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Seit der Gründung im Jahr 1994 unterstützt die SNP Schneider-Neureither & Partner SE (WKN: 720370 / ISIN: DE0007203705) Unternehmen weltweit bei der Umsetzung von komplexen Transformationsprojekten. Dabei kommt die selbst entwickelte Transformations-Software zum Beispiel dann zum Einsatz, wenn in einem Unternehmen verschiedene Systeme zusammengeführt werden müssen oder der Umstieg auf eine andere Software ansteht. So planen beispielsweise in den nächsten Jahren tausende Unternehmen einen Wechsel auf die SAP-Software S/4 Hana, für den SNP eine automatisierte Lösung mithilfe eigens entwickelter Software bietet.

Wie SNP am 1. Dezember bekanntgab, werden die konfigurierbaren Lösungspakete auch Direktkunden von SAP im Large-Enterprise-Segment angeboten. Auch wenn es zum Beispiel darum geht, Daten sicher in Cloud-Umgebungen überzuführen, stellt SNP die passenden Software-Lösungen bereit.

Führend bei der digitalen Transformation

Unter der Führung des Gründers und Vorstandschefs Dr. Andreas Schneider-Neureither war das Unternehmen mit Hauptsitz in Heidelberg in den vergangenen Jahrzehnten stark gewachsen und stieg zu einem der weltweit führenden Software-Anbietern im Bereich der digitalen Transformation auf. So ist SNP inzwischen an mehr als 30 Standorten in 13 Ländern präsent und beschäftigt rund 1.400 Mitarbeiter.

Zum weiteren Unternehmenswachstum kann Schneider-Neureither leider nicht mehr beitragen. Der charismatische Manager war in der Nacht auf den 2. November 2020 im Alter von 56 Jahren völlig überraschend an einem anaphylaktischen Schock, also einer besonders starken allergischen Reaktion, gestorben. Nach diesem Todesfall hatte das Unternehmen eine interimsmäßige Doppelspitze aus COO (Chief Operating Officer) Michael Eberhardt und Finanzchef (CFO) Prof. Dr. Heiner Diefenbach installiert.

Wie SNP am 19. November bekanntgab, hat der Verwaltungsrat beschlossen, Michael Eberhardt mit Wirkung zum 1. Dezember 2020 zum neuen Vorstandschef zu bestellen. Der 57-jährige Maschinenbauingenieur ist bereits seit Juli 2019 als Geschäftsführender Direktor bei der SNP tätig. „Mit Michael Eberhardt haben wir einen ausgewiesenen IT-Experten und einen sehr erfahrenen Manager für diese Rolle gewinnen können“, erklärte Dr. Michael Drill, Vorsitzender des Verwaltungsrats der SNP SE. „Er ist bestens mit dem Unternehmen vertraut und hat einen wesentlichen Anteil an der erfolgreichen Umsetzung der Unternehmensstrategie. Mit dieser Entscheidung schaffen wir Kontinuität in der Unternehmensführung und freuen uns, mit dem gesamten Management den eingeschlagenen Weg weiter konsequent fortsetzen zu können.“

Die Umsätze steigen immer weiter

Der bisherige Unternehmensweg von SNP verlief erfolgreich, wie sich an der Umsatzentwicklung der vergangenen Jahre zeigte. So wurden die Erlöse beispielsweise im Zeitraum 2013 bis 2019 im Schnitt um 35 Prozent jährlich gesteigert, womit das zurückliegende Jahr mit einem Umsatzrekord von 145 Mio. Euro abgeschlossen wurde (Nettogewinn: 2,3 Mio. Euro, Vorjahr: Verlust 1,6 Mio. Euro).

Dieser positive Trend hielt auch in den ersten neun Monaten 2020 an. Hier legte der Umsatz trotz der Corona-Krise auf Jahressicht um 7 Prozent auf 106 Mio. Euro zu. Unter dem Strich wurde dabei aber ein Verlust von 0,8 Mio. Euro verbucht, nach einem Gewinn von 0,3 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Ausblick bestätigt

SNP erklärte das negative Ergebnis mit Wachstumsinvestitionen in Forschung und Entwicklung sowie in den Vertrieb, welche die Personalkosten um 16 Prozent haben ansteigen lassen. Der Vorstand bestätigte den Ausblick für das Gesamtjahr 2020. Demnach dürfte der Umsatz zwischen 145 und 170 Mio. Euro (2019: 145 Mio. Euro) liegen.

Immer noch keine sprudelnde Geldquelle

Nachdem die im Prime Standard der Frankfurter Börse notierte Aktie von SNP, die seit April 2000 börsennotiert ist, Anfang 2017 ein neues Allzeithoch bei 49 Euro markierte, brachen die Notierungen bis zum Oktober 2018 um 69 Prozent auf 15 Euro ein. Grund für die Talfahrt dürfte gewesen sein, dass in den Jahren 2017 und 2018 auch wegen hoher Investitionen in das Firmenwachstum unter dem Strich Verluste verzeichnet worden sind (2017: -2,7 Mio. Euro, 2018: -1,6 Mio. Euro). Auch der geringe Gewinn im Jahr 2019 (2,3 Mio. Euro) zeigt, dass SNP trotz kräftig steigender Umsätze nach wie vor keine sprudelnde Geldquelle ist, doch das soll sich in den nächsten Jahren laut SNP im Zuge der SAP-Migration ändern.

Aktie im Aufwärtstrend

Auch die Anleger scheinen darauf zu setzen, dass SNP künftig profitabler wird, denn seit dem Tief vom Oktober 2018 bei 15 Euro haben die Notierungen eine steile Kurs-Rallye hingelegt und sich dabei bis Anfang Dezember 2020 unter kräftigen Schwankungen zeitweise zurück in den Bereich der 54er-Marke gekämpft. Die Aktie notiert damit aktuell im Abstand von 8 Prozent über der 200-Tage-Linie (50 Euro), was einen klaren Aufwärtstrend bedeutet. Auch der SDAX-Aufstieg im März 2020 dürften seinen Anteil an der Kursrallye der SNP-Aktien gehabt haben.

Die nächsten Kursziele sind aus charttechnischer Sicht das Oktober-Hoch bei 65 Euro und das Allzeithoch vom Februar bei 74 Euro. Bis zu letzterem Kursziel eröffnet sich ein Gewinnpotenzial von 37 Prozent. Dividendentechnisch ist die Aktie dagegen uninteressant. Für die vergangenen drei Jahre wurden keine Dividenden ausgeschüttet.

Fazit

Der Software-Entwickler SNP konnte den Umsatz im laufenden Jahr trotz der Corona-Krise wieder einmal steigern. Bei der Schwachstelle Profitabilität erwartet SNP in den kommenden Jahren eine deutliche Verbesserung. An der Börse eröffnet sich bei der Aktie weiteres kräftiges Gewinnpotenzial. Die Aktie zeigte sich in der Vergangenheit aber sehr schwankungsfreudig und kommt deshalb nur für risikobereite Anleger in Frage.

Anleger, die von der Stärke von SNP überzeugt sind, können mit einem Long-Zertifikat (WKN: MA0UFW / ISIN: DE000MA0UFW4) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren.

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