Bildquelle: Pixabay / geralt

Die Wurzeln der Allgeier S.E. (WKN: A2GS63 / ISIN: DE000A2GS633) reichen zurück bis ins Jahr 1977, in dem die Allgeier Computer GmbH mit Sitz in Bremen von Robert Allgeier Senior und der „B-O-G Bremen Büro-Organisation-GmbH“ gegründet wurde. Bereits in den 1980er-Jahren wurde die internationale Expansion des IT-Dienstleisters vorangetrieben. Dabei wurden Tochtergesellschaften in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Großbritannien und den USA gegründet.

Breites Service-Angebot

Seitdem ist Allgeier zu einem der führenden IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland aufgestiegen, das nahezu für jeden Kundenwunsch eine Lösung bereithält. So erstreckt sich das Dienstleistungsangebot von Dokumentenmanagement, Datensicherheit sowie Cloud- und Mobile-Lösungen (Division: Allgeier Enterprise Services) über die Vermittlung von IT-Experten und die Übernahme von IT-Beratungs-Projekten (Allgeier Experts) hin bis zur Entwicklung individueller Software und Software-Architektur (mgm technology partners).

Gemäß der Lünendonk-Liste 2019 gehört Allgeier zu den zehn führenden IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland. Außerdem zählt die Division Allgeier Experts gemäß der Lünendonk-Marktsegmentstudie 2019 zu den drei führenden IT-Personaldienstleistern in Deutschland.

Weltweite Präsenz

Der in München ansässige Konzern verfügt über weltweit mehr als 120 Niederlassungen in 28 Ländern und beschäftigt global 10.500 Mitarbeiter und über 1.200 freiberufliche Experten. Das zeigt, wie stark Allgeier auch im Ausland präsent ist. Für das globale Technologieberatungs- und Software-Entwicklungsgeschäft ist dabei die Tochter Nagarro verantwortlich. Wegen der hervorragenden Geschäftsentwicklung soll Nagarro im laufenden Dezember im Rahmen eines „Spin-off“ von Allgeier abgespalten werden. Die Tochtergesellschaft wird dann als eigenständiges Unternehmen an der Börse notiert sein.

Die Allgeier-Aktionäre sollen dabei für je eine Aktie der Allgeier SE eine Aktie der Nagarro SE erhalten. Sobald die Abspaltung abgeschlossen ist, werden die Aktionäre von Allgeier deshalb mit 100 Prozent am Grundkapital von Nagarro beteiligt sein. Die Aktien von Nagarro sollen zum Handel am Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) zugelassen werden. Ziel der Abspaltung ist es, dass Nagarro mit einem eigenständigen Listing und Branding im Markt mehr Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit erlangt, wie Allgeier in der entsprechenden Pressemitteilung erklärte.

Gewinn beinahe verdreifacht

Dass die Nachfrage nach den IT-Dienstleistungen von Allgeier immer weiter ansteigt, zeigte sich in den Zahlen zum abgeschlossenen Geschäftsjahr 2019. So legte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent auf 784 Mio. Euro zu, und der Nettogewinn wurde mit rund 18 Mio. Euro beinahe verdreifacht (+188 Prozent).

Erneuter Gewinnsprung trotz Krise

Das Geschäftsmodell von Allgeier erwies sich in der Corona-Krise als vergleichsweise konjunkturrobust. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wurden Erlöse von 585 Mio. Euro verzeichnet, womit das Umsatzniveau des Vorjahreszeitraums (584 Mio. Euro) verteidigt werden konnte. Unter dem Strich wurde dabei ein Nettogewinn von 25 Mio. Euro verbucht, was auf Jahressicht ein beeindruckendes Plus von 155 Prozent bedeutet. Allgeier erklärte den Gewinnsprung mit Kosteneinsparungen im Zuge der Bewältigung der Corona-Krise und der planmäßigen Reduzierung von Geschäft mit niedrigeren Gewinnmargen im Bereich der IT-Personaldienstleistungen.

Sehr erfreuliche Aussichten

Für das Ende des Geschäftsjahres 2020 rechnet der Vorstand mit der Fortsetzung der positiven Entwicklung aus den ersten neun Monaten. Der erwartete Umsatz des Konzerns (fortgeführtes und aufgegebenes Geschäft) soll im Gesamtjahr 2020 zwischen 779 und 789 Mio. Euro betragen (2019: 784 Mio. Euro). Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) dürfte der Prognose nach in einer Spanne zwischen 98 und 107 Mio. Euro liegen, nach 70 Mio. Euro im Jahr 2019.

Kursverdoppelung im laufenden Jahr

An der Börse konnte die Allgeier-Aktie, trotz zwischenzeitlich teils scharfer Kurseinbrüche, langfristig voll überzeugen. Auf Zehnjahressicht legte der Aktienkurs im Schnitt um 23 Prozent pro Jahr zu. Dabei wurden im laufenden November neue Allzeithochs im Bereich der 71-Euro-Marke verzeichnet. Charttechnisch ist der Weg damit nach oben frei von Kurswiderständen, sodass sich das nächste Kursziel auf die runde 100er-Marke stellt. Kurzfristig ist hier aber nach der vorangegangenen steilen Kletterpartie (Kursgewinn seit Jahresanfang: +109 Prozent) ein Rücksetzer möglich. Dafür spricht auch der hohe Abstand zur 200-Tage-Linie (42 Euro) von aktuell knapp 70 Prozent. Dementsprechend könnte es sich hier auszahlen, die nächste Korrektur zum wieder günstigeren Einstieg zu nutzen.

Aus Dividendensicht weniger interessant

An der Börse entwickelte sich die Allgeier-Aktie, die im regulierten Markt (General Standard) an der Frankfurter Börse notiert ist, in den zurückliegenden Jahren hervorragend. Aus Dividendensicht sind die Papiere dagegen eher uninteressant. In der am 24. September 2020 abgehaltenen ordentlichen Hauptversammlung wurde für das Geschäftsjahr 2019 eine Dividende von 0,50 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie beschlossen. Damit fiel die Dividende genauso hoch aus wie in den Vorjahren. Gut möglich ist deshalb, dass auch im kommenden Jahr 2021 für das Geschäftsjahr 2020 ebenfalls wieder 0,50 Euro je Aktie ausgeschüttet werden. In diesem Fall würde sich bei der Aktie eine Dividendenrendite von aktuell 0,7 Prozent errechnen.

Fazit

Das IT-Haus Allgeier konnte trotz der Corona-Krise das Umsatzniveau des Vorjahres in den ersten neun Monaten 2020 verteidigen. Da der Konzern immer profitabler wird, wurde der Gewinn dabei sogar um 155 Prozent gesteigert. Ebenfalls beeindruckend fällt die langfristige Kursentwicklung der Aktie aus, die in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt um 23 Prozent jährlich zulegte. Damit gehört Allgeier zu den Überfliegern an der Frankfurter Börse. Anleger sollten bei der Aktie jedoch zwischenzeitliche, stärkere Korrekturen einkalkulieren, die sich in der Vergangenheit aber immer wieder als günstige Einstiegsgelegenheiten erwiesen.

Anleger, die von der Fortsetzung der Kurs-Rallye bei Allgeier überzeugt sind, können mit einem Long-Zertifikat (WKN: MA3DRL / ISIN: DE000MA3DRL2) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren.

Bildquelle: Pixabay / geralt

0 0 vote
Article Rating
Bitte teilen
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
2 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
trackback

[…] den Höhenfliegern an der Frankfurter Börse. Hier wurde am Mittwochmittag wieder einmal ein neues Rekordhoch […]

trackback

[…] und Software-Entwicklungsgeschäft verantwortlich ist, laufen hervorragend. Deshalb kündigte das IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen Allgeier (WKN: A2GS63 / ISIN: DE000A2GS633) im Sommer an, die Tochter im Dezember im Rahmen eines […]