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Genauso wie im Supermarkt Produkte Labels wie „bio“ oder „fair“ tragen müssen, um von Konsumenten, die auf ethische und ökologische Aspekte Wert legen, gekauft zu werden, wächst in der Finanzwelt die Bedeutung von „ESG“. Das Kürzel steht für „Environment, Social, Governance“, also für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Diese Kriterien helfen dabei herauszustellen, wie nachhaltig bestimmte Unternehmen oder Anlageformen sind.

Eine Revolution

Im August 2019 sorgten Topmanager aus den USA für eine Revolution. Jahrzehntelang wurde ihr Handeln durch die Konzentration auf die Steigerung des „Shareholder Value“ und damit die Gewinnmaximierung des Unternehmens ausgerichtet. Die Vereinigung Business Roundtable veröffentlichte im Vorjahr jedoch die „Erklärung zum Zweck eines Unternehmens“.

Diese wurde von 181 Topmanagern wie JPMorgan-Chef Jamie Dimon oder Apple-CEO Tim Cook unterzeichnet. Darin heißt es, dass Unternehmen nicht mehr nur die Interessen der Anteilseigner im Blick haben sollten, sondern die Interessen all ihrer Stakeholder. Dazu würden die Beschäftigten, Kunden, Lieferanten und die Gesellschaft als Ganzes gehören.

Damit reagierten die wichtigsten Unternehmenslenker der USA auf eine sich wandelnde Gesellschaft. Bestechungs- und Betrugsskandale wie Dieselgate, eine hohe Einkommensungleichheit zwischen Managern und Beschäftigten, umweltschädigende Produkte sowie schlechte Arbeitsbedingungen werden immer häufiger angeprangert. Zudem haben Bewegungen wie „Fridays-for-Future“ das Bewusstsein in der Gesellschaft gestärkt, jetzt aktiv zu werden.

Nachhaltige Geldanlagen sind gefragt

Konsumenten haben ihre Marktmacht erkannt. Indem sie in den Einkaufsregalen zu bestimmten Produkten greifen, können sie Veränderungen bei den Anbietern hervorrufen. Auch Anleger achten immer mehr darauf, in welche Firmen sie investieren. Das Thema Nachhaltigkeit spielt in der Welt der Investoren eine immer bedeutendere Rolle. Laut Statistiken des „Forums Nachhaltige Geldanlagen“ (FNG) haben Privatanleger in Deutschland ihre Investments in nachhaltige Geldanlagen allein in 2019 von 9,4 auf 18,3 Mrd. Euro nahezu verdoppelt.

Selbst große Gesellschaften wie der norwegische Pensionsfonds tragen zu einem Wandel bei. Der als größter Staatsfonds der Welt geltende Pensionsfonds verabschiedet sich von Beteiligungen an Firmen aus der Ölindustrie. Bei der Allianz sollen bis zum Jahr 2040 kohlebasierte Geschäftsmodelle im Kundenportfolio in der Versicherung und in der Anlage der Versichertengelder schrittweise auslaufen. Auf diese Weise will der Versicherungskonzern den globalen Wandel zur kohlenstoffarmen Wirtschaft in den kommenden Jahrzehnten mitgestalten. Immer mehr Unternehmen verpflichten sich zu Nachhaltigkeitszielen, unabhängig davon, ob freiwillig oder aufgrund von neuen Regulierungen – auch weil sie erkennen, dass viele der früheren Vorurteile in Bezug auf nachhaltiges Handeln nicht gelten.

„Nachhaltigkeit lohnt sich“

Lange Zeit galt es als ausgemacht, dass Unternehmen, die auf soziale oder ökologische Aspekte achten, weniger erfolgreich sind als Konzerne, bei denen Ethik oder der Umweltschutz keine Rolle spielen. Entsprechend wurde angenommen, dass auch Anleger weniger Rendite erzielen würden, wenn sie verstärkt auf nachhaltig agierende Firmen setzen würden.

Diese Vorurteile wurden längst durch verschiedene Studien widerlegt. Eine davon ist die neue Nachhaltigkeitsstudie der Landesbank Baden-Württemberg „Nachhaltigkeit lohnt sich“ (abrufbar unter www.lbbw-markets.de/nachhaltigkeitsstudie). In dieser Studie zeigt das mehrfach ausgezeichnete LBBW Research, warum sich die Berücksichtigung nachhaltiger Aspekte sowohl für Unternehmen als auch für Anleger jetzt erst recht lohnen kann.

Vorreiter in Sachen nachhaltige Investments

Passend zur aktuellen Researchstudie bietet die LBBW im Rahmen ihres Anlageschwerpunkts Nachhaltigkeit ein umfassendes nachhaltiges Produktspektrum sowie viele hilfreiche Informationen zu nachhaltigen Anlageprodukten. Wichtige Infos zum Anlageschwerpunkt Nachhaltigkeit und das aktuelle Produktangebot finden Anleger unter www.lbbw-markets.de/nachhaltigkeit. Wie ernst die LBBW das Thema Nachhaltigkeit nimmt, zeigt der Blick auf einige Zahlen:

Ende 2019 betrug das Green Bond Portfolio in Deutschland 6,4 Mrd. Euro. Die nachhaltigen Assets under Management erreichten einen Wert in Höhe von 22,2 Mrd. Euro, während nachhaltige Projekte im Volumen von 4,7 Mrd. Euro finanziert wurden. Mit den Stufenzins- bzw. Festzins-Anleihen Nachhaltigkeit bot die LBBW im Vorjahr erstmals auch Privatanlegern die Möglichkeit, zweckgebunden in den Klimaschutz zu investieren. Ein Blick auf das Produktspektrum der LBBW zeigt weitere nachhaltige Anlagemöglichkeiten auf:

Nachhaltige Fonds der LBBW Asset Management

Der LBBW Global Warming R Fonds setzt auf Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen anbieten, die der globalen Erderwärmung (Global Warming) entgegenwirken oder deren Folgen abmildern, während der LBBW Nachhaltigkeit Aktien R Fonds überwiegend in Aktien investiert, die innerhalb ihrer Branche ein überdurchschnittlich ökologisches und soziales Ranking aufweisen (Best-in-Class). Schließlich kombiniert der LBBW Multi Global Plus Nachhaltigkeit Fonds die Chancen der Aktienmärkte mit der höheren Stabilität der Rentenmärkte.

Nachhaltige Anleihen und Zertifikate der LBBW

Bei nachhaltigen LBBW Zertifikaten und strukturierten Anleihen werden zwei grundsätzliche Ansätze verfolgt. Im Fall von ESG-Impact Investments sollen die Gelder gemäß dem Green Bond Framework der LBBW zweckgebunden in nachhaltige Projekte investiert werden – somit in energieeffiziente Gebäude und erneuerbare Energien. Bei den zum Einsatz kommenden Produkten handelt es sich um die LBBW Festzins-Anleihen Nachhaltigkeit.

Bei den ESG-Strategie Investments wird ein Best-in-Class-Ansatz verfolgt. Dieser zielt darauf ab, dass Gelder in Unternehmen fließen, die in der jeweiligen Branche besondere Anstrengungen in Sachen Nachhaltigkeit erbringen. Dabei werden bestimmte Geschäftsfelder wie z.B. Rüstung, Glücksspiel, etc. oder Geschäftspraktiken (z.B. Kinderarbeit) ausgeschlossen. Mit dem MSCI Nachhaltigkeitsindex hat die LBBW in Zusammenarbeit mit MSCI einen Index ins Leben gerufen, der als Basiswert für Produktstrukturen wie Memory-Express-Zertifikate plus, Deep-Express-Zertifikate (plus), Index-Anleihen oder Safe-Anleihen mit Cap dient.

Festzins-Anleihen

Deep-Express-Zertifikat plus auf MSCI EMU SRI Select 30 Decrement 3,5% Index

Safe-Anleihe mit Cap und 90 % Kapitalschutz auf MSCI EMU SRI Select 30 Decrement 3,5% Index

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