Bildquelle: Pressefoto Apple

Tech-Fans rund um den Globus blickten in dieser Woche wieder einmal nach Cupertino in Kalifornien, denn im Rahmen einer Online-Veranstaltung am Konzernsitz stellte Apple (WKN: 865985 / ISIN: US0378331005) dort seine neuesten Produkte vor. Die Erwartungen der Jünger des Kult-Konzerns waren hoch, schließlich hatte Apple in der Vergangenheit mit seinen Produktvorstellungen oft Maßstäbe gesetzt und den Konkurrenten immer wieder das Fürchten gelehrt.

Vier neue iPhone-Modelle

Auf den ersten Blick gab es diesmal jedoch keine atemberaubenden Produktinnovationen zu bestaunen, denn wie bereits im Vorfeld von Branchenexperten erwartet worden ist, wurde neben dem HomePod Mini, einem kleineren und günstigeren vernetzten Lautsprecher, die neueste iPhone-Generation vorgestellt. Von dieser wird es vier Varianten geben: Neben iPhone 12, iPhone 12 Pro und iPhone 12 Pro Max wurde erstmals auch ein iPhone 12 Mini mit einem nur 5,4 Zoll großen Display präsentiert.

Produktverbesserungen

Neben dem nun verbauten A14-Prozessor unterscheiden sich die Modelle durch ein verändertes Design. Die Geräte wurden wieder etwas kantiger, wie zuletzt die iPhone-5-Modellreihe. Außerdem sollen die Display-Gläser dank Nanotechnologie deutlich widerstandsfähiger sein als die Vorgängergeräte, womit es laut Apple vier Mal so wahrscheinlich sei, dass das neue Glas Stürze unbeschadet überstehe. Auch die Fotoqualität bei ungünstigen Lichtverhältnissen soll sich durch das neue Objektiv-System verbessert haben.

Apple steigt ins 5G-Rennen ein

Auf den zweiten Blick könnten die neuen iPhone-Modelle, die hierzulande ab dem 16. Oktober (iPhone 12 und iPhone 12 Pro) beziehungsweise ab dem 6. November (iPhone 12 Pro Max und iPhone 12 Mini) vorbestellt werden können (Auslieferungen jeweils eine Woche später), jedoch durch ihre 5G-Unterstützung für nachhaltige Impulse sorgen. Unter perfekten Bedingungen sind mit diesem Datenfunk laut Apple Download-Geschwindigkeiten von bis zu 3,5 Gigabit pro Sekunde erzielt worden. Damit ist Apple nun mehr als ein Jahr nach den Rivalen Samsung Electronics (WKN: 896360 / ISIN: US7960508882) und Huawei in das 5G-Rennen eingestiegen. „Heute ist der Start für eine neue iPhone-Ära“, erklärte Firmenchef Tim Cook. Die neuen Modelle sollen die Möglichkeit für Interaktionen in Echtzeit bieten.

5G-Netzausbau könnte jetzt befeuert werden

Damit die neue Ära aber überhaupt beginnen kann, müssen Smartphone- und Netzbetreiber zunächst einmal ein Grundproblem lösen: Bestenfalls in China lohnt sich ein 5G-Smartphone bisher, in den USA und Europa sind die schnellen Netze bislang nur an wenigen Orten installiert. Die neue iPhone-Reihe von Apple könnte den Ausbau des 5G-Netzes nun jedoch vorantreiben.

„Die neuen iPhones sind wichtig für Apple, aber noch wichtiger für die Mobilfunkbranche“, erklärte Francisco Jeronimo vom Marktforschungsunternehmen IDC. Gerade in Nordamerika und Westeuropa, wo Apple große Marktanteile hat, könne es laut dem Experten nun einen Schub für die neue Technologie geben.

Mit dieser Einschätzung könnte Jeronimo richtig liegen, denn Apple war in der Vergangenheit stets ein großer Treiber, wenn es um neue Technologien und Funktionen geht. So zeigte sich immer wieder, dass wenn der US-Konzern mit seiner großen Reichweite neue Funktionen einführt, wie beispielsweise das Entsperren per Fingerabdruck oder die Gesichtserkennung, diese neuen Techniken schnell zum Standard in der gesamten Branche werden.

Spielt Corona-Pandemie Apple in die Karten?

Von einem weiteren Apple-Erfolg mit den neuen 5G-iPhones ist auch Ben Wood, Analyst bei CCS Insight, überzeugt, wobei seiner Auffassung nach die Corona-Pandemie sogar helfen könnte: „Es gibt Menschen, die mit mehr Geld als vorher durch Covid-19 gekommen sind. Sie haben Urlaube abgesagt, essen seltener in Restaurants und kaufen kein neues Auto“, erklärt der Markforscher. Seiner Prognose nach könnten diese Menschen das gesparte Geld für ein neues Smartphone ausgeben, also für das Gerät, mit dem viele im zurückliegenden halben Jahr mehr Zeit denn je verbracht haben.

Rückenwind von den Mobilfunkanbietern

Rückenwind für Apple kommt außerdem von den Mobilfunkanbietern. So haben Verizon (WKN: 868402 / ISIN: US92343V1044) und AT&T (WKN: A0HL9Z / ISIN: US00206R1023) bereits angekündigt, das Standard-iPhone zu bestimmten Mobilfunkverträgen hinzuzufügen. Verizon-Chef Vestberg sagte am Dienstagabend auf der Bühne in Cupertino: „5G ist gerade real geworden“. Große Worte, die sich im Nachhinein bewahrheiten könnten.

Die neuen iPhones von Apple bieten zwar diesmal keine wegweisenden technischen Revolutionen, könnten aber der 5G-Technik zum Durchbruch verhelfen und dem Umsatz bei Apple einen neuen Schub versetzen. Das würde sich dann auch auf die im Dow Jones notierte Aktie durchschlagen.

Hier liegt das nächste Kursziel

Nachdem die Papiere Anfang September ein neues Allzeithoch bei 117 Euro markierten, folgte in den folgenden Wochen ein Rückschlag auf 87 Euro. Bis Mitte Oktober konnten sich die Notierungen dann zeitweise wieder in den Bereich der 100er-Marke (aktuell: 101 Euro) nach oben arbeiten. Die Chancen stehen gut, dass die Aktie schon bald wieder das historische Top bei 117 Euro ins Visier nimmt. Kurzfristig eröffnet sich damit ein Gewinnpotenzial von 16 Prozent.

Fazit

Die neue iPhone-Generation von Apple bietet zwar keine wegweisenden Innovationen, könnte aber den Ausbau des 5G-Netzwerkes ankurbeln und die Position des US-Konzerns im Smartphone-Bereich stärken. Die Apple-Aktie bleibt weiterhin eine Top-Empfehlung aus dem Technologiebereich.

Anleger, die von einer Fortsetzung der Kurs-Rallye bei Apple überzeugt sind, können mit einem Long-Zertifikat (WKN: MA1YRF / ISIN: DE000MA1YRF4) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren.

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Bildquelle: Pressefoto Apple

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[…] 5G-Netzes einen kräftigen Schub zu verpassen. Das dürfte wiederum dazu führen, dass Apple seine Marktposition im Smartphone-Bereich […]