesen.

Weniger Produkte und weniger Schnäppchen

Der Experte, der große Marken bei ihrer Präsenz auf Onlinemarktplätzen berät, geht davon aus, dass der Prime Day für Kunden in diesem Jahr anders sein wird als in den Vorjahren. So soll es weniger Produkte und weniger Schnäppchen geben, da viele große Markenhersteller und Händler nicht am Prime Day teilnehmen wollen.

Und das läge laut Zündorf am neuen Termin. Da der Event nicht wie sonst das Sommerloch fülle, sondern zu nahe am Weihnachtsgeschäft liege, seien viele E-Commerce-Teams überlastet. Diese arbeiten nämlich schon jetzt an der Vorbereitung des Weihnachtsgeschäfts, so die Auffassung des Experten.

Glücksgriff für Amazon

Doch für Amazon könnte sich die Terminverschiebung trotzdem als Glücksgriff erweisen. Laut Carolin Jaretzke, Handelsexpertin beim Marktforschungsunternehmen Mintel, startet am Prime Day eigentlich schon das Weihnachtsgeschäft. Jaretzke zufolge kommt der Online-Gigant seinen Rivalen deshalb in dieser entscheidenden Phase gleich zweifach zuvor.

Zum einen mieden viele Konsumenten angesichts der sich abzeichnenden zweiten Corona-Welle zunehmend den stationären Einzelhandel und kauften vermehrt online ein. Zum anderen könnte Amazon das Weihnachtsgeschäft auf einen längeren Zeitraum strecken und beugt so einer erneuten Überlastung der Logistik vor, meint die Handelsexpertin.

Erneuter Umsatzrekord wird erwartet

Auch wenn das Schnäppchen-Angebot diesmal kleiner ausfallen sollte, gehen einige Marktforschungsunternehmen wie zum Beispiel eMarketer davon aus, dass der weltweite Amazon-Umsatz am Prime Day dieses Jahr wieder kräftig steigen dürfte und ein erneuter Umsatzrekord verzeichnet wird.

Die eMarketer-Prognose liegt bei 9,9 Mrd. US-Dollar zwischen dem 13. und 14. Oktober. Im Vergleich zum Prime-Day-Umsatz im Jahr 2019 (geschätzt 7,2 Mrd. US-Dollar) würde das ein Plus von 38 Prozent bedeuten.

Amazon-Aktie im Höhenflug

Die Chancen stehen damit bestens, dass Amazon den Wachstumskurs weiterhin fortsetzen wird. Das gilt auch für die im Nasdaq 100 notierte Aktie, die im laufenden Jahr um über 60 Prozent zugelegt hat.

Hier steht jetzt das Allzeithoch vom September bei 2.993 Euro im Fokus. Wird diese Hürde und die knapp darüber liegende 3.000er-Marke überwunden, würde das neue Kaufsignale bedeuten. Das nächste Kursziel im Anschluss wäre die 4.000er-Marke. Neue Allzeithochs sind bei der Aktie quasi vorprogrammiert, wie die langfristige Börsenhistorie zeigt. Allein auf Zehnjahressicht stehen bei der Aktie Kursgewinne von im Schnitt 38 Prozent jährlich zu Buche.

Fazit

Auch wenn das Schnäppchen-Angebot am Amazon Prime Day in diesem Jahr wegen der Terminverschiebung geringer ausfallen könnte als in den Jahren zuvor, dürfte Amazon wieder einmal einen neuen Umsatzrekord verzeichnen. Neue Rekordstände dürften auch bei der Aktie in Kürze folgen. Amazon bleibt damit weiterhin eine absolute Top-Empfehlung.

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Bildquelle: Pressefoto Amazon

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