Bildquelle: A. Lange & Söhne

Sie ist minimalistisch, flach, elegant und immer noch voll im Trend: die Dress Watch. Als geschmackvoller Begleiter strahlt sie Eleganz und Raffinesse aus und lässt sich zu jedem Anzug kombinieren. Das zeitlose puristische Design passt zu einem Geschäftsmeeting, einem Galeriebesuch, einem Konzertabend oder einfach zu einem schönen Abendessen. Die Dress Watch wirkt immer edel und zurückhaltend. Im Gegensatz zum auffallenden Chronographen stehen Dress Watches für Purismus, dezentes Design sowie Understatement. Dress Watches, auch Anzugsuhren genannt, dürfen in keiner Business-Garderobe fehlen. Aber auch in der Freizeit sind die flachen, auf das Wesentliche reduzierten Uhren, sehr beliebt.

Die Charakteristika der Dresswatch

Aufbau: Zu den Dress Watches zählt genaugenommen die klassische Uhr mit drei Zeigern – Stunde, Minute und Sekunde – eventuell ergänzt durch eine Datumsanzeige. Dann wird sie allerdings schon Business- oder Geschäftsuhr genannt, da sie einen Zusatznutzen bietet. Nicht zu verwechseln ist die Dress Watch mit der Smoking-Uhr, die nur einen Stunden- und Minutenzeiger besitzt und oft römische Ziffern auf dem Zifferblatt trägt.

Zifferblatt: Nach dem Motto „Weniger ist mehr“, ist das Zifferblatt aller Dress Watches übersichtlich gestaltet und dient vor allem der Funktion, die Uhrzeit schnell und gut lesbar anzuzeigen. Das Zifferblatt ist Schwarz, Weiß, Silber oder Champagnerfarben, aber selten farbig. Ausgenommen ist ein dunkles Blau, denn das wirkt edel und setzt sich daher bei den Uhrentrends immer mehr durch. Matte Zifferblätter können am besten abgelesen werden, da hier weniger Lichtreflexionen entstehen als bei schimmernden Blättern. Was die Ziffern betrifft, so wirken römische Ziffern eher klassisch und arabische Ziffern eher modern. Beide Varianten sind möglich.

Gehäuse: Da zu große Uhren nicht zu einem Anzug passen, ist eine Größe zwischen 37 und 42 Millimetern Gehäusedurchmesser empfehlenswert. Unter 37 Millimetern ist die Ablesbarkeit eingeschränkt und über 42 Millimetern ist die Uhr zu groß, um den Kriterien der Schlichtheit zu entsprechen. Bei der Auswahl der Größe spielt auch das Handgelenk des Trägers eine Rolle. Für schmale Handgelenke sind flache, etwas kleinere Gehäuse optimal, an breiten Handgelenken wirken kleine Uhren eher verloren. Als Richtlinie gilt: Das Gehäuse sollte Zweidrittel vom Handgelenk einnehmen, damit die Proportion gewährleistet ist. Soll die Uhr zum Anzug getragen werden, darf sie außerdem nicht zu hoch sein, um nicht am Hemdärmel steckenzubleiben. Dress Watches sind daher flache Uhren. Sie gleiten besser unter die Manschette. Das Gehäusematerial der Dress Watch ist aus Weiß-, Gelb-, Rotgold oder Platin. Die etwas sportlicheren Varianten sind auch in Edelstahl möglich.

Armband: Das klassische Armband für die Dress Watch ist ein Reptillederarmband in Schwarz oder dunklem Braun. Goldfarbene Gehäuse harmonieren besser mit braunen Armbändern, während schwarze Armbänder silberfarbenen Gehäusen einen modernen Look verleihen. Glatte Lederarten sind eine gute Alternative für modernere Varianten von Anzugsuhren. Diese müssen dann aber schlicht gehalten sein, ohne farblich abgesetzte Naht.

Bildquelle: IWC

Einige schöne Modelle

Die Geschichte der IWC Portofino, eines ewigen Klassikers, geht zurück bis in die 1950er Jahre. Der Namensgeber für die berühmten Modelle ist die italienische Küstenstadt Portofino, in den 50ern als beliebtes Reiseziel und für Dolce Vita der Reichen bekannt. Die Portofino-Kollektion der Schaffhauser Manufaktur steht für zeitlos-elegantes Design. Das puristische Design und das schnörkellose Zifferblatt sind bei Frauen und Männern gleichermaßen beliebt. Die Portofino Automatic 34 Millimeter für Damen verfügt zum Beispiel über goldene Applikationen und vergoldete Zeiger sowie zwölf weiße Diamanten, die die Stunden auf dem versilberten Zifferblatt markieren. Diese Uhr ist mit einem braunen Alligatorlederarmband ausgestattet. Schön ist das Modell für Herren mit 40 Millimetern Gehäusedurchmesser, blauem Zifferblatt und schwarzem Alligatorlederarmband von Santoni. Die Portofino Automatik in Rotgold für Herren liegt bei 11.450 Euro.

Die Master Ultra Thin Date von Jaeger-LeCoultre gehört ebenfalls zu den Dresswatches. Die Schweizer Uhrenmanufaktur Jaeger-LeCoultre steht seit seiner Gründung im Jahr 1833 für seine Innovationskraft. Die klaren Linien der Master Ultra Thin begeistern alle Uhrenliebhaber. Mit ihrem extrem schlanken Gehäuse betont dieses Modell die Kunst der Guillochierung und des Emaillierens, die seit Generationen in der Manufaktur bewahrt werden. Jaeger-LeCoultre ist eine der wenigen Manufakturen, die sich dem Edelsteinbesatz, der Gravur, der Guillochierung und dem Emaillieren in ihren Werkstätten widmet. Diese Kunstfertigkeiten erfordern ein Höchstmaß an Feingefühl und Expertise. Die ultraflache Automatik-Uhr ist aus Edelstahl und mit einem Alligatorlederarmband ausgestattet. Sie kostet 7.450 Euro. Die Master Ultra Thin Moon Enamel besitzt ein Weißgoldgehäuse und ein blau emailliertes Weißgoldzifferblatt. Sie ist auf 100 Stück limitiert und kostet um 36.000 Euro.

Bildquelle: Jaeger-LeCoultre

Baume & Mercier produziert seit 1830 Uhren von höchster Präzision. Seit 1988 gehört die Marke zur Richemont Gruppe. Die Clifton Baumatic ist eine edle Herrenarmbanduhr mit hauseigenem, mechanischem Uhrwerk und Automatikaufzug. Das zeitlose Design mit Stunden-, Minutenzeiger und dem Datumsfenster wirkt ästhetisch aufgeräumt. Das Edelstahlgehäuse hat einen durchsichtigen Saphirglasboden und gibt Einblick auf das COSC-zertifizierte (Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres) Automatikwerk. Vier Qualitätskriterien sollen die Clifton Baumatic auszeichnen: hohe Gangreserve von 5 Tagen bzw. 120 Stunden, hohe Präzision, Magnetfeldschutz und lange Wartungsintervalle von 5 Jahren. Auch der Preis mit 2.600 Euro kann sich sehen lassen.

Bildquelle: Baume & Mercier

Die Fiftysix Automatik der Genfer Uhrenmanufaktur Vacheron Constantin ist die moderne Interpretation des historischen Modells aus dem Jahr 1956. Die elegante und trotzdem moderne Uhr zeichnet sich durch ein Gehäuse aus, dessen Bandanstöße jeweils eine Seite des Malteserkreuzes darstellen sollen. Durch den transparenten Saphirglasboden hat man Blick auf das Uhrwerk mit Sekundenstoppvorrichtung. Ein unverkennbares Detail ist das über die Lünette hinausragende Kristallglas. Dies unterstreicht den Retro-Stil des Modells. Die Fiftysix Automatik ist in Roségold und Edelstahl erhältlich, kostet in Roségold 19.100 Euro und in Edelstahl 11.500 Euro.

Bildquelle: Vacheron Constantin

Die Saxonia Thin von A. Lange & Söhne aus Glashütte wurde im Jahr 2011 zum ersten Mal vorgestellt. Mit ihrer klaren Linienführung und der eleganten Ausstrahlung steht sie ganz in der Tradition der Marke. Sie ist das bisher flachste Modell in der Kollektion. Die Varianten in Rot- und Weißgold aus dem Jahr 2016 besitzen eine Bauhöhe von nur 5,9 Millimetern und ein Zifferblatt aus massivem Silber. Die Zeiger sind aus rhodiniertem Gold. Das Handaufzugskaliber ist dabei nur 2,9 Millimeter hoch. Der Preis liegt bei 15.500 Euro. Ein Modell der Saxonia Thin ist mit einem kupferblauen Zifferblatt ausgestattet. Es ist aus massivem Silber und mit einer dünnen Schicht schimmerndem Goldfluss belegt. Mikroskopisch kleine Kupferoxidkristalle erinnern an einen mitternachtsblauen Himmel. Das passende Armband dazu ist aus dunkelblauem Alligatorleder. Für die elegante Uhr mit 39 Millimetern Gehäusedurchmesser muss man 21.200 Euro ausgeben. 

Bildquelle: A. Lange & Söhne

Die Tangente ist die meistgebaute und meistverkaufte Uhr der Glashütter Manufaktur Nomos Glashütte. Die runde Uhr mit den vielen rechten Winkeln und dem modernen Zifferblatt ist ein Klassiker fürs Handgelenk. Nach dem Leitspruch „Form folgt Funktion“ wurde diese Uhr entwickelt. Fünf Ziffern, deren Typografie an die Bauhauszeit erinnern, schmücken das schlicht gehaltene Zifferblatt. Minuten- und Stundenzeiger sind kornblumenblau, der Sekundenzeiger bewegt sich in seinem eigenen Radius. Die Tangente mit Gehäuse aus Edelstahl gibt es von 33 bis 41 Millimetern Durchmesser, mit Handaufzug oder Automatikwerk. Mit Handaufzug ist sie schon für 1.460 Euro zu haben.

Bildquelle: Nomos Glashütte

Ein absoluter Klassiker ist die Seamaster von Omega. Der Uhrenhersteller aus Biel in der Schweiz lieferte zwischen 1940 und 1945 um die 110.000 Uhren an die Royal Air Force und andere militärische Abteilungen. Die Uhren wurden für ihre Wasserdichtheit und Zuverlässigkeit sehr geschätzt. Im Jahr 2018 hat Omega eine neue Seamaster 1948 in limitierter Stückzahl von nur 1948 Stück herausgebracht. Das Edelstahlmodell verfügt über eine polierte Lünette und ein silberfarbenes Zifferblatt. Jede Uhr wird in einer speziellen Sammlerbox aus Leder geliefert – mit einem NATO-Ersatzarmband, einem Ersatzlederarmband und einem Werkzeug zum Wechseln des Armbandes. Die Uhr wird von einem Master-Chronometer-Werk angetrieben, das gegen Magnetfelder von 15.000 Gauß beständig ist. Der Stundenzeiger, der gewölbte Minutenzeiger und der gewölbte Sekundenzeiger bestehen aus diamantpoliertem 18 Karat Weißgold. In den Ring des Gehäusebodens ist die Nummer der Limitierung lasergraviert. Der Preis liegt bei 5.700 Euro.

Bildquelle: Omega

Die Senator Excellence Automatik ist eine inspirierte Hommage an das Erbe der feinmechanischen Uhrmacherkunst von Glashütte Original. Sie verkörpert die traditionellen Ansätze des Uhrendesigns: schlanke schwarze römische Ziffern zieren ein silbernes Zifferblatt. Die Zeiger sind gebläut, das Gehäuse aus Edelstahl. Das beidseitig entspiegelte Saphirglas ermöglicht eine klare Sicht auf dieses schlicht klassische Design. Das Gehäuse hat 40 Millimeter Durchmesser. Die Senator Excellence ist 10 Millimeter hoch und passt perfekt zu einem gepflegten Auftritt. Ihr Preis liegt bei 9.500 Euro.

Bildquelle: Glashütte Original

Unser Fazit: Dress Watches gibt es in vielen Varianten, daher fällt die Auswahl für ein Lieblingsmodell schwer. Bei der Qual der Wahl spielen sowohl der Preis als auch das Design die entscheidende Rolle. Einmal für ein Modell entschieden, unterstreicht die Uhr die Persönlichkeit und verschafft einen ganz individuellen Auftritt.

Bildquellen: Hersteller

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