Bildquelle: Pressefoto Daimler

Tesla hält Daimler & Co auf Trab

Zunächst dachten viele Marktteilnehmer, dass lediglich Tesla (WKN: A1CX3T / ISIN: US88160R1014) in den schwierigen von Corona geprägten Zeiten, gute Geschäfte verbuchen könnte. Die jüngsten Daimler-Zahlen zeigen jedoch, dass sich die schlimmsten Befürchtungen in der Autobranche in vielen Fällen nicht bewahrheitet haben und dass die Schwaben früher als erhofft von einer Erholung am Markt profitieren konnten. Eine solch positive Nachricht war umso wichtiger, da derzeit eine zweite Corona-Infektionswelle anrollt und der Wirtschaft durch einen erneut drohenden Lockdown neues Ungemach droht. Außerdem benötigt Daimler gute Nachrichten, um mit Tesla mithalten zu können.

Insbesondere, wenn man bedenkt, dass der kalifornische Elektrowagenbauer derzeit das Großprojekt Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg quasi vor der Haustür der deutschen Konkurrenz vorantreibt. Diese ist viel zu spät auf den Zug Elektromobilität aufgesprungen. Tesla hat sich in diesem Bereich, der als wichtiger Bestandteil der Mobilität der Zukunft angesehen wird, in den vergangenen Jahren einen enormen Vorsprung erarbeitet. Daimler (WKN: 710000 / ISIN: DE0007100000) & Co müssen nun milliardenschwere Investitionen stemmen, um nicht abgehängt zu werden. Gleichzeitig darf das Thema autonomes Fahren nicht vergessen werden. Und dies ausgerechnet in einer Zeit, in der Corona der Branche zusätzliche Herausforderungen beschert. Bei Daimler glaubt man jedoch, die richtige Strategie zu besitzen.

Eine neue Strategie

Diese Strategie hatte Konzernchef Ola Källenius Anfang Oktober vorgestellt. Bei Mercedes-Benz verweist man gerne darauf, laut Interbrand bereits die weltweit wertvollste automobile Luxusmarke zu sein. Diesen Führungsanspruch hat Daimler auch für das Zeitalter des elektrischen Antriebs formuliert. Im Mittelpunkt soll dabei die Marke EQ stehen. Es wurden viele neue elektrisch angetriebene Fahrzeuge mit dem Stern angekündigt. Darunter ist auch die Luxuslimousine EQS, das erste Modell auf der neuen eigenständigen Plattform Electric Vehicle Architecture (EVA). Eine Reichweite von mehr als 700 km (WLTP) kann sich mehr als nur sehen lassen. 2021 soll das Fahrzeug auf den Markt kommen. Danach folgen der EQE, der EQS-SUV und der EQE-SUV. Ab 2025 soll auch das Kompakt- und Mittelklasse-Segment mit der neukonzipierten elektrischen Fahrzeugplattform, der Mercedes-Benz Modular Architecture (MMA), stärker beackert werden.

Auch in das im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung immer wichtiger werdende Feld Fahrzeug-Software wird kräftig investiert. Ein eigens entwickeltes Betriebssystem soll 2024 auf den Markt kommen. Mit der Entwicklung einer eigenen Software werden häufigere und regelmäßigere Updates ermöglicht. Um die Zukunftsinvestitionen finanzieren zu können, soll an anderen Stellen kräftig gespart werden. Die Fixkosten sollen durch Kapazitätsanpassungen und geringere Personalkosten um mehr als 20 Prozent gegenüber den Ist-Werten des Jahres 2019 sinken. Die Sachinvestitionen sowie die Forschungs- und Entwicklungsausgaben sollen bis 2025 ebenfalls um mehr als 20 Prozent gegenüber 2019 verringert werden. Bei Mercedes-Benz hat man sich eine Umsatzrendite im mittleren bis hohen einstelligen Prozent-Bereich vorgenommen. Diese soll dank der neuen Maßnahmen bis 2025 selbst unter ungünstigen Bedingungen erreicht werden.

Prognose angehoben

Angesichts solch ambitionierter Vorhaben und der nicht schlafenden Konkurrenz – schließlich haben fast sämtliche Autokonzerne eine Art Elektro-Offensive angekündigt – tat es gut, dass Daimler mit dem jüngsten Zahlenwerk und den Aussichten positiv überraschen konnte. Für diese positive Überraschung hatten eine überraschend schnelle Markterholung und Einsparungen gesorgt. Dabei beflügelten die Sparmaßnahmen insbesondere die Entwicklung des Free Cash Flow im Industriegeschäft. Dieser lag im dritten Quartal 2020 bei 5,1 Mrd. Euro, nach 3,0 Mrd. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das konzernweite EBIT wurde im Berichtszeitraum von 2,0 Mrd. Euro im Vorjahr auf nun 3,1 Mrd. Euro verbessert.

Zudem wurde der Nettogewinn im Vorjahresvergleich um 22 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro gesteigert. In diesem Fall ließen sich der Absatzrückgang um 8 Prozent und der um 7 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegende Umsatz verkraften. Zumal die Prognose nach oben angepasst wurde. Absatz und Umsatz sollen in 2020 weiterhin unter dem Niveau des Vorjahres liegen, das EBIT soll nun aber in der gleichen Größenordnung ausfallen wie im Vorjahr. 2019 wurde ein Betriebsgewinn von 4,3 Mrd. Euro verbucht. Bisher rechnete Daimler damit, wegen der massiven Folgen der Corona-Krise auch beim Betriebsgewinn unter dem Vorjahresniveau zu bleiben.

FAZIT

Mit Corona und den großen Veränderungen in der Automobilbranche bleiben einige Unsicherheiten in Bezug auf die Entwicklung von Automobilwerten wie Daimler. Allerdings haben die Schwaben zuletzt gezeigt, dass sie diese Herausforderungen nicht ganz unvorbereitet angehen und selbst im Wettbewerb mit Tesla nicht unterlegen sein müssen.

Mini-Future Long auf Daimler
WKN MA1JXC
ISIN DE000MA1JXC0
Emissionstag 5. August 2020
Produkttyp Hebelzertifikat
Emittent Morgan Stanley

 

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Bildquelle: Pressefoto Daimler

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